Eigentlich sind wir ja davon ausgegangen, dass wir die Deathroad hinter uns gelassen hatten. Doch wir sollten heute eines Besseren belehrt werden. Nach einem guten Fruehstueck und den letzten Besorgungen auf dem Weg in den Dschungel, sassen wir um 10.30 Uhr im Bus in Richtung Paucartambo. Denn hier sollte sich die erste Station ausserhalb der Zivilisation befinden.
Nach etwas einer Stunde auf befaestigter Strasse fuhren wir einen Pass hinauf. Dieser fuehrte uns erneut in schwindelerregende Hoehen. Unzaehlige Serpentinen brachten uns auf 4000 Meter ueber dem Meeresspiegel. Die Piste war einspurig, wurde jedoch von beiden Seiten aus befahren. Der Blick aus dem Fenster war teilweise schon etwas beaengstigend. Es ging annaehernd 90 Grad in die Tiefe. Und wenn wir hier von Tiefe sprechen, dann meinen wir auch Tiefe!!! In einigen Passagen ging es mehrere hundert Meter hinab. Wir konnten uns jedoch gluecklich schaetzen, dass unser Busfahrer ein sehr erfahrener und sicherer Vertreter seiner Branche war. Er brachte uns sicher durch atemberaubende Landschaften ans Ziel. Der Weg fuehrte noch an kleinen Inkaruinen vorbei, die uns der Busfahrer und die anderen Passagiere stolz praesentierten. So rief der Beifahrer Joe nach vorne, um Fotos davon zu machen. Joe war zuvor bereits zu Gast in der Fahrerkabine gewesen, um dieses Erlebnis in Bild und Ton festzuhalten. Ihr duerft also gespannt sein. Nach dreieinhalbstuendiger Fahrt und der Ueberquerung der letzten Andenkordilliere kamen wir in Paucartambo an. Es war das Tor zur Sonne und dem Regenwald. Hier besorgten wir uns allerdings zunaechst nur einen kleinen Snack, um danach frisch gestaerkt zu versuchen noch einen Ort weiter in Richtung Regenwald zu kommen. Tres Cruzes mit seinen atemberaubenden Sonnenaufgaengen und Pilcopata dahinter standen zur Auswahl. Busse fuhren heute jedoch nicht mehr. Wir stellten auch schnell fest, dass Trucks nur in den Morgenstunden fuhren. Nach langem Hin und Her ohne Ergebnisse, fanden wir schliesslich einen Trucker, der uns fuer einen Euro pro Person auf der Ladeflaeche nach Pilcopata bringen wollte. Er benoetigte zwar etwas Zeit, um sein Gefaehrt in Gang zu bekommen, doch letztlich schnurrte der Truck wieder. Wir verabredeten uns fuer neun Uhr am Folgetag mit ihm und kehrten in einem sehr schoenen Hostel im Zentrum des Dorfes ein. Die Zimmer waren genial. Fuer ebenfalls nur fuenf Soles (gut ein Euro) bekamen wir ein richtig grosses Zimmer mit Balkon Richtung Hauptplatz. Wenn ihr euch jetzt wundert, dass wir diesen Blog noch schreiben koennen, wo wir doch eigentlich die Zivilisation verlassen wollten, dann tut ihr dies zurecht. Wir waren auch sehr erstaunt, hier ein Internetcafe zu finden. Es ist zwar etwas langsam und teuer, aber wer will es verdenken: wir sind hier schliesslich in Mitten von riesigen Bergketten vom Rest der Zivilisation abgeschnitten.
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