Amazonien droht die Abholzung

Wird das Sch
icksal des brasilianischen Regenwaldes bald per Gesetz besiegelt? Seit Wochen streitet das Parlament in Brasilia über einen Entwurf zur Änderung des brasilianischen Forstgesetzes. Die entscheidende Abstimmung ist schon mehrfach verschoben worden und hat immer noch nicht stattgefunden. Umweltschützer protestieren weltweit gegen den Entwurf, der weitere Abholzungen per Gesetz erlauben würde. Die Änderung des bestehenden Waldnutzungs-gesetzes würde die großflächige Zerstörung eines der letzten großen Regenwaldgebiete besiegeln. Nach Schätzungen von Greenpeace wären über 30 Millionen Hektar des Amazonaswaldes, eine Fläche fast so groß wie Deutschland, unmittelbar bedroht.

Und deshalb seid ihr gefragt!

Nehmt an der Unterschriftenaktion gegen dieses Forstgesetz teil:

Friday, April 17, 2009

Auf nach Hause - 17./18.04.09

Total unterkuehlt, mussten wir gegen 5.00 Uhr erst einmal an Geld kommen. Waehrend Joe mit den ganzen Klamotten am Busbahnhof seine Muedigkeit ausschlief, gingen Simon und Sabrina zur naechsten Bank. Nach gut einer Stunde konnten wir uns dann einen oeffentlichen Bus in die Innestadt leisten. Wir fruehstueckten und gingen eine ganze Weile ins Internet.

Hier wurde uns auch mitgeteilt, dass wir keinen oeffentlichen Bus zum Flughafen nehmen sollten. Zu viele Ueberfaelle hatte es in letzter Zeit gegeben. Caracas war nun einmal das heisseste Pflaster in Suedamerika. Also bestellten wir uns fuer 13.00 Uhr ein Taxi. Nach gut 30 Minuten kamen wir am Flughafen an. Hier mussten wir die sagenhafte Gebuehr von 140.000 Bolivar fuer die Ausreise zahlen. Fuer den Schwarzmarktkurs von 1:7 waren es etwa 20 Euro. Doch da Sabrina und Simon kein Bargeld mehr hatten, musste der Bankautomat herhalten. Die Tauschrate betrug 1:3. Es waren also noch einmal knapp 50 Euro zu blechen, nur um ausreisen zu duerfen.

Nachdem wir die endlosen Sicherheitskontrollen durchlaufen hatten, konnten wir auch gleich in die Maschine der Air France. Doch auch hier mussten wir einmal mehr warten. Mit einstuendiger Verspaetung ging es gegen 17.30 Uhr los in Richtung Heimat. An Schlaf war nicht wirklich zu denken, zu gut war das Unterhaltungsprogramm. Das Bier floss, hatte eine nette Stewardess doch ein schlechtes Gewissen bei Joe, weil sie ihn am Anfang des Fluges mit Cola uebergossen hatte.

Nach gut neun Stunden Flug erreichten wir gegen 9.00 Uhr morgens den Schengenraum, Joes zweite Heimat, die Stadt der Liebe...Paris. Wir hatten noch ausgiebig Zeit zum Kniffeln, bevor es total erschoepft wieder in eine dieser sehr kleinen Maschinen brasilianischer Produktion ging. Doch im Gegensatz zum Hinflug nach Paris verlief der Rueckflug nach Bremen etwas sanfter, so dass wir auch noch ein paar Minuten die Augen schliessen konnten. Nach weiteren 1 1/2 Stunden erreichten wir gegen 14.00 Uhr Bremen, wo uns eine Riesenmeute in Empfang nahm. Jetzt sind wir also wieder zurueck...elf wunderschoene Wochen sind rasentschnell vergangen und Joe hatte schon vor Ankunft wieder das erste Fernweh.

Der Rueckflug naht - 16.04.09

Nach einer kurzen Nacht genossen wir noch ein letztes Mal den Sonneaufgang am Strand, kniffelten um die Wette und badeten ausgiebig, um uns dann anschliessend um zwei Uhr mit dem Boot zurueck fahren zu lassen. Die Rueckfahrt mit dem Boot wurde kurzerhand um zwei Stunden vorverlegt, gepackt hatten wir allerdings schon.

Die 150.000 Bolivar fuer die Rueckfahrt waren zwar ein grosser Brocken. Doch die 16 Kilometer mit Gepaeck zurueckzulaufen, dass war einfach zu viel! Die Fahrt mit einem sehr kleinen aber auch sehr schnellen Fischerboot zurueck nach Rio Caribre war nass und wirkte teilweise schon etwas heikel. Die Wellen waren gross und spielten mit dem Boot. Aber der Fahrer war ein guter Mann und brachte uns nach einer Stunde sicher ans Ziel.

Angekommen in Rio Caribe goennten wir uns zunaechst ein Sandwich und suchten uns dann einen Bus, der uns nach Carupano fahren sollte. Dieses Mal war der Fahrer etwas freundlicher und wir mussten nur fuer drei Personen zahlen.

Um ehrlich zu sein, haetten wir sehr gern erneut mehr gezahlt, nur um das Gesicht unseres "Freundes" zu sehen, wenn wir erneut in seinen Bus einsteigen wuerden. Wir konnten ihn aber leider nicht auffinden.

In Carupano hatten wir nun noch fuenf Stunden Zeit, bis unser Bus nach Caracas abfahren wuerde. Wir vertrieben die Zeit damit, am Strand noch einmal ausgiebig zu Kniffeln. Nach dem SOnneuntergang machten wir mit unseren letzten Bolivars noch Erledigungen und gingen ins Internetz, um dann gegen 21.00 Uhr gut vorbereitet in einen edlen Bus einzusteigen.

Das Problem war, dass dieser Mercedes-Bus auf 14 Grad heruntergekuehlt wurde. Auch mehrmaliges Beschweren hatte keinen Sinn. Obwohl wir lange Klamotten mitgenommen hatten, frohren wir uns bis um 5.00 Uhr morgens den Ar*** ab. Auch die Einheimischen fuehlten sich nicht wirklich wohl. Eine kleine Pause zwischendurch wirkte wie ein Aufenthalt im Paradies. Doch wir mussten wieder zurueck in den Bus. An Schlaf war nur geringfuegig zu denken.

Pui Puy - 14./15.04.09

Wir machten uns sofort nach Sonnenaufgang gegen 6.00 Uhr auf den Weg die letzten Huegel zu erklimmen und erreichten nach einer halben Stunde den Strand. Vor uns lag ein Traum!!!

Hier gab es einen Campingplatz und ein paar Bungalows, die allerdings nicht geoeffnet waren. Letztlich kamen wir in einer kleinen Hotel-/Bungalowanlage am Ende des Palmen gesaeumten Strandes unter. Der Preis war fair und die Lage exzellent. Aber seht selbst. An dieser Stelle lassen wir einfach mal die Bilder fuer sich sprechen.

Tagsueber das Sonnenbad unter Palmen...


...und Abends wunderschoene Sonnenuntergaenge

Ja! Wir haben es genossen und hatten unseren Spass!!!

Sabrina holte sich ebenso die Endbraeune wie wir;-)

Nach den Strapazen der letzten Tage hatten wir uns diese Erholung redlich verdient. Da das Osterwochenende hier allerdings noch nicht so hundertprozentig verdaut war, war der Strand am Anfang etwas verdreckt und das Essen eher spaerlich. Der Hotelbesitzer gab sich jedoch alle Muehe den Strand zu reinigen. Beim ersten Strandspaziergang trafen Simon und Sabrina dann auch noch zwei alte Bekannte: Die Franzosen. Sie schliefen allerdings in Rio Caribe und waren nur auf einem Tagesausflug hier! So verbrachten wir mit ihnen einen wunderschoenen Tag.

Die Koechin von nebenan kam auch auf ihre Kosten. Die Lage des "Restaurants" war ideal. Sie hatte seeehr guten Kaffe und auch sonst ganz gutes Essen zu etwas erhoehten Preisen.

Um Kosten zu sparen kauften wir uns am zweiten Tag etwas Brot und Auflage im Shop und gingen ins Dorf um Besorgungen anzustellen. Schliesslich mussten wir mit unserem Restgeld noch zurueckkommen. Bankautomaten gab es hier leider nicht. Auch an diesem Tag gab es nur drei Dinge zu erledigen: Sonnenbaden, Schwimmen und jede Menge Kniffeln! Der Rum aus dem Ort schmeckte uebrigens auch ganz gut!
Alles in Allem war dieser abschliessende Strandurlaub die Kroenung fuer eine wunderschoene Reise! Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sehen wir auf die letzten Wochen zurueck, da wir einerseits gern noch weiter reisen wuerden, uns andererseits aber auch riesig freuen euch wieder in unserer Naehe zu wissen!!!

Noch ein bisschen Strand zum Abschluss - 12./13.04.09

Tag 1:

Da wir noch keinen Bus gebucht hatten, sind wir frueh am Morgen zum Busbahnhof gefahren, um den erst besten Bus zu nehmen. Gluecklicherweise fuhr auch direkt einer vor, den wir nehmen konnten. Die Fahrt fuehrte uns durch den Nationalpark Canaima, vorbei an diversen Tepuis und Wasserfaellen. Die Strassen waren voller Venezuelaner, die ihren letzten freien Ostertag nutzten, um nochmal schnell in den Wasserfaellen zu baden und sich auf den Heimweg zu machen. Deren Jeeps und Busse waren meistens mit Kreide beschmiert. Der Neureiche muss ja zeigen woher er kommt und wo er Urlaub gemacht hat.
Nach einer geraumen Zeit durch die Gran Sabana fuhren wir dann in den Regenwald des Canaima Nationalparks hinein. Die Berge wurden groesser, der Bus keuchte die Strasse hinauf. Im Flachland angekommen wurde die Gegend bewohnter, die Kuehe am Strassenrand zahlreicher.

Die Essenspausen waren rar. Als wir dann doch endlich zum Mittag anhielten, assen wir nur Brot und Schokoriegel, da wir den Restaurantbesitzer falsch verstanden hatten. Als er uns von seinem Menue berichtete, verstanden wir...aehhh nichts!!! Der Akzent hier ist teilweise einfach so stark, dass man nicht einmal mehr Spanisch versteht.

Nachdem wir noch eine geraume Zeit mit droehnender Musik - man konnte sich kaum unterhalten, so stark waren die Boxen am Eingang des Busses aufgedreht - durch teilweise huegeliges Gebiet der Feucht- und Trockensavanne gefahren waren, erreichten wir gegen 18.00 Uhr Ciudad Guyana. Dort ueberlegten wir uns, ob wir noch schnell einen Ort weiter in Richtung Strand fahren sollten oder nicht. Das Angebot mit dem Taxi in zwei Stunden dorthin war verlockend und der Preis auch fair. Unser Fahrer legte noch eine kleine Essenspause fuer uns ein und brachte uns fuer 120.000 Bolivar (18 Euro) dann doch in vier Stunden zu einem sehr komfortabelen Hotel in Maturin. Es ging quer durch die Dunkelheit an zichfachen Oelraffinerien und endlosen Pinienplantagen vorbei. Hier kostet ein Liter Benzin uebrigens nur drei Cent, dank Chavez sind nun also die Taxifahrten guenstiger geworden.
Waehrend Sabrina sich gegen 22.00 Uhr sofort ins Bett begab, versuchten wir noch etwas Essbares zu ergattern, was sich als kleines Problem darstellte, da kein Restaurant mehr geoeffnet war. Wir klopften an einer Pizzeria und bekamen gluecklicher Weise noch einen Gute-Nacht-Snack.


Tag 2:

Am naechsten Morgen fuhren wir mit dem coolsten Taxi, dass jemals eine Strasse gesehen hatte, zum Busbahnhof - ein alter Amischlitten, der nur noch vom Rost zusammen gehalten wurde und dessen Geraeuschpegel mit einer alten Dampflok zu vergleichen war. Unser Fahrer passte perfekt zu seinem Gefaehrt - ein etwas korpulenterer, aelterer, sehr entspannter Mann mit sehr trockenem Humor. Goettlich!

Nach einem kleinen Fruehstueck am Busbahnhof gings im Bus weiter nach Carupano, dem ersten Ort mit Meerblick und karibischem Flair. Die Fahrt fuehrte durch etwas trockenere und bergige Savannenlandschaften. Von Carupano brachte uns ein weiterer Bus nach laengerer Suche nach Rio Caribe. Der Busfahrer mochte keine "Gringos" und behandelte uns nicht gerade zuvorkommend. Nach einigen Schreiattacken und Beinahe-Herzinfarkten zahlten wir faufgrund des Gepaecks fuer fuenf Personen. Nur deshalb erklaerte er sich bereit uns mitzunehmen - vielleicht aber auch einfach nur auf Grund der Mitnahmepflicht, die hier herrscht. Von Rio Caribe, dieser kleinen Stadt am Meer, sollte man unseren Informationen nach die schoensten Straende des Landes erreichen.

Der Strand fuer den wir uns entschieden, gab es noch gar nicht. Wir wollten gerne nach Pui Puy, dem angeblich schoensten Strand in Venezuela. Doch wie wir ihn erreichen sollten ,war unklar, zumal wir vorher noch gelesen hatten, dass es kaum Unterkuenfte gaebe. Als wir nach einem kleinen Fussmarsch dann endlich einen Pickup gefunden hatten, der in die Richtung fuhr, teilte uns der Fahrer mit, dass er nicht bis in den Ort fahren wuerde und wir entweder laufen, oder ein seeehr teures Taxi nehmen muessten. Ausserdem sollte es wie erwartet keinerlei Uebernachtungsmoeglichkeiten geben - Doof! - aber egal. Wir entschieden uns daraufhin an der Strassenkreuzung zu Medina gegen 17.00 Uhr auszusteigen, da es hier am Strand zumindest ein Hostel geben sollte.

Dreissig Minuten Fussmarsch standen im Lonely Planet und so wurde es uns auch gesagt. Dreissig Minuten...nichts fuer drei trainierte Wanderer. Also "I m walking" angestimmt und ab dafuer, in Flip-Flops und mit vollem Gepaeck natuerlich!

Diese halbe Stunde war aber leider keine halbe Stunde. Zeitangaben sind hier im Allgemeinen seeeehr variabel. Aber mit dieser Strecke hatten wir nicht gerechnet. Als wir nach einer Stunde immernoch nicht angekommen waren, zogen wir es in Erwaegung uns von einem vorbei fahrenden Auto mitnehmen zu lassen. Doch der Preis wurde einfach nicht niedriger. Also liefen wir weiter.

Nach einiger Zeit - etwa 1 1/2 Stunden und sechs Kilometern spaeter - erreichten wir eine Posada hinter dem Ort Medina, dessen Besitzer uns auf dem Weg aber schon so auf die Nerven gegangen war, dass wir uns entschieden weiter zu laufen. Zudem lag diese Posada nicht am Strand. Dieser war naemlich nochmals zwei Kilometer vom Ort Medina entfernt. Nach einer Wanderung bergab erreichten wir endlich den Strand. Muede und platt mussten wir mittlerweile in der Dunkelheit gegen 19.00 Uhr feststellen, dass sich hier nur eine sehr teure Privatanlage befand, die wir uns nicht leisten konnten. Sabrina konnte den Besitzer zwar ueberreden, dass wir zumindest unsere Haengematten an den Palmen aufhaengen duerften, um morgens dann schnell wieder zu verschwinden. Doch dann haetten wir den ersehnten Strand morgen Frueh immer noch nicht erreicht.

Wir entschieden uns daher weiter nach Pui Puy zu laufen, da wir erffahren hatten, dass es hier zuminbdest einen Camping Platz geben sollte. Mitten in der Nacht - gegen 20.00 Uhr machten wir uns also auf durch den Wald. Nochmals acht Kilometer sollten vor uns liegen. Wir kannten den Weg nicht und ausser unseren Taschenlampen konnten wir auch nichts sehen. wir passierten nach kurzer Zeit jedoch kleine Orte, in denen uns nette Menschen den Weg wiesen. Andere waren weniger nett und beschimpften uns als "Gringos". Unheimlich wurde es, als ein junger Mann hinter uns aus der Dunkelheit mitten im Wald mit seinem Fahrrad erschien. Sabrina war kurz davor Simon auf dem Arm zu springen, da sie sich so erschrak.

Nach einer kurzen Staerkungspause in einer Kneipe bei einem kuehlen Bier machten wir uns dann Gedanken, ob es eine gute Idee sei, weiter zu laufen, da es uns immer gefaehrlicher erschien. Wir wurden oefters gewarnt, aufgehalten aber nicht. Daher gings auch weiter. Wir mussten heute noch den Strand erreichen. Nach einer Weile erreichten wir dann Pui Puy-Dorf, in dem uns dann eine nette Frau empfahl im Dunkeln nicht weiter zu gehen und uns doch lieber fahren zu lassen. Als das Auto dann aber nicht ansprang, boten die Einheimischen uns an in ihrer kleinen Huette zu schlafen. Das kam uns gerade recht. Wir waren am Ende unserer Kraefte und wir wollten auch kein Risiko eingehen. Schliesslich koennten wir die letzten zwei Kilometer auch morgen Frueh zuruecklegen.

Nach 14 Kilometern und fuenf Stunden wartete dann eine harte und kurze Nacht auf uns. Es gab ein Bett und zwei Bodenplaetze, keine sanitaeren Anlagen. Doch wir konnten uns nicht beklagen.

Roraima - 07.-11.04.09

Tag 1:

Gegen 7.00 Uhr ging es mit einem Jeep, drei Traegern und einem 21jaehrigen Guide namens Puri - Gruss an die Stechfliegen - in Richtung Norden. Nach einem kleinen Zwischenstop an einer Baeckerei erreichten wir nach einer Stunde Fahrt ueber die asphaltierte Nationalstrasse das Dorf San Francisco. Von hier fuehrte eine Schotterpiste eine weitere knappe Stunde durch huegeliges Grasland nach Paratepui.
Nachdem wir unsere Trinkflachen aufgefuellt hatten, ging es los. Die ersten elf Kilometer an den Fluss River Tek waren nicht unbedingt sehr anspruchsvoll. Es war huegelig und angenehm warm. Zwischendurch machten wir kleine Pausen an bewaldeten Fluessen. Dennoch mussten wir immer mal wieder auf David warten - nicht auf den Franzosen, sondern auf den Englaender, der gerstern Abend noch zu uns zugestossen ist. Er wollte die 35 Euro fuer einen Traeger sparen und trug 20 Kilo mit sich, u.a. sein Essen.
Vom River Tek, wo es Thunfischsalat und Sandwiches gab, liefen wir ca. sechs Kilometer weiter um Military Camp. Zum Base Camp schafften wir es leider nicht mehr. Zu gross waren die Distanzen, die wir anstatt an drei Tagen an zweien liefen. Das zweite Teilstueck nach zwei Flussdruchquerungen, an denen Joe die anderen beiden Stadtmusikanten an einem Seil mit ins Wasser riss - einer von ihnen ging aufgrund seiner Groesse ganz unter - war dann steiler und daher auch anstrengender. Dennoch erreichten wir gegen 18.00 Uhr waehrend der Daemmerung das Military Camp. Nach einer leckeren Pasta gingen wir erschoepft ins Bett.

Tag 2:

Eigentlich wollten wir gegen 7.30 aufbrechen. Im Endeffekt liefen wir gegen 9.00 Uhr los. Unsere Traeger - mittlerweile nur noch zwei - und der Fuehrer nahmen dies nicht so genau. Bis zum Base Camp dauerte es noch gute zwei Stunden, bis dann der Aufstieg auf den Tepui Roraima begann. Insgesamt waren es noch einmal ca. sechs Kilometer bis zum Gipfel.

Es ging bis zu 60 Grad steile Haenge hinauf, dann durch Nebelwaelder ueber Stock und Stein laengs der Steilwand hinauf. Bisher hatten wir ihn nur ansatzweise durch die Wolken sehen koennen. Doch als diese 500 Meter hohe Wand gerade einmal zehn Meter von uns entfernt war, lichteten sich die Wolken. Es war gigantisch.

Kleine Pause gefaellig!

Und weiter gehts...

Nach weiteren zwei Stunden und einer kleineren Zwischenmahlzeit erreichten wir den letzten Anstieg, steiler denn je und quer durch den Spruehregen zweier Wasserfaelle. Nach 45 Minuten erreichten wir dann gegen 15.30 Uhr das Plateau, des hoechsten Tepuis dieser Hemisphaere. Hier herrschte eines ganz andere Welt. Ueber Jahrmillionen - diese Gebirge sind um ein vielfaches aelter als die Anden oder der Himalaya - haben sich hier endemische Pflanzen- und Tierwelten entwickelt, u.a. ein Frosch, der so gross ist wie der Nagel eines kleinen Zehs.

Das letzte Teilstueck!

Unser Guide beschaeftigte sich unterdessen mit den Zurueckgebliebenen. Als dann nach einer weiteren Stunde alle angekommen waren, herrschte erst einmal grosses Chaos. Aufgrund der Osterfeiertage waren sehr viele Venezuelaner auf dem Berg, trotz Begrenzung von 60 Personen pro Tag, die den Aufstieg in Angriff nehmen duerfen. Daher waren alle "Hotels" belegt. Nirgendwo war es windstill und geschuetzt vor Wasser. Daher mussten wir noch eine weitere Stunde ueber den kargen Tepui laufen, um einen Schlafplatz zu finden. Die Hoehle, in der wir uebernachten sollten, war allerdings auch besetzt, weshalb wir uns auf eine freie Flaeche niederliessen. Doch so schnell, wie dies hier beschrieben wird, verlief es nicht wirklich.

Einer unserer Traeger, der heute morgen die Zelte abgebaut hatte, hatte uns noch nicht eingeholt. Und wer die Zelte abbaut, hat sie meistens auch bei sich. Daher konnte wir leider keine Zelte aufbauen. Wir mussten bis 21.00 Uhr sage und schreibe drei Stunden in feuchter Kleidung bei Eiseskaelte in der Hoehle Unterschlupf suchen. Auch das Essen war nicht auffindbar. Es gab eine kleine Suppe, den Reis dann spaeter, als der besagte Traeger auftauchte.

Und die Nacht war ausserdem die Hoelle. Wir froren, zitterten und wussten gar nicht was wir dagegen tun sollten. Es war einfach unertraeglich. Eine Hoffnung blieb: morgen einen trockenen und windgeschuetzten Unterschlupf an einer Steilwand in einem dieser Hotels zu finden.

Tag 3:

Sabrina und Joe machten, waehrend die Anderen weitere 16 Kilometer hin und zurueck zum Triple Point - so wird hier das Dreilaendereck zwischen Guyana, Brasilien und Venezuela genannt - abrissen, einen etwas gemuetlicheren Tag. Wir sollten uns nur acht Kilometer im Umkreis unseres neuen Hotels bewegen, in das wir heute Morgen umgezogen waren und welches gleich neben dem gestrigen Zeltplatz lag.

Es ging zunaechst an die Nord- und Westwand, die von straken Nebelfaeldern eingeschlossen waren. An wunderschoene Wasserlauefen und Kristallfeldern vorbei ging es dann zur Ostwand, die Wand, an der wir hochgestiegen waren. Hier auf dem hoechsten Punkt des Roraima auf etwa 2800 Metern zogen die Wolken davon. Wir hatten eine ungalubliche Sicht auf den Nachbartepui mit dem 600 Meter hohen und viertgroessten Wasserfall der Welt und natuerlich auf die maechte Gran Sabana.

Endemisches und karges Tepuihochland

Sabrina am Abhang...

...und Joe auch!



Gegen 16.00 Uhr waren wir dann wieder zurueck. Wir hatten noch genuegend Zeit, um erneut an die Steilwand zu laufen. Sie war gerade einmal 100 Meter von unserem "Hotel" entfernt. Hier war es auch, wo wir einen wunderschoenen Sonneruntergang erlebten. Der mittlerweile zurueckgekehrte Simon war dermassen erschoepft, dass selbst dies kein Grund war, sich aus dem Zelt zu bewegen.

Nachbartepui vom Roraima

Geschuetzt von der Felswand konnte sich Simon aber gut erholen, waehrend die Anderen zu Abend assen und den wunderschoenen Vollmond und die schnell vorbeiziehenden Wolken bestaunten, die minuetlich den ganzen Tag ueber fuer Wetterumschwuenge sorgten. Dennoch hatten wir zu viel Glueck, erzaehlten uns noch gestern vorbeikommende Deutsche, dass sie kein einziges Mal in die Gran Sabana hinabschauen konnten.
Tag 4:
Mit Blasen an den Fuessen und Muskelkater sollte heute Morgen um 8.00 Uhr der Abstieg beginnen. Nachdem wir die Felswand erreicht hatten, ging es srtreil bergab ins Base Camp. Waehrend sich unser Guide nach dem ersten teilweise gefaehrlichen Teilstueck um die Langsameren kuemmerte, liefen wir voraus. Joe wollte die zwei Stunden Abstiegszeit der Traeger unterbieten und erreichte wie das Plateau gegen 11.00 Uhr einsam und allein das Base Camp. Nach einer Puase und einer Staerkung, liefen wir dann weitere vier Stunden zum River Tek, den wir gegen 16.00 Uhr erreichten.
Der Abmarsch
Fast geschafft...
River Tek
Auch die Flussdurchquerungen waren diesmal etwas trockener, da der Wasserstand nicht so hoch war und ausserdem keiner Joe folgen wollte. Doch auch er blieb trocken. Im Zeltlager angekommen waren wir dermassen erschoepft. Unsere Beine schmerzten. Doch wir hatten es geschafft. Nach vier Tagen konnten wir uns das erste Mal wieder im Fluss waschen. Es war eine Wohltat. Mittlerweile waren wir zu Fruehschlaefern mutiert. Nach dem Abendessen ging es wie auch die anderen Tage schon gegen 21.00 Uhr in die Koje.

Tag 5:
Den Rueckmarsch durchs huegelige Land der Gran Sabana absolvierten wir alleine. Es gab keine Gefahren mehr. Wir benoetigten fuer die elf Kilometer knappe drei Stunden und erreichten um 11.00 Uhr Paratepui. Die Anderen liessen natuerlich wieder einmal auf sich warten, eine geschlagene Stunde. Nach einer kurzen Zwischenmahlzeit ging es mit dem Jeep zurueck in Richtung Santa Elena.
Die beiden Tepuis aus der Ferne - rechts der Roraima...alles Erlaufen!!!
Auf dem Weg dort hin hielten wir noch an einem wunderschoenen Wasserfall. Doch die Osterfeiertage sorgten fuer venezuelanische Massen. Man kam sich wie in einem riesigen Vergnuegungspark vor. In Santa Elena hielten wir dann am Busbahnhof, um die Tickets fuer den morgigen Tag zu buchen. Doch auch hier das gleiche Problem: Erst einmal war heute Samstag - nicht jeder arbeitet. Zudem wollte jeder Urlauber am Sonntag zurueck in den Norden fahren, weshalb fast alle Busgesellschaften ausgebucht waren.
Also ging es erst einmal zurueck zur Agency. Doch auch hier konnte uns nicht geholfen werden. Nachdem wir ins Hotel eingechekt hatten, fuhren wir mit Elodie, der Franzoesin zum Busbahnof. Jeder erzaehlte uns, dass die Busse ausgebucht seinen. Es fand sich dann doch noch einer...am heutigen Abend. Waehrend Simon und Sabrina demgegnueber nicht abgeneigt waren und zweifelten, ob wir morgen ueberhaupt einen Bus bekommen wuerden, war fuer Joe die Sache klar: Er bestand auf ein Bett und freute sich auf die morgige Busfahrt.
Dies war also der erste Trennungsgrund. Treffpunkt sollte dann Uebermorgen am Strand sein. Doch als Sabrina und Simon am Schalter fuer den Nachtbus angelangt waren, schloss er: Ausgebucht!!!
Dementsprechend mussten wir versuchen morgen einen Bus zu bekommen. Dies war auch nicht das eigentliche Problem. Fuer 130.000 Bolivar (20 Euro) haetten wir auf jeden Fall einen Bus bekommen. Doch dies war uns zu teuer. Die Busgesellschaften verkauften naemlich nur Tickets nach Caracas, weil sie sich sicher waren, der Bus wuerde gefuellt. Also entschlossen wir uns das Risiko einzugehen, guenstigere Tickets morgen Frueh zu kaufen. Das hiess allerdings auch: 6.00 - Busbahnhof.
Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort mit den aufgemozten Corsas, zwei Hot Dogs am Strassenrand und einem Bierchen beim Deutschen um die Ecke, ging es dann einmal mehr todmuede ins Bettchen.

Endstation Venezuela - 06.04.09

Gleich um 9.00 Uhr nahmen wir den Bus nach Santa Elena de Uairen. Dieser Ort lag drei Stunden hinter Boa Vista kurz hinter der venezuelanischen Grenze. Nachdem wir die ersten Kilometer abgerissen hatten, bemerkten wir, dass wir uns in einer voellig anderen Landschaft befanden. Wir fuhren naemlich durch die Auslaeufer der Gran Sabana, wofuer Venezuela u.a. bekannt ist. Hier waechst eigentlich nur Gras und in Senken und an Flusslaeufen einige Baeume.

Bis nach Venezuela wurde die Gegend bergig...wir ahnten schon, was die naechsten Tage auf uns zukommen sollte. An der Grenze wechselten wir noch die letzten Reals. In Venezuela herrschte ein wenig Chaos mit den Wechselkursen. Der offizielle Eurokurs stand bei 3,2. Wir bekamen ihn hier fuer 5,5. So sollte es im ganzen Land sein.

In Santa Elena versuchten wir zu allererst mit zwei Franzosen aus franzoesisch Guyana - Elodie und David - eine Tour fuer die naechsten fuenf Tage auf den Roraima zu organisieren. Nach guten zwei Stunden hatten wir dann nach langem Handeln fuer 190 Euro/1250 Bolivar (nach offiziellem Umtauschkurs 500 Euro) eine Fuenftagestour gebucht. Eigentlich dauern alle anderen Touren sechs Tage. Doch wir hatten keine Zeit. Daher sollte es ein wenig zuegiger den Berg hoch gehen.

Den uebrigen Tag verbrachten wir damit, Dinge fuer die Tour zu besorgen und an einem Briefing von unserem Tourveranstalter "Mystic Tours" teilzunehmen. Sabrina lag platt im Bett, war dann am naechsten Morgen aber wieder fit.

Saturday, April 4, 2009

Zur Abwechselung eine Busfahrt...nach Boa Vista - 05.04.09

Gegen 8.00 Uhr nahmen wir uns einen Kleinbus, der uns zum Busbahnhof in den Norden der Stadt brachte. Die folgede Busfahrt dauerte gute 12 Stunden. Sie fuehrte schnell durch die Vororte von Manaus in die huegeligen Regenwaelder. Es waren Naherholungsgebiete fuer die Staedter. Ueberall waren kleine Seen angelegt, an denen sich die Brasilianer sonnten.
Nachdem wir dann gute zwei Stunden quer durch unberuehrten Wald eines Indiostammes gefahren waren, sahen wir das, wofuer Mc Donald´s verantwortlich ist: Viehweiden am Strassenrand mitten im Regenwald. Sie wurden mit der Zeit groesser. Auch die Siedlungen wurden haeufiger. Kurz hinter der einzigen Strassenkreuzung auf 900 Kilometern tauchten wir ein in einen wunderschoenen Sonneuntergang.

Die letzten Stunden schlugen wir auch noch tot, zumal wir oefters hielten und immer mal wieder eine Empanada verschlingen konnten. Boa Vista erreichten wir gegen 21.00 Uhr. Wir fanden schnell eine einfache aber guenstige Pousada in Terminalnaehe. Nach einem Bierchen gings auch schnell ins Bett. Morgen stand schon die naechste Busfahrt bevor. Zudem wollten wir gleich Nachmittags die Tour auf den Roraima buchen.

Weiter den Amazonas hinab in Richtung Manaus - 01.-04.04.09

Tag 1:

Heute frueh musste Joe erst einmal die ganze Belegschaft wecken. Vor allem unser anderer Joe - der Guide - hatte viel zu tief ins Glas geschaut. Dennoch fuhren wir nach einem kleinen Snack zurueck nach Tabatinga. Es ging von der Lodge ueber brasilianische Gewaesser und Kanele zurueck zum Amzonas, den wir hinauf fuhren. Es waren unglaubliche Voegelschwaerme und erneut unzaehlige Delphine zu sehen.

Nach drei Stunden erreichten wir gegen 11.00 Uhr den Anleger. Wir machten noch einige Besorgungen, bevor wir zurueck aufs Schiff wollten. Doch unser Guide schrie uns ploetzlich hinterher. Er musste uns natuerlich noch ein Bier in einer Bar ausgeben. An Bord unseres Schiffes setzte er sich dann auch erst einmal an Deck - zum Bier trinken natuerlich.

Mit zwei Stunden Verspaetung machte sich unser Schiff auf den Weg die 1100 Kilometer nach Manaus zu bewaeltigen. Wir machten erst einmal eine kleine Siesta, zumal es auch anfing zu regnen. Mehr als Wald und ein, zwei Orte waren ausserdem nicht in Sichtweise. Am fruehen Abend assen wir dann in der bordeigenen Kantine zu Abend. Nach einem kurzen Deckaufenthalt gingen wir auch recht zeitig ins Bett. Der gestrige Abend hing uns noch in den Knochen.


Tag 2:

Der heutige Morgen begann damit, dass wir das Fruehstueck verpassten. Doch wer steht schon um 6.00 Uhr auf so einer Bootsfahrt auf, bei der man allgemein nicht viel zu tun hat.?Da schlaeft man doch lieber aus.

Nachdem wir uns so ganz langsam aus unseren Gemaechern erhoben hatten, gab es Mittag. Hier musste man sich vor einem kleinen Raum anstellen, in den etwa 20 Personen hinein passten. Nachdem fertig gegessen war, kam der naechste Schub an die Reihe. Man fuehlte sich leicht bedraengt. Doch gab es wenigstens kein Pollo mehr. Die Brasilianer sind nun einmal eine Fleischnation. Dennoch war es die ganze Fahrt ueber eintoenig: Nudeln, Reis, Bohnen und Fleisch...dennoch wenigstens eine Abwechselung zum peruanischen Essen.

Am fruehen Nachmittag goennten wir uns ersteinmal an Deck ein Bierchen. Der Wald schien endlos. Ein paar Male hielten wir heute an kleineren Orten, die allesamt ein Strassenentz hatten. Doch kurz dahinter erstreckte sich wieder der endlose Wald am mittlerweile gerader und breiter werden Fluss.

In einem Nebenarm des Amazonas

Und was macht man nach zwei Bierchen am fruehen Nachmittag? - Natuerlich eine Siesta bei gemuetlicher Musik. Nach dem Abendessen und dem Sonnenuntergang liessen wir es uns dann noch bei leckerem Caipirina, den wir uns in einem kleinen Ort erstanden hatten gut gehen.

Grandiose Sonnenuntergaenge in der endlosen Weite


Tag 3:

Der Tag begann wie jeder andere. Wir standen erst einmal ganz langsam auf, bevor wir uns gegen 10.30 beim Mittagessen anstellten. Am Nachmittag spielten wir dann nach einer laengeren Siesta Kniffel. Ihr habt richtig gehoert: Der Klassiker ist wieder ausgepackt. Dies fuehrten wir bis abends fort, goennten uns nach dem Abendessen noch ein Bier und schauten den Brasilianern beim Feiern zu. Es war der letzte Abend und daher ein triftiger Grund fuer dieses Voelkchen zu feiern.

Der Amazonas wurde natuerlich breiter und breiter. Dennoch fuhren wir stets durch enger Seitenarme, die von Inseln mit dem Hauptarm abgeschnitten waren. Bis auf eine groessere Stadt mit einer ansaessigen Oelgesellschaft und kleineren Abschnitten, die von Bauern am Rande des Flusses bevoelkert waren, fuhren wir an endlosen unberuehrten Waeldern vorbei. Abends wurden wir dann noch von einem grandiosen Sonneuntergang verwoehnt.

Die uebrigen drei Stadtmusikanten am baldigen Ende ihres grossen Traumes!


Feierlaune an Deck


Ein sagenhafter Sonneuntergang ueber dem Amazonas!


Grandios...


Tag 4:

Gleich nachdem wir aufgestanden sind, erreichten wir gegen 8.00 Uhr morgens Manaus. Seltsamerweise benoetigten wir nur knappe drei Tage fuer diese endlose Strecke. Doch da der Amazonas moentan so viel Hochwasser fuehrt und die Schiffe flussabwaerts immer mittig des Flusses fahren, war die Fahrzeit deutlich kuerzer als in der Trockenzeit.

Zuerst suchten wir uns mit den beiden Englaendern und einem Kanadier, die wir die letzten Tage kennengelernt hatten, ein Hostel. Dies dauerte geschlagene zwei Stunden. Doch irgendwann bog Simon mit dem Kanadier um die Ecke und verkuendete eine frohe Botschaft: Ein Zwei-Sterne-Hotel fuer zehn Euro pro Kopf.

Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns erst einmal auf den Weg zur Launderia, Waesche abgeben, bevor wir ins Internet gingen. Als wir dann auch noch die Bustickets fuer die morgige Fahrt nach Boa Vista zehn Kilometer ausserhalb besorgt hatten, konnte uns gar nichts mehr passieren. Wir schauten uns noch schnell die Oper an und liefen durch die schmalen, mit Menschen ueberfuellten Gassen des Centro am Hafen. Besonders schoen war diese Stadt nicht. Es besteht einfach ein gewisser Mythos aus der Kautschukzeit, der dieser Stadt einen gewissen Reiz verleiht.

Nach einer kleinen Mahlzeit im Park - es gab natuerlich Empanadas - ruhten wir uns ein bisschen aus, tauschten Geld und schrieben Blog...all das, was man an so einem Tag erledigen kann und muss. Abends ging es recht frueh ins Bett. Wir hatten morgen einmal mehr eine lange Busfahrt vor uns.

Im tiefsten Regenwald - 30.-31.03.09

Tag 1:

Joe, unser Reisebelgeiter, der auch schon Touren fuer National Geographic zu verlassenen Indianerstaemmen begleitet hatte, holte uns gegen 8.00 Uhr mit einem Peque Peque ab. So nennt man hier die Holzboote. Zuerst ging es nach Kolumbien auf den Markt. Wir kauften alle moeglichen Dinge ein. Zudem gab es die ersten Biere in einem kleinen Laden, wo wir uns zwischen den Besorgungen ausruhen konnten. Unser kolumbianischer Begleiter war ein leichter Alkoholiker.

Unser Joe fuhr waehrenddessen nach Peru. Hier war der Sprit guenstiger, weshalb wir schwimmenden Tankstellen auf der anderen Seite des Flussen boomten. Gegen 10.00 Uhr fuhren wir dann endlich los. Es ging zurueck in Richtung Westen. Nach einer Stunde Fahrt auf dem Amazonas den Strom hinauf, hielten wir auf der kolumbianischen Seite.

Hier liefen wir durch ein tropisches Anbaugebiet mit allerlei Fruechten, ehe wir mit einem Einbaum durch den ueberfluteten Wald paddelten. Der Wasser stand zeitweise ueber sieben Meter hoch und setzte den Wald unter Wasser. In der Trockenzeit war er natuerlich begehbar. Auf der einstuendigen Fahrt kroch so einiges ins Boot. Gluecklicherweise blieben wir trocken. So manch einer sprang da schon einmal auf, als riesige Spinnen ins Boot fielen. Die Muecken verschonten uns uebrigens auch nicht. Nach dem Mittagessen in einer Lodge, bei dem uns zahme Aras und Affen das Leben schwer machten - sie hatten einfach zu viel Hunger - fuhren wir weiter den Fluss hinauf.

Diese Viehcher assen einfach alles...

Nach weiteren zwei Stunden auf der peruanischen Seite des Flusses ging es zureuck nach Kolumbien. Wir fuhren an Amazonasinseln vorbei und tauchten ab in enge Kanele, die mitten durch das Unterholz des ueberfluteten Waldes fuehrten.

Ein Traum...


Und noch einer;-)

Irgendwann tauchte wie aus dem nichts ein Steg auf. Wir besuchten hier einen Indianerstamm, der natuerlich schon zivilisiert war. Er lebte nur von Jagen und Fischen, so dass die ganzen Huetten, die an einem Weg standen, direkt im Wald lagen.

Durch andere schmale Kanaele fuhren wir weiter zu einer weiteren Communidad. Diese war groesser und betrieb auch landwirtschaftlichen Anbau. Hier uebernachteten wir nach einem kleinen Bad im dorfeigenen Swimming Pool - der Amazonas stand so hoch wie lange nicht mehr, folgedessen war das Wasser nicht weit - bei einem Freund von unserem Begleiter in einem Holzhaus.

Zum Abendsessen gab es Fisch und ein gerade gefangenes Tier aus dem Regenwald. Es aehnelte einem Nager in der Groesse einer groesseren Katze. Aber lecker war es.


Tag 2:

Gegen 9.00 Uhr liefen wir mit einem Einheimischen durch die naehere Umgebung. Zuerst ging es durch die mit Tropenfruechten und weiteren Nutzpflanzen bewachsenen Nutzwalder, ehe wir in den Primaerwald des Flachlandes eintauchten. Hier ueberquerten wir mehrere Baeche ueber wackelige und rutschige Baumstaemme, ehe es zurueck ins Dirf ging. Unser Guide hatte so viel Wissen angehaeuft, dass wir an jeder zweiten Pflanze stehen blieben und ihren Nutzen erfuhren. Auch grub er Taranteln aus Erdloechern haraus und kletterte auf 15 Meter hohe Baeume, um uns Freuchte zu zeigen.

Vier Touris auf Erkundungstour!

Nach knappen vier Stunden und einer Mahlzeit, fuhren wir weiter mit dem Peque Peque. Es ging aus den Kanaelen hinaus auf die perunanische Seite. Wir fuhren nun zurueck in Richtung Leticia. Nachdem wir noch den Hausjaguar einer Familie streicheln durften und unzaehlige Flussdelphine gesehen hatten, tauchten wir wieder ein in die Zufluesse des Amazonas.

Einfach nur furchtlos!

Hier war das Wasser im Gegensatz zu dem des Amazonas schwarz. Da es zwei verschiedene Wasserarten hier im Amazonas gibt, leben hier auch unterschiedliche Tier, was wir spaeter noch erfahren sollten.

Die Kanaele wurden immer enger, der ueberflutete Wald immer hoeher. Nun waren wir mitten drin. Nach einer Navigationsleistung unseres Guides an unseren Bootsfuehrer erreichten wir wieder groessere Flussarme.

Der andere Joe in Action...


...und der Bootsfahrer gehorcht blind!

Hier lag auch unserer schwimmendes Hotel. Doch viel Zeit uns auszuruhen hatten wir nicht. Wir fuhren gleich weiter auf einen nahegelegenen Zufluss, wo wir Piranhas fischten und mit ihnen kurze Zeit spaeter waehrend des Sonnenuntergangs badeten.

Abends fuhren wir nach dem Abendmahl nochmals auf einen See, wo wir einen kleinen Kaiman an Land zogen. Unglaublich ist es, was die einheimischen alles im Wald oder am Ufer sehen. Die leuchtenden Augen waren einfach zu klein fuer ein europaeisches Auge. Nach diesem doch durchaus anstrengendem Tag tranken wir dann noch ein paar Bierchen - die einen mehr, die anderen weniger - ehe wir in unsere Haengematten fielen.

Das Dreilaendereck - 29.03.09

Joe war immer noch ein wenig mitgenommen, als wir gegen 11.00 Uhr Vormittags Santa Rosa erreichten. Dies war die Grenzstadt Perus, die auf einer Amazonasinsel lag. Auf der anderen FLusseite befanden sich sowohl Leticia (Kolumbien) als auch Tabatinga (Brasilien). Weil wir uns hier in einer visafreien Zone befanden, mussten wir uns nur um den peruanischen Ausreisestempel kuemmern, ehe wir mit einem kleinen Taxiboot nach Brasilien fuhren. Tabatinga hatte im Gegensatz zum peruanischen Grenzort, der aus einem Weg und ein paar Haeusern bestand, ein ausgebautes Strassenentz.

Zuerst kuemmerten wir uns um das Schiff nach Manaus. Es sollte Mittwoch fahren. Gluecklicherweise konnten wir schon in unsere Kabine. Natuerlich gab es auch hier wieder nur eine Zweibettkabine. Ein dritter von uns musste in die Haengematte. Doch die sanitaeren Anlagen und auch das Sonnedeck mit einem Kiosk, waren schon gehobener Standard.

Nun hatten wir geneugend Zeit hier in dieser Grenzregion den Regenwald zu erkunden. Daher fuhren wir mit Gesa, einer Deutschen, die wir auf dem Boot getroffen hatten, nach Leticia. Hier in Kolumbien sollte es die besten Angebote geben. Doch da Sonntag war, hatte nichts offen, geschweige denn eine Wechselstube. Das Problem bestand einfach darin, dass wir peruanische Soles hatten, jedoch kolumbianische Pesos und brasilianische Reals brauchten. Irgendwie geht aber immer alles.

Nachdem wir uns nach einem kleinen Mittagessen schon wieder auf dem Rueckweg machen wollten, sprach uns Joe - ein anderer Joe natuerlich - an. Er bot uns an, fuer 35 Dollar pro Tag und Kopf in den Regenwald zu fahren. Wir waren sofort dabei.

Mit ihm fuhren wir zur brasilianischen Einreisestelle und wechselten Geld. Nach einem kleinen Mahl gingen wir dann getrennte Wege. Wir liefen zurueck zum Schiff. Joe war immer noch nicht top fit. Daher ging es heute ein wenig frueher ins Bett.

Friday, March 27, 2009

Auf dem Weg nach Kolumbien - 28.03.09

Heute morgen erfuhren wir, dass diese Bootsfahrt nur knapp zwei Tage dauern wuerde. Das hiess auch, dass wir nur zwei Naechte an Bord verbringen mussten. Nach dem leckeren Fruehstueck - es gab trockenes Brot mit einer suessen Griessfluessigkeit - hielten wir erst einmal in einem kleinen Ort an einem Nebenarm des Amazonas. Als wir dann nach einer kleinen Siesta wieder aufstanden, hatten wir uns gerade einmal 100 Meter bewegt. Anstatt weiter gen Osten zu fahren, bemalte das Bordpersonal die Aufschrift unseres Bootes an Deck - Manuel, so hiess unser Schiff.

Nichts desto trotz fuhren wir nach geschlagenen zwei Stunden weiter. Die Fahrt fuehrte ueber den immer breiter werdenden Amazonas, dessen Ufer waehrend des Tagesverlaufs schon sehr stark besiedelt waren - alle paar hundert Meter eine kleine Huette mit ein zwei Feldern am Flussufer.

Am spaeteren Nachmittag - aufgrund eines starken Regenschauersm mussten wir erneut eine Siesat machen - fuhren wir dann wieder durch engere Flussarme des Amazonas. Nun war der Fluss bereits so breit, dass groessere Inseln die Flussabschnitte unterteilten. Fuer uns war es gut, hatten wir dadurch eine bessere Sicht auf das nahe liegende Ufer.

Die zweite Nacht wollte Joe eigentlich in der Haengematte verbringen, nachdem Simon die erste wohlauf ueberstanden hatte. Doch nach zwei Stunden wurde er mit Magenkraempfen aus dem Schlaf gerissen, so dass Simon sich ein weiteres Mal bereit erklaerte, das Bett einzutauschen. Ob es nun an dem ganzen Reis mit Pollo lag oder aber an den ¨Anstrengungen¨ der letzten Tage, dies blieb dahingestellt.

Ankunft in Iquitos - 27.03.09

Obwohl uns gestern schon mitgeteilt wurde, dass wir shon gegen 4.00 Uhr morgens ankommen sollte, machten wir erst um 6.00 Uhr fest. Das lag vermutlich daran, dass wir kurz vor dem Hafen noch eine Sandbank rammten und uns ein paar Male im Kreis drehen mussten.

In Iquitos war dann erst einmal grossen Chaos. Die Schlepper warteten schon vor unser Zimmertuer. Entweder sie wollten uns in die Stadt bringen oder aber Touren verkaufen. Das fuehrte dann auch dazu, dass jeder meinte, dass heute kein Schiff nach Leticia abfahren wuerde. Uns wollte einfach keiner helfen.

Wir wollten aber unbedingt weiterfahren, da wir zwei Tage Karibikstrand zum Abschluss herausholen wollten. Um die Schlepper loszuwerden setzten wir uns bei dem Nachbarunternehmen von "Henry" in ein Lokal. Fruehstueck - Fehlanzeige. Dennoch wurden wir alle unliebsamen Begleiter los. Und solch einen Stress tut man sich schon um 6.30 Uhr an. Im Endeffekt lief Joe dann zum nahegelegenen Radiosender und erhielt die Information, dass heute Abend ein Schiff ins Dreilaendereck von Peru, Brasilien und Kolumbien fahren sollte.

Es sollte noch eine weitere Stunde dauern, bis der Kapitaen aufgetrieben wurde, der uns dann den Schluessel fuer ein Kajuete uebergab. Leider hatten wir diesmal auch nur zwei Betten. Das Boot hatte im Allgemeinen nicht die Groesse und Klasse des vorherigen. Es gab kein Bad und nicht genuegend Platz, um eine Haengematte aufzuspannen. Dies hiess also: Haengematte in ueberfuellten, stickigen, von Musik durchdrungenen und nach einigen Tagen nach Huehnerdung riechenden Saaelen aufspannen.

Nun ging es also los: Die erste "I almost died story" fuer Joe schien in greifbarer Ferne. Schliesslich ist man nicht gereist, wenn man nicht mindestens drei von diesen Geschichten gesammelt hat - und Joe hat noch keine Einzige.

Gegen 8.00 Uhr machten wir uns erst einmal auf den Weg in die Stadt. Nun hatten wir zwoelf Stunden Zeit, bis die naechste dreitaegige Bootsfahrt beginnen wuerde. Erst einmal gab es an der Uferprmenade ein American Breakfast. Das hatten wir uns nach dem ganzen Pollo verdient. Von einem Schlepper mitgezogen ging es dann eine Stunde mit dem Boot durch Belen. Dies ist ein Viertel, dass halbjaehrig komplett unter Wasser steht. Der Amazonas hat nun einmal Hoehenunterschiede von bis zu 15 Metern. Seltsam war, dass viele Haeuser in der Randzone dennoch aus Backsteinen gebaut waren. Es gab Schulen auf Pfaehlen, schwimmende Haeuser und auch Fussballplaetze, von denen man nur noch die Latten der Tore sah.

Wer findet die Kratzbuerste?

Um dieses Viertel herum befand sich in Ufernaehe ein riesiger Markt, auf dem es alles gab, was der Amazonas (-regenwald) so her gab: Kaimane, Schildkroeten, Affen, von denen wir einen sahen und alle moeglichen Fische von klein bis riesig. Natuerlich waren diese Tier alle tot und zum Verzerr freigeben. Auch gab es einen Markt mit Heilkraeutern des Regenwaldes. Sabrina deckte sich erst einmal mit einem Mueckenmittel ein. Es soll angeblich zur Vorsorge und Nachbehandlung gut sein...Urteil offen! Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, moegen diese kleinen Tierchen Sabrina ueberaus gerne.
Den uebrigen Tag verbrachten wir mit einem leckeren Mittagessen - Burger mit Pommes bzw. Spaghetti. Ist es nicht schoen, sich seine Mahlzeiten selber auszusuchen? Nach einem laengeren Internetaufenthalt - wir hatten einiges nachzuholen - fuhren wir zurueck zum Anleger.

Nachdem wir uns noch mit allen moeglichen Fressalien eingedeckt und ein Bierchen in der Kneipe am Wasser getrunken hatten, ging es aufs Schiff. Natuerlich wieder einmal verspaetet, fuhren wir gegen 21.00 Uhr los. Noch lange sahen wir auf dem Oberdeck die Lichter von Iquitos, bis wir dann in die dunkle Nacht eintauchten. Naechstes Ziel ist dann vermutlich in drei Tagen erreicht: Leticia, die kolumbianische Grenzstadt, von der wir erneut versuchen werden, die Anaconda und die Araschwaerme zu finden.

Pollo mit Reis oder Reis mit Pollo? - 26.03.09

Heute wurden wir besonders frueh geweckt. Es war halb sieben, als unser Smutje uns mit dem leckeren Duft von Reis und Huehnchen weckte. Hmmm lecker. Schon wieder - und das mitten in der Nacht. Aber was solls. Wenn man hunger hat, das geht irgendwann auch das. Und wir hatten uns schliesslich auf einfaches Essen eingestellt. Aber immer und immer wieder dieses "Pollo con arroz". Bis jetzt hatten wir morgens, mittags und abends nichts anderes bekommen. Bei den diversen Stops kamen allerdings "fliegende Haendler" aufs Boot, die uns mit Kuchen und Fruechten versorgten.

Nach dem Fruehstueck legten wir uns dann sofort wieder hin. Die Nacht war kurz und unruhig gewesen. Als wir dann spaeter aufstanden, legten wir in diversen kleinen Doerfern an, die wir mit Lebensmitteln, Elektrogeraeten und Wellblech versorgten, oder in denen einfach nur Menschen ein- und ausstiegen. Wir bafanden uns mittlerweile zwar im Nationalpark, aber die Indigenas durften hier trotzdem weiterhin wohnen und auch das Land bewirtschaften, dass sie zum Leben benoetigen.

Am spaeten Nachmittag kamen wir in einem groesseren Ort an, in dem wir waehrend unseres einstuendigen Aufenthalts an Land gingen, um wichtige Besorgungen zu machen. Wir suchten nach Rum, fanden aber lediglich Limonenlikoer. Was solls? Auch dieser wuerde spaeter seinen Zweck erfuellen: Uns frueh in den Schlaf befoerdern!

Kleiner Landgang

Ausserdem kauften wir jede Menge Kuchen und Fruechte, denn wir hatten keinen Appetit mehr auf Reis mit Huehnchen. Was dann allerdings geschah war wie ein Wunder. Der Reis sah aus wie Nudeln und er schmeckte auch so. Lecker! Zum Abendbrot gab es eine Leckere Suppe (mit Huehnchen. Klar!), Kuchen, Fruechte und unseren Likoer. Sabrina versuchte sich noch in der Erziehung des Nachbarjungen - doch ganz unter uns - ich denke eher vergebens, denn seine Mutter machte den ganzen Tag kaum etwas anderes, als den kleinen anzuschreien. Egel wann, egal warum und immer ohne Begruendung. Sowas kann sich eine angehende Lehrerin natuerlich nicht durchweg anhoeren!

Wir legten uns frueh ins Bett, da die Nacht erneut kurz werden sollte. Wir brachten in Erfahrung, dass wir bereits Nachts in Iquitos ankommen sollten.

Eine Bootsfahrt die ist lustig - 24./25.03.09

Tag 1:


Tuuuut. Tuuuut.

Die Bootshupe riss uns aus unseren Traeumen. Es war gerade einmal fuenf Uhr morgens und wir legten ab. Doch die Fahrt sollte zunaechst nicht allzulang dauern. Wir fuhren lediglich ein paar Meter Flussaufwaerts, um noch Kleinigkeiten aufzuladen. Fuer uns gings wieder ins Bett. Gegen acht sollte es dann wirklich losgehen.

Henry der 6.

Zunaechst wieder zureuck zum Ausgangspunkt der Reise, ging es weiter am Hafen mit den vielen Saegewerken und Holzlagern vorbei. Danach wurde der Fluss breiter und unsere Amazonasfahrt begann. An dieser Stelle heisst der Fluss noch Uccayali. Amazonas heisst dieser Fluss erst kurz vor Iquitos, nachdem sich ein weiterer hinzugesellt.

Holz soweit das Auge reicht!!!

Auf einem alten Dampfer den Amazonas zu bezwingen: das hat schon was von einem Abenteuer. Allein der Gedanke daran liess uns Monate lang auf diesen Moment hinfiebern. Nun sollte es endlich Realitaet werden.

Da lag er nun vor uns, beziehungsweise unter uns. Und er gab uns einen Vorgeschmack auf seine Ausmasse und seine Schoenheit. Es ist schon ein gewaltiger Fluss - und das bereits hier! Das Ufer war zunaechst eher sumpfig und schilfbewachsen. Spaeter am Tag wurde der Untergrund fester und der Regenwald zeigte sich auf beiden Seiten. Wunderschoen und idyllisch: Am Prallhang die Waldwand, die langsam von der Stroemung abgetragen wird, am Gleithang auf dem neu angeschwemmten Untergrund der Sumpf, das Schilf oder aber niedriger Waldwuchs. Zwischendruch kammen kleine Fluesse wie aus dem Nichts hinzu und kleinere Sumpfgebiete erstreckten sich nahe am Fluss. Anfangs nahmen wir an, der Kapitaen haette etwas zu tief ins Glas geschaut. Doch wir fuhren in Schlangenlinien oft sehr dicht ans Ufer des Prallhangs, da der Fluss erst hier tief genug ist. So hatten wir einen erstklassigen Ausblick auf die Pflanzenwelt.

Die Tiere waren leider etwas scheu. Somit sahen wir lediglich einige Vogelschwaerme. Die Anakonda, die Kaimane und die besonders von Joe sehnsuechtig erwarteten Araschwaerme liessen noch auf sich warten.


So verbrachten wir den ganzen Tag vor unserer Kabine, wo wir auch eine Haengematte aufgehaengt hatten, um dieses Flair auch perfekt geniessen zu koennen. Ab und zu kam dann wieder ein Holzfrachter vorbei. Als kurz vor Pucallpa drei von diesen Schiffen uns entgegen kamen, befuerchteten wir schon das Schlimmste. Doch mit der Zeit wurden sie weniger. Zudem erfuhren wir, dass es hier in Peru keinen Kahlschlag gibt. Die Staemme werden einzelnd aus dem Wald gezogen, in den kleinen Doerfern am Ufer zurecht in Planken geschnitten oder aber vollstaendig verladen.

Unsere Nachbarn waren recht nett und kinderreich. Etwas weiter hatte sich, der einzige Europaeer ausser uns, eingenisstet. Er war Franzose und ein sehr umgaenglicher Zeitgenosse. Von Zeit zu Zeit kamen ein paar aufdringliche Peruaner vorbei, die kurz mit uns plauderten oder einfach nur mit uns gesehen werden wollten.

Nach einem wunderschoenem Sonneuntergang gegen 18.00 Uhr - so frueh wird es hier nun einmal dunkel - leerten wir den uebrigen Pisco und gingen frueh zu Bett. Ich glaube es war 20.00 Uhr. Viel kann man hier an Bord nach dem Sonnenuntergang nicht mehr erleben. Ausserdem waren wir allesamt nach der ersten recht wachen Nacht erschlagen.


Gegen 22.00 Uhr gingen wir allerdings noch einmal vor die Tuer. Wir erreichten einen kleinen Ort, wo sogar Tuk Tuks fuhren. Hier deckten wir uns noch einmal mit Kuchen und Fleisch mit Manjok ein. Es klingt ein wenig verwirrend. Aber nach den Mahlzeiten heute, die spaeter nochmals naeher erklaert werden, war es eine Wohltat.


Tag 2:

Heute regnete es durchgaengig und wir verbrachten die meiste Zeit in der Kajuete. Es war zunaechst zwar faszinierend zu erleben und auch ein Erlebnis auf dem Schiffsdeck im Regen zu stehen, wurde jedoch schnell auch unangenehm und kalt. In unserer Kabine war es warm und wir schliefen und chillten den ganzen Tag. Wie sagte der Franzose so schoen: Erst eine Siesta und dann ins Bett.

Stroemender Regen und Eiseskaelte...

Zu beobachten war allerdings, dass die Doerfer am Flussufer zahlreicher wurden. Sie waren klein und mit Strohdaechern bedeckt. Man fragte sich haeufig, von was diese Menschen leben. Sie lagen zumeist mitten im Wald.

Und noch ein Sonneuntergang!

Als es dunkel wurde, versuchten wir aufs Hauptdeck zu kommen. Doch ein bewaffneter Mann versperrte uns den Weg und wies uns in einem sehr unhoeflichen Ton den Weg zurueck. Das Schiff wurde nun deutlich langsamer. Wir leuchteten das Terrain nach den besten Fahrrinnen aus und waren auf der Hut vor Piraten. Das Gebiet hier war ideal fuer einen Angriff - Absolute Dunkelheit und keine Hilfe weit und breit.

Joe und Simon sassen erneut vor der Kabine. Ein Schiff kam uns entgegen. Es lag eine ruhige und entspannte Stille in der Luft. Doch diese wurde durch einen Schuss jeh gestoert. Er kam vom Oberdeck. Die Patrone fiel direkt ueber uns auf den metallernen Boden. Das einzige Geraeusch, dass wir nun noch hoerten, war das Rollen der kleinen Huelse ueber das Deck. Dann war wieder Stille. Diesmal war es eine unheimliche Stille. Was war geschehen?

Wir sagten nichts, schauten uns nur fragend an. Peng! Da war ein zweiter Schuss. Diesmal kam er vom anderen Schiff. Joe ging reaktionsschnell in Deckung, Simon blieb in einer Art Starre regungslos sitzen. Wir waren im Krieg!

Piratenangriff? Die verfeindete Gesellschaft? Oder was war hier geschehen?
Erneut eine beaengstigende Stille, die durch lautes, freudiges Gelaechter, laute Rufe und ein Feuerwerk an Lichtsignalen beendet wurde. Wir waren nicht im Krieg. Die Besatzung hatte lediglich Langeweile und machte sich einen Spass aus der Situation - Eher eine Art Kriegsspiel. Puh! Der Job muss auf Dauer schon recht langweilig sein. Letztlich waren wir froh, dass es so war.

Nach ein paar Minuten kam Sabrina um die Ecke. Sie hatte sich auf der anderen Seite des Bootes mit Kindern unterhalten und gar nichts mitbekommen.

Nach diesem Ereignis waren wir recht muede, tranken noch ein kuehles Pils aus der Schiffsbar, und gingen erneut sehr frueh zu Bett. Was sollte man auch Anderes machen? Es war stockduster. Und wenn man diesen Umstand aendern wuerde, sprich das Licht anschalten, dann wuerden die Moskitos ueber einen herfallen. Wir waren ohnehin froh, dass diese zumeist durch den Fahrtwind vom Boot ferngehalten wurden.

Der Regenwald naht - 23.03.09

Heute frueh ging es gleich weiter in Richtung Amazonastiefland. Gegen 10.00 Uhr fuh unser Bus nach Pucallpa ab. Wir warteten natuerlich erneut eine Stunde auf die Abfahrt. Der Bus liess auf sich warten. Die Fahrt dauerte sechs Stunden und fuehrte zunaechst durch dieses Kokaanbaugebiet.

Obwohl wir noch auf ueber 1500 Metern waren, wuchs diese Pflanze hier vermutlich praechtig. Daher war der subtropische Wald auf den Umliegenden Bergen zur Genuege vom Wanderfeldbau zerstueckelt. Nachdem wir eine riesige Ebene durchquert hatten, folgten wir einen Flusslauf, der sich steil abfallend die Berge hinunter ins Tiefland windete. Diese erreichten wir nachdem wir eine riesige, steile Schlucht passiert hatten. Unten angekommen, machten wir zuerst eine Mittagspause. Die Hitze war jetzt schon grenzwertig. Aber wir hatten auch noch ein wenig Zeit uns zu aklimatisieren.

Nachmache!!!

Die uebrigen 200 von 300 Kilometern nach Pucallpa waren nicht mehr sehr Abwechselungsreich. Es ging nach einer kurzen Ebene durch welliges Gebiet, das vollends bewaldet war. Nur in strassennaehe waren meist Sekundaervegetation oder Felder und teilweise auch Weiden der Einheimischen zu finden. Sie lebten hier in vielen kleinen Doerfern am Strassenrand. Nichts erinnerte an die unzaehligen Holztransporte, die uns gestern auf der Fahrt entgegen kamen. Wir sahen keinen Einzigen.

Dies lag aber auch vermutlich daran, dass hier eine nagelneue Bruecke eingestuerzt war, die die ganzen Holztransporter mehrere Tage zurueckgestaut hatte. Die alte Bruecke schien nicht wirklich Lasten ueber zehn Tonnen auszuhalten, weshalb auch wir die Strecke zu Fuss zuruecklegen mussten. Der letzte Abschnitt auf dem Weg nach Pucallpa war platt wie Norddeutschland.

So sieht brasilianische Entwicklungshilfe aus!

Als wir in Pucallpa ankamen, fing es an zu regnen. Dennoch entschlossen wir uns sofort nach einem Schiff nach Iquitos zu suchen. Wuerde es heute Keines geben, wuerden wir uns in ein Hostel einquartieren. Mit dem Tuk Tuk am Anleger angeokmmen, stellte sich schnell heraus, dass wir Glueck hatten. Es war 15.00 Uhr, um 18.00 Uhr sollte eines ablegen. Henry der siebte hiess unser Dampfer. Vorne eine etwa 50 Meter lange Ladeflaeche, nach hinten hinaus 30 Meter ueber fuenf Stockwerke verteilt die Schlafgelegenheiten und weiterer Stauraum.

Waehrend ganz unten der Motor uns alles Moegliche sich befand, gehoerte Deck zwei und drei den Haengemattenschlaefern. Sie hingen mit etwa 100 weiteren Personen in einem offenen Schlafsaal. Waehrend der ganzen Fahrt droehnte die Musik und es war ein einziges Chaos...leicht ueberfuellt. Deck fuen gehoerte dem Kapitaen. Wir schliefen auf Deck vier in einer Zweierkabine. Ein dritter von uns machte sich abwechselnd in der Haengematte in unserem kleinen Zimmerchen breit. Fuer (noch) drei Tage und drei Naechte zahlte ein jeder von uns gerade einmal 40 Euro, inklusive Essen natuerlich - das waren zehn Euro mehr als in der Haengematte. Natuerlich hatten wir auch ein Bad, dass mit braungefaerbtem Flusswasser betrieben wurde.
Wir machten noch einmal einen Grosseinkauf und begaben uns dann zurueck aufs Schiff. Erschreckend hier in Pucallpa waren die Holzfrachter, die riesige Staemme aus dem Regenwald nach Pucallpa brachten. Am Hafen wurden sie angeliefert, vor den Stadttoren verarbeitet. Es waren Massen und einfach nur unvorstellbar - ueberall Holz. Dennoch ist Pucallpa die einzige Stadt im peruanischen Regenwald, die eine gute Anbindung nach Lima hat, wo das Holz dann vor allem nach Europa und Asien verfrachtet wird.
Als dann um 20.00 Uhr immer noch kein Schiffsmotor zu hoeren war, erfuhren wir, dass die Abfahrt sich verzoegern wuerde. 5.00 Uhr morgens war der neue Ablegetermin. Dies entsprach also einer weiteren Nacht auf dem Schiff. Also zueckten wir unser Kniffel-Spiel und den Pisco, den wir uns zuvor besorgt hatten.
Ein junger Peruaner gesellte sich zu uns, schnorrte Pisco und war sehr penetrant. Da wir ihn leider kaum verstanden und er unaufhaltlich in einem enormen Tempo plapperte, verloren wir schnell die Lust an seiner Anwesenheit. Doch er wollte nicht gehen...nervig! Er und der Pisco waren dann auch die Gruende, weshalb wir uns recht frueh ins Bett begaben. Gegen 22.00 Uhr war dann Schicht.

Auf ins Drogenanbaugebiet No 1 - 22.03.09

Heute frueh machten wir uns quer durch die Stadt auf dem Weg zu einem der vielen Busgesellschaften. Mit einstuendiger Verspaetung fuhr dann endlich unser Bus in Richtung Tingo Maria ab. Vor uns lagen zweolf Stunden Busfahrt und die vollstaendige Ueberquerung der Anden.
Zuerst fuhren wir ein Tal hinauf durch das Bergbaugebiet Perus auf ueber 4700 Metern. Gluecklicherweise wurden Simon und Sabrina diesmal von der Vorform der Hoehenkrankheit verschont - droehnende Kopfschmerzen. Dies lag vermutlich daran, dass wir nach einem langgezogenen, grasueberzogenen, mit Seen uebersaehten Hochplateau schnell wieder hiunter auf etwa 2500 Meter fuhren. Als es bereits dunkel wurde, erreichten wir Huanoco, die letzte Stadt in den Anden vor den Auslaeufern des tropischen Regenwaldes. Fuer diese ganze Strecke benoetigten wir satte neun Stunden.
Uebrigens war dies der erste Stop, wo wir etwas zu essen kaufen und die Oertlichen besuchen konnten. Natuerlich gab es dafuer auch Essen im Bus. Dennoch war es eine Zumutung. Durch die Dunkelheit folgte eine weitere Abfahrt bis in tropisches Gebiet. Nun hatten wir die Region um Tingo Maria erreicht. Hier befand sich das Kokaanbaugebiet Nr.1 in Peru, weshalb vor Busfahrten in diese Region gewarnt wurde. Ueberfaelle schienen nicht ausgeschlossen, genau wie auf der morgigen Fahrt nach Pucallpa. Dennoch wurde uns nicht von dieser Fahrt abgeraten, ein Grund dafuer, dass wir nun hier waren.
Aus diesem Grund kam dann auch ein Bewaffneter in den Bus, der von jedem ein paar Muenzen einsammelte. Ob es nun ein Soldat war, der sich seine Besoldung aufbesserte, oder ob es ein Guerilliero war, der fuer ein wenig Geld seine Bandidos fernhaelt...das wussten wir nicht. Entscheidend war, dass wir gegen 22.00 Uhr Tingo Maria sicher erreichten.
Es war ein verschlafenens Nest. Daher blieb uns keine andere Wahl, als in unserem Hotel nach einem kleinen Bierchen ins Bett zu gehen.

Saturday, March 21, 2009

Finally crossing the amazon basin!!!

Es geht los!!! Teil drei der Reise steht vor der Tuer. Nachdem wir uns in den sehr westlichen Suedstaaten dieses Kontinents aufgehalten haben, dann die touristischen Attraktionen und natuerlich auch den aufregenden Manu-Nationalpark bestaunen konnten, heisst es nun wieder einmal:
Off the beaten track...das, wonach wir hier so lange gesucht haben. Jeder Tourist, den wir sehen, waere eine kleine Enttaeuschung. Wir wollen die Urspruenglichkeit und die Abgeschiedenheit dieses Paradieses entdecken. Das heisst natuerlich nicht, dass wir euch vergessen. Wir versuchen natuerlich in den groesseren Staedten auf dem Weg nach Manaus euch auf dem Laufenden zu halten.
Bis bald,
Simon und der Joe

Der Abschied naht - 21.03.09

Joe war wieder top fit. Dennoch machten wir bis um 14.00 Uhr so rein gar nichts. Es ist schon angenehm, wenn ein Hostel so gut ausgestattet ist, dass man in der Kueche ins Internet und auf der Dachterasse fruekstuecken kann. Dann machten wir uns allmaehlich auf dem Weg, Janin zum Flughafen zu bringen. Sie hatte sich nun einmal dafuer entschlossen nicht mit uns die Reise im Amazonas zu beenden. Also musste sie heute leider nach Hause fliegen.
Wir brauchten gute zwei Stunden, bis wir eine "Bushaltestelle" im Chaos gefunden hatten, an der Busse in Richtung Flughafen abfahren und natuerlich fuer den Weg. Zwischendruch wechselten wir noch von einem einigermassen bequemen Bus in ein Colectivo - hier wurde einfach nur noch gequetscht. Dann nahte der Abschied.
Ein wenig gedrueckt fuhren wir wieder mit einem Colectivo zum Plaza de Armas im Zentrum. Schliesslich wollten wir noch ein wenig von der Stadt sehen. Die Menschenmassen waren unglaublich. Ueberall gab es Fressstaende, der Platz und die Fussgaengerzone waren einfach nur ueberfuellt. Daher nahmen wir auch schnell ein Taxi zurueck ins Hostel, wo wir uns abends noch ein wenig auf der Dachterasse entspannten.

Lima - 20.03.09

Der gestrige Abend ist fuer Simon und Joe ein wenig laenger geworden. Zusammen mit den Anstrengungen der letzten Tage und dem rohen Fischgericht in Pisco hat es dem Letzteren gleich den Magen umgedreht. Er wollten nun einmal nicht hinten anstehen. Sieben Wochen ohne Krankheit geht einfach nicht, schon gar nicht bei Joe.
Dennoch machten wir uns gegen 14.00 Uhr allesamt auf dem Weg, die Bustickets nach Tingo Maria, der Drogenhochburg Perus zu besorgen. Aber keine Sorge: Wir wollen diesen Kokaort nur als Durchgangsstation nach Pucalpa nutzen. Nach einer gefuehlten Stunde Taxifahren erreichten wir dann endlich einmal den privaten Busbahnhof. Hier hatte jede Busgesellschaft seinen eigenen.
Nach einer weiteren gefuehlten Stunden Taxifahren erreichten wir dann endlich den Strand. Die Wellen waren krass, der Strand eher bescheiden. Dennoch: ein kleines Sonnenbad und das Pazifikwasser waren eine echte Abwechselung. Joe genoss lieber die Ruhe nach dem Sturm und liess es ruhig angehen. Abends machten wir dann noch ein richtig ausgedehntes Barbecue auf unserer Dachterasse, ein voller Erfolg.

Von Pisco und Lima - 19.03.09

Heute stand eine kurze Bootstour auf dem Programm. Die Ganztagestour war uns zu lang und klang auch nicht unbedingt spannend. Fuer Sabrina und Simon war es ein wenig hart, da sie nicht besonders viel Schlaf hatten und der Pisco noch an ihnen zerrte. Doch was solls: Wer saufen kann, der kann auch Bootfahren.

Nach kurzer Wartezeit vor dem Hotel wurden wir abgeholt und an den Ableger gebracht. Von hier aus ging es weiter ins Speedboot und ins Reich der Voegel. Wir wurden zu kleinen Inseln gebracht, die von Seeloewen und unzaehligen Guanoproduzenten bewohnt wurden. Guano war in frueheren Zeiten der Grund fuer die Spanier einen Krieg mit den Peruanern anzuzetteln. Es handelt sich hierbei weder um Oel, noch um Edelsteine. Es handelt sich kurz und knapp um den Kot der Voegel...klingt komisch, is aber so. Dieser Kot war vor der Erfindung von kuenstlichen Duengern ein aeusserst wertvolles Gut und kommt hier in rauhen Mengen vor.

Kormorane, Humboldpinguine und Pelikane tun bis heute ihr Bestes, um den Naturduenger zu produzieren. Fuer Touristen ist dies natuerlich der Grund, sich in dieses Terrain zu wagen. Eine so grosse Anzahl dieser faszinierendem Tiere auf einem Haufen gibt es sicher nicht besonders oft auf der Welt. Die Chance auf deren Anblick birgt allerdings auch ein kleines Risiko. Denn wo viele Voegel fliegen, da fliegt eben auch viel Guano. Wir hatten allerdings Glueck: Uns trafen nur ein paar Streifschuesse.
Das Revier der Guanoproduzenten


Ein faszinierender Anblick

Einzig und allein die Seeloewen sind unbeugsam und lassen sich auch trotz dauerbeschuss nicht aus diesem Revier vertreiben
Nachdem wir dem "sauren" Regen entkommen waren, brachte uns unser Speedboot noch zu einem interessanten Naturbild, dessen Herkunft sehr umstritten ist. So gehen einige Forscher davon aus, dass diese Zeichen aus der Inkazeit stammen koennten und Hinweise fuer Dritte gewesen sein koennten. Andere glauben an Aliens, die dafuer verantwortlich sind. Unglaeubige behaupten, dass diese Zeichen als Touristenattraktion mit Harken und Schaufeln in den Boden gemalt worden sind. Welche Variante die Glaubwuerdigste ist, dass sei jedem selbst ueberlassen.
Ein Zeichen der Inka, der Aliens, oder doch eines der Tourismusindustrie?
Zurueck am Anleger nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zurueck nach Pisco. Hier angekommen checkten wir aus und assen noch eine Kleinigkeit, bevor wir uns zur Panamericana bringen liessen, um hier einen Bus anzuhalten. Diese fuhren hier im Zehn-Minuten-Takt vorbei. Wir hatten auch Glueck und erwischten promt einen, der uns sehr schnell und guenstig ans Ziel brachte - Lima. Gute vier Stunden ging es durch den wuestenhaften Kuestenstreifen. Ab und zu einmal eine Oase, dann mal wieder bergige Abschnitte...nicht unbedingt zu empfehlen.
In Lima waren wir uns zunaechst nicht ganz schluessig, in welchen Stadtteil wir uns begeben sollten. Die Preise waren vergleichsweise horrend und die wirren Informationen unseres Taxisfahrers brachten uns auch nicht weiter. Letzlich fanden wir ein kleines aber feines Hostel in Miraflores in der Naehe des Strandes. Der Geschaeftsfuehrer ist ein sehr netter, ruhiger und englisch sprechender Peruaner, der uns auf anhieb mochte und uns ein Dormzimmer fuer uns allein anbot.
Nachdem wir eingecheckt hatten, gingen wir noch ein wenig an der Promenade spazieren und genossen den Sonnenuntergang.

Ein Sonnenuntergang in Lima ist schoener als der andere!

Im Hostel fanden wir sofort einen Freund, dessen Namen wir natuerlich mal wieder bis heute nicht wissen. Er ist Amerikaner mit phillipinischen Wurzeln und spricht beeindruckend gut deutsch. Mit ihm gingen wir nach einem "Gute-Nacht-Drink" fuer die Maedels auf der wunderbaren Dachterasse auch noch auf Tour. Er kannte sich aus und zeigte uns eigentlich recht coole Laeden, die allerdings an diesem Donnerstag nicht unbedingt gut besucht waren. Dies stellte sich jedoch nicht als Problem dar, denn wir waren in Feierlaune und lernten zu guter letzt noch junge Kuenstler und Theaterangestellte kennen. Wir besuchten ihr Theater, bevor wir voellig erschoepft und muede zu Bett gingen.