Amazonien droht die Abholzung

Wird das Sch
icksal des brasilianischen Regenwaldes bald per Gesetz besiegelt? Seit Wochen streitet das Parlament in Brasilia über einen Entwurf zur Änderung des brasilianischen Forstgesetzes. Die entscheidende Abstimmung ist schon mehrfach verschoben worden und hat immer noch nicht stattgefunden. Umweltschützer protestieren weltweit gegen den Entwurf, der weitere Abholzungen per Gesetz erlauben würde. Die Änderung des bestehenden Waldnutzungs-gesetzes würde die großflächige Zerstörung eines der letzten großen Regenwaldgebiete besiegeln. Nach Schätzungen von Greenpeace wären über 30 Millionen Hektar des Amazonaswaldes, eine Fläche fast so groß wie Deutschland, unmittelbar bedroht.

Und deshalb seid ihr gefragt!

Nehmt an der Unterschriftenaktion gegen dieses Forstgesetz teil:

Friday, March 27, 2009

Der Regenwald naht - 23.03.09

Heute frueh ging es gleich weiter in Richtung Amazonastiefland. Gegen 10.00 Uhr fuh unser Bus nach Pucallpa ab. Wir warteten natuerlich erneut eine Stunde auf die Abfahrt. Der Bus liess auf sich warten. Die Fahrt dauerte sechs Stunden und fuehrte zunaechst durch dieses Kokaanbaugebiet.

Obwohl wir noch auf ueber 1500 Metern waren, wuchs diese Pflanze hier vermutlich praechtig. Daher war der subtropische Wald auf den Umliegenden Bergen zur Genuege vom Wanderfeldbau zerstueckelt. Nachdem wir eine riesige Ebene durchquert hatten, folgten wir einen Flusslauf, der sich steil abfallend die Berge hinunter ins Tiefland windete. Diese erreichten wir nachdem wir eine riesige, steile Schlucht passiert hatten. Unten angekommen, machten wir zuerst eine Mittagspause. Die Hitze war jetzt schon grenzwertig. Aber wir hatten auch noch ein wenig Zeit uns zu aklimatisieren.

Nachmache!!!

Die uebrigen 200 von 300 Kilometern nach Pucallpa waren nicht mehr sehr Abwechselungsreich. Es ging nach einer kurzen Ebene durch welliges Gebiet, das vollends bewaldet war. Nur in strassennaehe waren meist Sekundaervegetation oder Felder und teilweise auch Weiden der Einheimischen zu finden. Sie lebten hier in vielen kleinen Doerfern am Strassenrand. Nichts erinnerte an die unzaehligen Holztransporte, die uns gestern auf der Fahrt entgegen kamen. Wir sahen keinen Einzigen.

Dies lag aber auch vermutlich daran, dass hier eine nagelneue Bruecke eingestuerzt war, die die ganzen Holztransporter mehrere Tage zurueckgestaut hatte. Die alte Bruecke schien nicht wirklich Lasten ueber zehn Tonnen auszuhalten, weshalb auch wir die Strecke zu Fuss zuruecklegen mussten. Der letzte Abschnitt auf dem Weg nach Pucallpa war platt wie Norddeutschland.

So sieht brasilianische Entwicklungshilfe aus!

Als wir in Pucallpa ankamen, fing es an zu regnen. Dennoch entschlossen wir uns sofort nach einem Schiff nach Iquitos zu suchen. Wuerde es heute Keines geben, wuerden wir uns in ein Hostel einquartieren. Mit dem Tuk Tuk am Anleger angeokmmen, stellte sich schnell heraus, dass wir Glueck hatten. Es war 15.00 Uhr, um 18.00 Uhr sollte eines ablegen. Henry der siebte hiess unser Dampfer. Vorne eine etwa 50 Meter lange Ladeflaeche, nach hinten hinaus 30 Meter ueber fuenf Stockwerke verteilt die Schlafgelegenheiten und weiterer Stauraum.

Waehrend ganz unten der Motor uns alles Moegliche sich befand, gehoerte Deck zwei und drei den Haengemattenschlaefern. Sie hingen mit etwa 100 weiteren Personen in einem offenen Schlafsaal. Waehrend der ganzen Fahrt droehnte die Musik und es war ein einziges Chaos...leicht ueberfuellt. Deck fuen gehoerte dem Kapitaen. Wir schliefen auf Deck vier in einer Zweierkabine. Ein dritter von uns machte sich abwechselnd in der Haengematte in unserem kleinen Zimmerchen breit. Fuer (noch) drei Tage und drei Naechte zahlte ein jeder von uns gerade einmal 40 Euro, inklusive Essen natuerlich - das waren zehn Euro mehr als in der Haengematte. Natuerlich hatten wir auch ein Bad, dass mit braungefaerbtem Flusswasser betrieben wurde.
Wir machten noch einmal einen Grosseinkauf und begaben uns dann zurueck aufs Schiff. Erschreckend hier in Pucallpa waren die Holzfrachter, die riesige Staemme aus dem Regenwald nach Pucallpa brachten. Am Hafen wurden sie angeliefert, vor den Stadttoren verarbeitet. Es waren Massen und einfach nur unvorstellbar - ueberall Holz. Dennoch ist Pucallpa die einzige Stadt im peruanischen Regenwald, die eine gute Anbindung nach Lima hat, wo das Holz dann vor allem nach Europa und Asien verfrachtet wird.
Als dann um 20.00 Uhr immer noch kein Schiffsmotor zu hoeren war, erfuhren wir, dass die Abfahrt sich verzoegern wuerde. 5.00 Uhr morgens war der neue Ablegetermin. Dies entsprach also einer weiteren Nacht auf dem Schiff. Also zueckten wir unser Kniffel-Spiel und den Pisco, den wir uns zuvor besorgt hatten.
Ein junger Peruaner gesellte sich zu uns, schnorrte Pisco und war sehr penetrant. Da wir ihn leider kaum verstanden und er unaufhaltlich in einem enormen Tempo plapperte, verloren wir schnell die Lust an seiner Anwesenheit. Doch er wollte nicht gehen...nervig! Er und der Pisco waren dann auch die Gruende, weshalb wir uns recht frueh ins Bett begaben. Gegen 22.00 Uhr war dann Schicht.

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