Amazonien droht die Abholzung

Wird das Sch
icksal des brasilianischen Regenwaldes bald per Gesetz besiegelt? Seit Wochen streitet das Parlament in Brasilia über einen Entwurf zur Änderung des brasilianischen Forstgesetzes. Die entscheidende Abstimmung ist schon mehrfach verschoben worden und hat immer noch nicht stattgefunden. Umweltschützer protestieren weltweit gegen den Entwurf, der weitere Abholzungen per Gesetz erlauben würde. Die Änderung des bestehenden Waldnutzungs-gesetzes würde die großflächige Zerstörung eines der letzten großen Regenwaldgebiete besiegeln. Nach Schätzungen von Greenpeace wären über 30 Millionen Hektar des Amazonaswaldes, eine Fläche fast so groß wie Deutschland, unmittelbar bedroht.

Und deshalb seid ihr gefragt!

Nehmt an der Unterschriftenaktion gegen dieses Forstgesetz teil:

Friday, March 27, 2009

Auf dem Weg nach Kolumbien - 28.03.09

Heute morgen erfuhren wir, dass diese Bootsfahrt nur knapp zwei Tage dauern wuerde. Das hiess auch, dass wir nur zwei Naechte an Bord verbringen mussten. Nach dem leckeren Fruehstueck - es gab trockenes Brot mit einer suessen Griessfluessigkeit - hielten wir erst einmal in einem kleinen Ort an einem Nebenarm des Amazonas. Als wir dann nach einer kleinen Siesta wieder aufstanden, hatten wir uns gerade einmal 100 Meter bewegt. Anstatt weiter gen Osten zu fahren, bemalte das Bordpersonal die Aufschrift unseres Bootes an Deck - Manuel, so hiess unser Schiff.

Nichts desto trotz fuhren wir nach geschlagenen zwei Stunden weiter. Die Fahrt fuehrte ueber den immer breiter werdenden Amazonas, dessen Ufer waehrend des Tagesverlaufs schon sehr stark besiedelt waren - alle paar hundert Meter eine kleine Huette mit ein zwei Feldern am Flussufer.

Am spaeteren Nachmittag - aufgrund eines starken Regenschauersm mussten wir erneut eine Siesat machen - fuhren wir dann wieder durch engere Flussarme des Amazonas. Nun war der Fluss bereits so breit, dass groessere Inseln die Flussabschnitte unterteilten. Fuer uns war es gut, hatten wir dadurch eine bessere Sicht auf das nahe liegende Ufer.

Die zweite Nacht wollte Joe eigentlich in der Haengematte verbringen, nachdem Simon die erste wohlauf ueberstanden hatte. Doch nach zwei Stunden wurde er mit Magenkraempfen aus dem Schlaf gerissen, so dass Simon sich ein weiteres Mal bereit erklaerte, das Bett einzutauschen. Ob es nun an dem ganzen Reis mit Pollo lag oder aber an den ¨Anstrengungen¨ der letzten Tage, dies blieb dahingestellt.

Ankunft in Iquitos - 27.03.09

Obwohl uns gestern schon mitgeteilt wurde, dass wir shon gegen 4.00 Uhr morgens ankommen sollte, machten wir erst um 6.00 Uhr fest. Das lag vermutlich daran, dass wir kurz vor dem Hafen noch eine Sandbank rammten und uns ein paar Male im Kreis drehen mussten.

In Iquitos war dann erst einmal grossen Chaos. Die Schlepper warteten schon vor unser Zimmertuer. Entweder sie wollten uns in die Stadt bringen oder aber Touren verkaufen. Das fuehrte dann auch dazu, dass jeder meinte, dass heute kein Schiff nach Leticia abfahren wuerde. Uns wollte einfach keiner helfen.

Wir wollten aber unbedingt weiterfahren, da wir zwei Tage Karibikstrand zum Abschluss herausholen wollten. Um die Schlepper loszuwerden setzten wir uns bei dem Nachbarunternehmen von "Henry" in ein Lokal. Fruehstueck - Fehlanzeige. Dennoch wurden wir alle unliebsamen Begleiter los. Und solch einen Stress tut man sich schon um 6.30 Uhr an. Im Endeffekt lief Joe dann zum nahegelegenen Radiosender und erhielt die Information, dass heute Abend ein Schiff ins Dreilaendereck von Peru, Brasilien und Kolumbien fahren sollte.

Es sollte noch eine weitere Stunde dauern, bis der Kapitaen aufgetrieben wurde, der uns dann den Schluessel fuer ein Kajuete uebergab. Leider hatten wir diesmal auch nur zwei Betten. Das Boot hatte im Allgemeinen nicht die Groesse und Klasse des vorherigen. Es gab kein Bad und nicht genuegend Platz, um eine Haengematte aufzuspannen. Dies hiess also: Haengematte in ueberfuellten, stickigen, von Musik durchdrungenen und nach einigen Tagen nach Huehnerdung riechenden Saaelen aufspannen.

Nun ging es also los: Die erste "I almost died story" fuer Joe schien in greifbarer Ferne. Schliesslich ist man nicht gereist, wenn man nicht mindestens drei von diesen Geschichten gesammelt hat - und Joe hat noch keine Einzige.

Gegen 8.00 Uhr machten wir uns erst einmal auf den Weg in die Stadt. Nun hatten wir zwoelf Stunden Zeit, bis die naechste dreitaegige Bootsfahrt beginnen wuerde. Erst einmal gab es an der Uferprmenade ein American Breakfast. Das hatten wir uns nach dem ganzen Pollo verdient. Von einem Schlepper mitgezogen ging es dann eine Stunde mit dem Boot durch Belen. Dies ist ein Viertel, dass halbjaehrig komplett unter Wasser steht. Der Amazonas hat nun einmal Hoehenunterschiede von bis zu 15 Metern. Seltsam war, dass viele Haeuser in der Randzone dennoch aus Backsteinen gebaut waren. Es gab Schulen auf Pfaehlen, schwimmende Haeuser und auch Fussballplaetze, von denen man nur noch die Latten der Tore sah.

Wer findet die Kratzbuerste?

Um dieses Viertel herum befand sich in Ufernaehe ein riesiger Markt, auf dem es alles gab, was der Amazonas (-regenwald) so her gab: Kaimane, Schildkroeten, Affen, von denen wir einen sahen und alle moeglichen Fische von klein bis riesig. Natuerlich waren diese Tier alle tot und zum Verzerr freigeben. Auch gab es einen Markt mit Heilkraeutern des Regenwaldes. Sabrina deckte sich erst einmal mit einem Mueckenmittel ein. Es soll angeblich zur Vorsorge und Nachbehandlung gut sein...Urteil offen! Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, moegen diese kleinen Tierchen Sabrina ueberaus gerne.
Den uebrigen Tag verbrachten wir mit einem leckeren Mittagessen - Burger mit Pommes bzw. Spaghetti. Ist es nicht schoen, sich seine Mahlzeiten selber auszusuchen? Nach einem laengeren Internetaufenthalt - wir hatten einiges nachzuholen - fuhren wir zurueck zum Anleger.

Nachdem wir uns noch mit allen moeglichen Fressalien eingedeckt und ein Bierchen in der Kneipe am Wasser getrunken hatten, ging es aufs Schiff. Natuerlich wieder einmal verspaetet, fuhren wir gegen 21.00 Uhr los. Noch lange sahen wir auf dem Oberdeck die Lichter von Iquitos, bis wir dann in die dunkle Nacht eintauchten. Naechstes Ziel ist dann vermutlich in drei Tagen erreicht: Leticia, die kolumbianische Grenzstadt, von der wir erneut versuchen werden, die Anaconda und die Araschwaerme zu finden.

Pollo mit Reis oder Reis mit Pollo? - 26.03.09

Heute wurden wir besonders frueh geweckt. Es war halb sieben, als unser Smutje uns mit dem leckeren Duft von Reis und Huehnchen weckte. Hmmm lecker. Schon wieder - und das mitten in der Nacht. Aber was solls. Wenn man hunger hat, das geht irgendwann auch das. Und wir hatten uns schliesslich auf einfaches Essen eingestellt. Aber immer und immer wieder dieses "Pollo con arroz". Bis jetzt hatten wir morgens, mittags und abends nichts anderes bekommen. Bei den diversen Stops kamen allerdings "fliegende Haendler" aufs Boot, die uns mit Kuchen und Fruechten versorgten.

Nach dem Fruehstueck legten wir uns dann sofort wieder hin. Die Nacht war kurz und unruhig gewesen. Als wir dann spaeter aufstanden, legten wir in diversen kleinen Doerfern an, die wir mit Lebensmitteln, Elektrogeraeten und Wellblech versorgten, oder in denen einfach nur Menschen ein- und ausstiegen. Wir bafanden uns mittlerweile zwar im Nationalpark, aber die Indigenas durften hier trotzdem weiterhin wohnen und auch das Land bewirtschaften, dass sie zum Leben benoetigen.

Am spaeten Nachmittag kamen wir in einem groesseren Ort an, in dem wir waehrend unseres einstuendigen Aufenthalts an Land gingen, um wichtige Besorgungen zu machen. Wir suchten nach Rum, fanden aber lediglich Limonenlikoer. Was solls? Auch dieser wuerde spaeter seinen Zweck erfuellen: Uns frueh in den Schlaf befoerdern!

Kleiner Landgang

Ausserdem kauften wir jede Menge Kuchen und Fruechte, denn wir hatten keinen Appetit mehr auf Reis mit Huehnchen. Was dann allerdings geschah war wie ein Wunder. Der Reis sah aus wie Nudeln und er schmeckte auch so. Lecker! Zum Abendbrot gab es eine Leckere Suppe (mit Huehnchen. Klar!), Kuchen, Fruechte und unseren Likoer. Sabrina versuchte sich noch in der Erziehung des Nachbarjungen - doch ganz unter uns - ich denke eher vergebens, denn seine Mutter machte den ganzen Tag kaum etwas anderes, als den kleinen anzuschreien. Egel wann, egal warum und immer ohne Begruendung. Sowas kann sich eine angehende Lehrerin natuerlich nicht durchweg anhoeren!

Wir legten uns frueh ins Bett, da die Nacht erneut kurz werden sollte. Wir brachten in Erfahrung, dass wir bereits Nachts in Iquitos ankommen sollten.

Eine Bootsfahrt die ist lustig - 24./25.03.09

Tag 1:


Tuuuut. Tuuuut.

Die Bootshupe riss uns aus unseren Traeumen. Es war gerade einmal fuenf Uhr morgens und wir legten ab. Doch die Fahrt sollte zunaechst nicht allzulang dauern. Wir fuhren lediglich ein paar Meter Flussaufwaerts, um noch Kleinigkeiten aufzuladen. Fuer uns gings wieder ins Bett. Gegen acht sollte es dann wirklich losgehen.

Henry der 6.

Zunaechst wieder zureuck zum Ausgangspunkt der Reise, ging es weiter am Hafen mit den vielen Saegewerken und Holzlagern vorbei. Danach wurde der Fluss breiter und unsere Amazonasfahrt begann. An dieser Stelle heisst der Fluss noch Uccayali. Amazonas heisst dieser Fluss erst kurz vor Iquitos, nachdem sich ein weiterer hinzugesellt.

Holz soweit das Auge reicht!!!

Auf einem alten Dampfer den Amazonas zu bezwingen: das hat schon was von einem Abenteuer. Allein der Gedanke daran liess uns Monate lang auf diesen Moment hinfiebern. Nun sollte es endlich Realitaet werden.

Da lag er nun vor uns, beziehungsweise unter uns. Und er gab uns einen Vorgeschmack auf seine Ausmasse und seine Schoenheit. Es ist schon ein gewaltiger Fluss - und das bereits hier! Das Ufer war zunaechst eher sumpfig und schilfbewachsen. Spaeter am Tag wurde der Untergrund fester und der Regenwald zeigte sich auf beiden Seiten. Wunderschoen und idyllisch: Am Prallhang die Waldwand, die langsam von der Stroemung abgetragen wird, am Gleithang auf dem neu angeschwemmten Untergrund der Sumpf, das Schilf oder aber niedriger Waldwuchs. Zwischendruch kammen kleine Fluesse wie aus dem Nichts hinzu und kleinere Sumpfgebiete erstreckten sich nahe am Fluss. Anfangs nahmen wir an, der Kapitaen haette etwas zu tief ins Glas geschaut. Doch wir fuhren in Schlangenlinien oft sehr dicht ans Ufer des Prallhangs, da der Fluss erst hier tief genug ist. So hatten wir einen erstklassigen Ausblick auf die Pflanzenwelt.

Die Tiere waren leider etwas scheu. Somit sahen wir lediglich einige Vogelschwaerme. Die Anakonda, die Kaimane und die besonders von Joe sehnsuechtig erwarteten Araschwaerme liessen noch auf sich warten.


So verbrachten wir den ganzen Tag vor unserer Kabine, wo wir auch eine Haengematte aufgehaengt hatten, um dieses Flair auch perfekt geniessen zu koennen. Ab und zu kam dann wieder ein Holzfrachter vorbei. Als kurz vor Pucallpa drei von diesen Schiffen uns entgegen kamen, befuerchteten wir schon das Schlimmste. Doch mit der Zeit wurden sie weniger. Zudem erfuhren wir, dass es hier in Peru keinen Kahlschlag gibt. Die Staemme werden einzelnd aus dem Wald gezogen, in den kleinen Doerfern am Ufer zurecht in Planken geschnitten oder aber vollstaendig verladen.

Unsere Nachbarn waren recht nett und kinderreich. Etwas weiter hatte sich, der einzige Europaeer ausser uns, eingenisstet. Er war Franzose und ein sehr umgaenglicher Zeitgenosse. Von Zeit zu Zeit kamen ein paar aufdringliche Peruaner vorbei, die kurz mit uns plauderten oder einfach nur mit uns gesehen werden wollten.

Nach einem wunderschoenem Sonneuntergang gegen 18.00 Uhr - so frueh wird es hier nun einmal dunkel - leerten wir den uebrigen Pisco und gingen frueh zu Bett. Ich glaube es war 20.00 Uhr. Viel kann man hier an Bord nach dem Sonnenuntergang nicht mehr erleben. Ausserdem waren wir allesamt nach der ersten recht wachen Nacht erschlagen.


Gegen 22.00 Uhr gingen wir allerdings noch einmal vor die Tuer. Wir erreichten einen kleinen Ort, wo sogar Tuk Tuks fuhren. Hier deckten wir uns noch einmal mit Kuchen und Fleisch mit Manjok ein. Es klingt ein wenig verwirrend. Aber nach den Mahlzeiten heute, die spaeter nochmals naeher erklaert werden, war es eine Wohltat.


Tag 2:

Heute regnete es durchgaengig und wir verbrachten die meiste Zeit in der Kajuete. Es war zunaechst zwar faszinierend zu erleben und auch ein Erlebnis auf dem Schiffsdeck im Regen zu stehen, wurde jedoch schnell auch unangenehm und kalt. In unserer Kabine war es warm und wir schliefen und chillten den ganzen Tag. Wie sagte der Franzose so schoen: Erst eine Siesta und dann ins Bett.

Stroemender Regen und Eiseskaelte...

Zu beobachten war allerdings, dass die Doerfer am Flussufer zahlreicher wurden. Sie waren klein und mit Strohdaechern bedeckt. Man fragte sich haeufig, von was diese Menschen leben. Sie lagen zumeist mitten im Wald.

Und noch ein Sonneuntergang!

Als es dunkel wurde, versuchten wir aufs Hauptdeck zu kommen. Doch ein bewaffneter Mann versperrte uns den Weg und wies uns in einem sehr unhoeflichen Ton den Weg zurueck. Das Schiff wurde nun deutlich langsamer. Wir leuchteten das Terrain nach den besten Fahrrinnen aus und waren auf der Hut vor Piraten. Das Gebiet hier war ideal fuer einen Angriff - Absolute Dunkelheit und keine Hilfe weit und breit.

Joe und Simon sassen erneut vor der Kabine. Ein Schiff kam uns entgegen. Es lag eine ruhige und entspannte Stille in der Luft. Doch diese wurde durch einen Schuss jeh gestoert. Er kam vom Oberdeck. Die Patrone fiel direkt ueber uns auf den metallernen Boden. Das einzige Geraeusch, dass wir nun noch hoerten, war das Rollen der kleinen Huelse ueber das Deck. Dann war wieder Stille. Diesmal war es eine unheimliche Stille. Was war geschehen?

Wir sagten nichts, schauten uns nur fragend an. Peng! Da war ein zweiter Schuss. Diesmal kam er vom anderen Schiff. Joe ging reaktionsschnell in Deckung, Simon blieb in einer Art Starre regungslos sitzen. Wir waren im Krieg!

Piratenangriff? Die verfeindete Gesellschaft? Oder was war hier geschehen?
Erneut eine beaengstigende Stille, die durch lautes, freudiges Gelaechter, laute Rufe und ein Feuerwerk an Lichtsignalen beendet wurde. Wir waren nicht im Krieg. Die Besatzung hatte lediglich Langeweile und machte sich einen Spass aus der Situation - Eher eine Art Kriegsspiel. Puh! Der Job muss auf Dauer schon recht langweilig sein. Letztlich waren wir froh, dass es so war.

Nach ein paar Minuten kam Sabrina um die Ecke. Sie hatte sich auf der anderen Seite des Bootes mit Kindern unterhalten und gar nichts mitbekommen.

Nach diesem Ereignis waren wir recht muede, tranken noch ein kuehles Pils aus der Schiffsbar, und gingen erneut sehr frueh zu Bett. Was sollte man auch Anderes machen? Es war stockduster. Und wenn man diesen Umstand aendern wuerde, sprich das Licht anschalten, dann wuerden die Moskitos ueber einen herfallen. Wir waren ohnehin froh, dass diese zumeist durch den Fahrtwind vom Boot ferngehalten wurden.

Der Regenwald naht - 23.03.09

Heute frueh ging es gleich weiter in Richtung Amazonastiefland. Gegen 10.00 Uhr fuh unser Bus nach Pucallpa ab. Wir warteten natuerlich erneut eine Stunde auf die Abfahrt. Der Bus liess auf sich warten. Die Fahrt dauerte sechs Stunden und fuehrte zunaechst durch dieses Kokaanbaugebiet.

Obwohl wir noch auf ueber 1500 Metern waren, wuchs diese Pflanze hier vermutlich praechtig. Daher war der subtropische Wald auf den Umliegenden Bergen zur Genuege vom Wanderfeldbau zerstueckelt. Nachdem wir eine riesige Ebene durchquert hatten, folgten wir einen Flusslauf, der sich steil abfallend die Berge hinunter ins Tiefland windete. Diese erreichten wir nachdem wir eine riesige, steile Schlucht passiert hatten. Unten angekommen, machten wir zuerst eine Mittagspause. Die Hitze war jetzt schon grenzwertig. Aber wir hatten auch noch ein wenig Zeit uns zu aklimatisieren.

Nachmache!!!

Die uebrigen 200 von 300 Kilometern nach Pucallpa waren nicht mehr sehr Abwechselungsreich. Es ging nach einer kurzen Ebene durch welliges Gebiet, das vollends bewaldet war. Nur in strassennaehe waren meist Sekundaervegetation oder Felder und teilweise auch Weiden der Einheimischen zu finden. Sie lebten hier in vielen kleinen Doerfern am Strassenrand. Nichts erinnerte an die unzaehligen Holztransporte, die uns gestern auf der Fahrt entgegen kamen. Wir sahen keinen Einzigen.

Dies lag aber auch vermutlich daran, dass hier eine nagelneue Bruecke eingestuerzt war, die die ganzen Holztransporter mehrere Tage zurueckgestaut hatte. Die alte Bruecke schien nicht wirklich Lasten ueber zehn Tonnen auszuhalten, weshalb auch wir die Strecke zu Fuss zuruecklegen mussten. Der letzte Abschnitt auf dem Weg nach Pucallpa war platt wie Norddeutschland.

So sieht brasilianische Entwicklungshilfe aus!

Als wir in Pucallpa ankamen, fing es an zu regnen. Dennoch entschlossen wir uns sofort nach einem Schiff nach Iquitos zu suchen. Wuerde es heute Keines geben, wuerden wir uns in ein Hostel einquartieren. Mit dem Tuk Tuk am Anleger angeokmmen, stellte sich schnell heraus, dass wir Glueck hatten. Es war 15.00 Uhr, um 18.00 Uhr sollte eines ablegen. Henry der siebte hiess unser Dampfer. Vorne eine etwa 50 Meter lange Ladeflaeche, nach hinten hinaus 30 Meter ueber fuenf Stockwerke verteilt die Schlafgelegenheiten und weiterer Stauraum.

Waehrend ganz unten der Motor uns alles Moegliche sich befand, gehoerte Deck zwei und drei den Haengemattenschlaefern. Sie hingen mit etwa 100 weiteren Personen in einem offenen Schlafsaal. Waehrend der ganzen Fahrt droehnte die Musik und es war ein einziges Chaos...leicht ueberfuellt. Deck fuen gehoerte dem Kapitaen. Wir schliefen auf Deck vier in einer Zweierkabine. Ein dritter von uns machte sich abwechselnd in der Haengematte in unserem kleinen Zimmerchen breit. Fuer (noch) drei Tage und drei Naechte zahlte ein jeder von uns gerade einmal 40 Euro, inklusive Essen natuerlich - das waren zehn Euro mehr als in der Haengematte. Natuerlich hatten wir auch ein Bad, dass mit braungefaerbtem Flusswasser betrieben wurde.
Wir machten noch einmal einen Grosseinkauf und begaben uns dann zurueck aufs Schiff. Erschreckend hier in Pucallpa waren die Holzfrachter, die riesige Staemme aus dem Regenwald nach Pucallpa brachten. Am Hafen wurden sie angeliefert, vor den Stadttoren verarbeitet. Es waren Massen und einfach nur unvorstellbar - ueberall Holz. Dennoch ist Pucallpa die einzige Stadt im peruanischen Regenwald, die eine gute Anbindung nach Lima hat, wo das Holz dann vor allem nach Europa und Asien verfrachtet wird.
Als dann um 20.00 Uhr immer noch kein Schiffsmotor zu hoeren war, erfuhren wir, dass die Abfahrt sich verzoegern wuerde. 5.00 Uhr morgens war der neue Ablegetermin. Dies entsprach also einer weiteren Nacht auf dem Schiff. Also zueckten wir unser Kniffel-Spiel und den Pisco, den wir uns zuvor besorgt hatten.
Ein junger Peruaner gesellte sich zu uns, schnorrte Pisco und war sehr penetrant. Da wir ihn leider kaum verstanden und er unaufhaltlich in einem enormen Tempo plapperte, verloren wir schnell die Lust an seiner Anwesenheit. Doch er wollte nicht gehen...nervig! Er und der Pisco waren dann auch die Gruende, weshalb wir uns recht frueh ins Bett begaben. Gegen 22.00 Uhr war dann Schicht.

Auf ins Drogenanbaugebiet No 1 - 22.03.09

Heute frueh machten wir uns quer durch die Stadt auf dem Weg zu einem der vielen Busgesellschaften. Mit einstuendiger Verspaetung fuhr dann endlich unser Bus in Richtung Tingo Maria ab. Vor uns lagen zweolf Stunden Busfahrt und die vollstaendige Ueberquerung der Anden.
Zuerst fuhren wir ein Tal hinauf durch das Bergbaugebiet Perus auf ueber 4700 Metern. Gluecklicherweise wurden Simon und Sabrina diesmal von der Vorform der Hoehenkrankheit verschont - droehnende Kopfschmerzen. Dies lag vermutlich daran, dass wir nach einem langgezogenen, grasueberzogenen, mit Seen uebersaehten Hochplateau schnell wieder hiunter auf etwa 2500 Meter fuhren. Als es bereits dunkel wurde, erreichten wir Huanoco, die letzte Stadt in den Anden vor den Auslaeufern des tropischen Regenwaldes. Fuer diese ganze Strecke benoetigten wir satte neun Stunden.
Uebrigens war dies der erste Stop, wo wir etwas zu essen kaufen und die Oertlichen besuchen konnten. Natuerlich gab es dafuer auch Essen im Bus. Dennoch war es eine Zumutung. Durch die Dunkelheit folgte eine weitere Abfahrt bis in tropisches Gebiet. Nun hatten wir die Region um Tingo Maria erreicht. Hier befand sich das Kokaanbaugebiet Nr.1 in Peru, weshalb vor Busfahrten in diese Region gewarnt wurde. Ueberfaelle schienen nicht ausgeschlossen, genau wie auf der morgigen Fahrt nach Pucallpa. Dennoch wurde uns nicht von dieser Fahrt abgeraten, ein Grund dafuer, dass wir nun hier waren.
Aus diesem Grund kam dann auch ein Bewaffneter in den Bus, der von jedem ein paar Muenzen einsammelte. Ob es nun ein Soldat war, der sich seine Besoldung aufbesserte, oder ob es ein Guerilliero war, der fuer ein wenig Geld seine Bandidos fernhaelt...das wussten wir nicht. Entscheidend war, dass wir gegen 22.00 Uhr Tingo Maria sicher erreichten.
Es war ein verschlafenens Nest. Daher blieb uns keine andere Wahl, als in unserem Hotel nach einem kleinen Bierchen ins Bett zu gehen.

Saturday, March 21, 2009

Finally crossing the amazon basin!!!

Es geht los!!! Teil drei der Reise steht vor der Tuer. Nachdem wir uns in den sehr westlichen Suedstaaten dieses Kontinents aufgehalten haben, dann die touristischen Attraktionen und natuerlich auch den aufregenden Manu-Nationalpark bestaunen konnten, heisst es nun wieder einmal:
Off the beaten track...das, wonach wir hier so lange gesucht haben. Jeder Tourist, den wir sehen, waere eine kleine Enttaeuschung. Wir wollen die Urspruenglichkeit und die Abgeschiedenheit dieses Paradieses entdecken. Das heisst natuerlich nicht, dass wir euch vergessen. Wir versuchen natuerlich in den groesseren Staedten auf dem Weg nach Manaus euch auf dem Laufenden zu halten.
Bis bald,
Simon und der Joe

Der Abschied naht - 21.03.09

Joe war wieder top fit. Dennoch machten wir bis um 14.00 Uhr so rein gar nichts. Es ist schon angenehm, wenn ein Hostel so gut ausgestattet ist, dass man in der Kueche ins Internet und auf der Dachterasse fruekstuecken kann. Dann machten wir uns allmaehlich auf dem Weg, Janin zum Flughafen zu bringen. Sie hatte sich nun einmal dafuer entschlossen nicht mit uns die Reise im Amazonas zu beenden. Also musste sie heute leider nach Hause fliegen.
Wir brauchten gute zwei Stunden, bis wir eine "Bushaltestelle" im Chaos gefunden hatten, an der Busse in Richtung Flughafen abfahren und natuerlich fuer den Weg. Zwischendruch wechselten wir noch von einem einigermassen bequemen Bus in ein Colectivo - hier wurde einfach nur noch gequetscht. Dann nahte der Abschied.
Ein wenig gedrueckt fuhren wir wieder mit einem Colectivo zum Plaza de Armas im Zentrum. Schliesslich wollten wir noch ein wenig von der Stadt sehen. Die Menschenmassen waren unglaublich. Ueberall gab es Fressstaende, der Platz und die Fussgaengerzone waren einfach nur ueberfuellt. Daher nahmen wir auch schnell ein Taxi zurueck ins Hostel, wo wir uns abends noch ein wenig auf der Dachterasse entspannten.

Lima - 20.03.09

Der gestrige Abend ist fuer Simon und Joe ein wenig laenger geworden. Zusammen mit den Anstrengungen der letzten Tage und dem rohen Fischgericht in Pisco hat es dem Letzteren gleich den Magen umgedreht. Er wollten nun einmal nicht hinten anstehen. Sieben Wochen ohne Krankheit geht einfach nicht, schon gar nicht bei Joe.
Dennoch machten wir uns gegen 14.00 Uhr allesamt auf dem Weg, die Bustickets nach Tingo Maria, der Drogenhochburg Perus zu besorgen. Aber keine Sorge: Wir wollen diesen Kokaort nur als Durchgangsstation nach Pucalpa nutzen. Nach einer gefuehlten Stunde Taxifahren erreichten wir dann endlich einmal den privaten Busbahnhof. Hier hatte jede Busgesellschaft seinen eigenen.
Nach einer weiteren gefuehlten Stunden Taxifahren erreichten wir dann endlich den Strand. Die Wellen waren krass, der Strand eher bescheiden. Dennoch: ein kleines Sonnenbad und das Pazifikwasser waren eine echte Abwechselung. Joe genoss lieber die Ruhe nach dem Sturm und liess es ruhig angehen. Abends machten wir dann noch ein richtig ausgedehntes Barbecue auf unserer Dachterasse, ein voller Erfolg.

Von Pisco und Lima - 19.03.09

Heute stand eine kurze Bootstour auf dem Programm. Die Ganztagestour war uns zu lang und klang auch nicht unbedingt spannend. Fuer Sabrina und Simon war es ein wenig hart, da sie nicht besonders viel Schlaf hatten und der Pisco noch an ihnen zerrte. Doch was solls: Wer saufen kann, der kann auch Bootfahren.

Nach kurzer Wartezeit vor dem Hotel wurden wir abgeholt und an den Ableger gebracht. Von hier aus ging es weiter ins Speedboot und ins Reich der Voegel. Wir wurden zu kleinen Inseln gebracht, die von Seeloewen und unzaehligen Guanoproduzenten bewohnt wurden. Guano war in frueheren Zeiten der Grund fuer die Spanier einen Krieg mit den Peruanern anzuzetteln. Es handelt sich hierbei weder um Oel, noch um Edelsteine. Es handelt sich kurz und knapp um den Kot der Voegel...klingt komisch, is aber so. Dieser Kot war vor der Erfindung von kuenstlichen Duengern ein aeusserst wertvolles Gut und kommt hier in rauhen Mengen vor.

Kormorane, Humboldpinguine und Pelikane tun bis heute ihr Bestes, um den Naturduenger zu produzieren. Fuer Touristen ist dies natuerlich der Grund, sich in dieses Terrain zu wagen. Eine so grosse Anzahl dieser faszinierendem Tiere auf einem Haufen gibt es sicher nicht besonders oft auf der Welt. Die Chance auf deren Anblick birgt allerdings auch ein kleines Risiko. Denn wo viele Voegel fliegen, da fliegt eben auch viel Guano. Wir hatten allerdings Glueck: Uns trafen nur ein paar Streifschuesse.
Das Revier der Guanoproduzenten


Ein faszinierender Anblick

Einzig und allein die Seeloewen sind unbeugsam und lassen sich auch trotz dauerbeschuss nicht aus diesem Revier vertreiben
Nachdem wir dem "sauren" Regen entkommen waren, brachte uns unser Speedboot noch zu einem interessanten Naturbild, dessen Herkunft sehr umstritten ist. So gehen einige Forscher davon aus, dass diese Zeichen aus der Inkazeit stammen koennten und Hinweise fuer Dritte gewesen sein koennten. Andere glauben an Aliens, die dafuer verantwortlich sind. Unglaeubige behaupten, dass diese Zeichen als Touristenattraktion mit Harken und Schaufeln in den Boden gemalt worden sind. Welche Variante die Glaubwuerdigste ist, dass sei jedem selbst ueberlassen.
Ein Zeichen der Inka, der Aliens, oder doch eines der Tourismusindustrie?
Zurueck am Anleger nahmen wir uns ein Taxi und fuhren zurueck nach Pisco. Hier angekommen checkten wir aus und assen noch eine Kleinigkeit, bevor wir uns zur Panamericana bringen liessen, um hier einen Bus anzuhalten. Diese fuhren hier im Zehn-Minuten-Takt vorbei. Wir hatten auch Glueck und erwischten promt einen, der uns sehr schnell und guenstig ans Ziel brachte - Lima. Gute vier Stunden ging es durch den wuestenhaften Kuestenstreifen. Ab und zu einmal eine Oase, dann mal wieder bergige Abschnitte...nicht unbedingt zu empfehlen.
In Lima waren wir uns zunaechst nicht ganz schluessig, in welchen Stadtteil wir uns begeben sollten. Die Preise waren vergleichsweise horrend und die wirren Informationen unseres Taxisfahrers brachten uns auch nicht weiter. Letzlich fanden wir ein kleines aber feines Hostel in Miraflores in der Naehe des Strandes. Der Geschaeftsfuehrer ist ein sehr netter, ruhiger und englisch sprechender Peruaner, der uns auf anhieb mochte und uns ein Dormzimmer fuer uns allein anbot.
Nachdem wir eingecheckt hatten, gingen wir noch ein wenig an der Promenade spazieren und genossen den Sonnenuntergang.

Ein Sonnenuntergang in Lima ist schoener als der andere!

Im Hostel fanden wir sofort einen Freund, dessen Namen wir natuerlich mal wieder bis heute nicht wissen. Er ist Amerikaner mit phillipinischen Wurzeln und spricht beeindruckend gut deutsch. Mit ihm gingen wir nach einem "Gute-Nacht-Drink" fuer die Maedels auf der wunderbaren Dachterasse auch noch auf Tour. Er kannte sich aus und zeigte uns eigentlich recht coole Laeden, die allerdings an diesem Donnerstag nicht unbedingt gut besucht waren. Dies stellte sich jedoch nicht als Problem dar, denn wir waren in Feierlaune und lernten zu guter letzt noch junge Kuenstler und Theaterangestellte kennen. Wir besuchten ihr Theater, bevor wir voellig erschoepft und muede zu Bett gingen.

Endlich wieder Waerme - 18.03.09

Sabrina war wieder einigermassen fit. Und auch Simons Kopfschmerzen waren verschwunden. Daher konnten wir beruhigt die Busfahrt in Richtung Kueste antreten. Was wir nicht wussten, stand, nachdem wir die Ebene um Ayacucho verlassen hatten und ein schmales Tal die Berge hinauf folgten, auf einem Schild - 4750 Meter. Es war der hoechste Pass, den wir hier in Peru ueberschritten. Gluecklicherweise blieb dieser Hoehenunterschie folgenlos.
Durch karges Hochland ging es nahe einer neuen Oelpipeline - von dem Regenwald an die Kueste - ueber weitere kleine Paesse, bis es dann hiess: im Eiltempo von knapp 4000 Metern auf Null. Wir tauchten unter die Wolkendecke in ein Tal ein und folgten diesem bis an den schmalen flachen Kuestenstreifen Perus.

Abtauchen ins Wolkenmeer

Unten angekommen und einen Arzneimittelverkaeufer und einen Film spaeter, machten wir zehn Minuten vor dem Ziel noch eine laengere Mittagspause. Die Hitze in dieser Flussoase war unertraeglich. Man bemerkte die Hoehenunterschiede der letzten Tage. Wir waren alle einfach nur platt. An riesigen Sandduenen vorbei ging es dann bis zur Panamericana, wo wir in einen Collectivo umsteigen mussten, der uns ein paar Kilometer weiter nach Pisco brachte.

Pisco war so etwas von heruntergekommen. Die Strassen waren alle aufgerissen, die Haeuser oftmals eingestuerzt. Wir waren nun einmal in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Erde. Joe erwartete schon fuer heute Nacht ein kleines Erdbeben. Doch daraus wurde nicht. Hinzu kamen die unzaehligen Schlepper, die uns ihre Hotels und Touren verkaufen wollten. Sie konnten allesamt englisch oder aber sogar deutsch.

Wir entschieden uns fuer das guenstigeste Hotel nahe des Hauptplatzes. Natuerlich hiess er Plaza de Armas. Nach einer kleinen Mittagspause und einer kleinen Zwischenmahlzeit fuhren wir noch mit dem Tuk Tuk an den Strand und genossen bei einem Bierchen den wunderschoenen Sonneuntergang.

Malecon


Sabrinas Sonneuntergangmodus;-)

Schnell fuhren wir wieder zurueck in Hotel, da Lonely Planet vor Ueberfaellen warnte und die ganze Situation hier fernab der Innenstadt ein wenig dubios war. Simon und Sarbina wollten abends, nachdem Joe noch einmal kurz unterwegs war - die Hambruger waren einfach zu reizvoll - und von einem super schnellen aber auch super verristeten Riesenrad berichtet hatte, eine kleine Runde drehen. Stattdessen blieben sie aber bei unserem Hostelbeseitzer und einer zwei Liter Flasche reinstem Pisco haengen.

Monday, March 16, 2009

Noch einmal 10 Stunden bis nach Ayacucho - 17.03.09

Natuerlich ging es heute Vormittag gleich weiter in Richtung Ayacucho, der naechsten Stadt auf dem Weg nach Lima. Die heutige Fahrt sollte grandios werden. Wir durchquerten etwa im Zehnminutentakt die Vegetationszonen. Zu Beginn schraubten wir uns ersteinmal aus diesem sehr fruchtbaren Tal, in dem Andahuaylas lag, weit hinauf ueber die Baumgrenze in eine Grasebene. Hinter uns lag das von Morgentau bedeckte Andahuaylas zur Linken ein riesiges Tal.

Andahuaylas

Witer ging es ueber dieses Hochplateau auf ein weiteres Tal hinzu, das noch voller Wolken bedeckt war. Im Hintergrund waren die 6000er der Anden um den Asangate zu sehen.


Der Asangate!
Wir verliessen dieses wolkenuebersaete Tal in Richtung Westen und tauchten nach einer etwas laengeren Pause hinab in tropisches Klima. Wir folgten einen Fluss, an dem Bananen, Mangos und Kaktenen wuchsen.

Auf der anderen Flusseite ging es erneut auf ueber 4300 Meter hinauf. Diese staendigen Hoehenunterschiede waren Sabrina und Simon zu viel. Haemmernde Kopfschmerzen und das Hochplateau nahm kein Ende.

Gegen 17.00 Uhr erreichten wir dann unten im Tal, gluecklicherweise auf nur 2500 Metern, Ayacucho. Der Ort schein sehr schaebig zu sein. Doch der kleine Stadtrundgang nachdem wir noch schnell etwas gegessen hatten, zeigte eine sehr schoene Stadt, voll von Kirchen. Leider mussten wir morgen weiter fahren. Jedoch entschlossen wir die Andenfahrt auf halber Strecke abzubrechen und an die Kueste nach Pisco zu fahren.

Quer durch Peru nach Andahuaylas - 16.03.09

Da wir nicht irgendwelche Touristrecken per Nachtfahrt abklappern wollten, hiess es nun die Strecke nach Lima ueber die wohl schoenste des Landes zu bewaeltigen. Allerdings waren hierfuer vier volle Tage Busfahren noetig. Dies nahmen wir allerdings in Kauf.
Wir trafen uns alle gegen 7.00 Uhr am Busbahnhof, da wir gestern bekanntlich unser Hotel noch schnell gewechselt hatten. Die heutige Fahrt nach Andahuaylas dauerte satte zehn Stunden. Zunaechst ging es durch ein Tal eine asphaltierte Strasse einen 4000 Meter hohen Pass hinauf. Auf der anderen Seite und 1500 Hoehenmeter tiefer erreichten wir nach fuenf Stunden Abancay. Diese Stadt lag mitten in einem sehr tiefen Talkessel. Daher wuchsen hier auf 2500 Metern noch Mangos und andere tropische Fruechte.
Weiter ging es nach einstuendiger Pause an einer nicht gerade sehr ansprechenden Tankstelle auf die andere seite des Tals. Hier begann dann auch die Nebenstrecke bzw. Schotterpiste. Wir fuhren ungelogen knappe drei Stunden einen Berg in Serpentinen hinauf. Mittlerweile waren wir, was die Abhaenge an der Strassenseite anging, ein wenig entspannter. Dennoch schauten wir durch unsere Panoramafenster - wir lagen in der ersten Reihe ueber dem Fahrer...und es war kein Doppeldecker - oftmals bis zu 2000 Meter tiefe Abhaenge hinab.
Als wir einen weiteren Pass ueberquert hatten, fuehrte die Strasse vom kargen Hochland in fruchtbare Taeler, denen wir uns entlang schlaengelten bis nach Andahuaylas. Diesen schon etwas groesseren Ort erreichten wir gegen 17.00 Uhr. Schnell das naechste Busticket fuer morgen gekauft und in ein Hospedaje eingecheckt, machten wir uns auf Essensuche. Sabrina blieb angeschlagen im Bett. Natuerlich gab es einmal mehr Pollo mit...Pommes - wohl wahr, diesmal Gott sei Dank kein Reis.

Sunday, March 15, 2009

Und noch einmal Cusco - 15.03.09

Dieser Tag goherte mal wieder in die Kategorie: "Ausspannen und Erholen"! Nach einer guten Portion Schlaf entschlossen wir uns zunaechst die wichtigsten Dinge zu erledigen: Fruehstuecken und Internet. Da Simon noch nicht ganz fertig war, ging Joe vor. Wir wollten uns dann im Internetcafe treffen. Da dieses geschlossen war und die Kommunikation hier nicht uebers Handy laeuft, verfehlten wir uns allerdings und gingen getrennte Wege, wobei wir im Nachhinein feststellten, dass es uns ins gleiche Cafe verschlug. Zufall, Instinkt oder denken wir jetzt schon wieder in aehnlichen Bahnen?
Um zwoelf Uhr trafen wir uns wie verabredet im Hotel. Simon war bereits hier, da sein Magen etwas verrueckt spielte und Joe brauchte dringend eine Dusche. Da er selbst allerdings keine im Zimmer hatte, erbat er Asyl in der Schweiz. Die Eidgenossen bereuten ihre Gutherzigkeit jedoch umgehend, denn Simon verschloss die Tuer sicher. So wie es in allen anderen Zimmern noetig ist, um die Tuer auch nur schliessen zu koennen - richtig...Schloesser. Hier Fehlanzeige: Ein Loch in der Tuer, ein Draht und fertig ist das peruanische Tuerscchloss. Secure. Si claro.
Aber zurueck in die Schweiz. Da Schweizer, wie wir ja alle wissen, alle Kohle haben, bestanden sie auf eine erhoehte Sicherheitsstufe. Ein richtiges Schloss. Und damit konnten wir ja nicht rechnen. Die Tuer zu, der Schluessel weg, so weit so gut. Aber ein gutes Hotel hat ja sicher einen Ersatzschluessel. Ja sicher. Ein gutes Hotel. Aber dieses leider nicht!
Nach endlosen Diskussionen mit den Bediensteten taten diese...Nichts! Und wir warteten und warteten. Es passierte jedoch nichts. Nach einigen weiteren Versuchen die Bediensteten zum Handeln zu bringen, boten diese an, den Schluesseldinenst zu rufen. Der bestand aus dem Chef des Hotels, einem sehr vertrauenswuerdigen jungen Mann und seiner Assistentin. Nach kurzen Spielereien am Schloss passte rein zufaellig der zweite Schluessel.
Und dann stieg auch noch der Preis. Doch nicht mit uns. Nach zehen Verhandlungen gaben unsere schweizer Freunde nach, da sie es sich mit diesem Hotel nicht verderben wollten. Wir entschlossen uns kurzerhand umzuziehen. Denn wer uns verarschen will, der sollte dies bitte etwas professioneller tun. Also hiess es zurueck ins altbewaehrte Hostal "Euro's". Doch irgendwie war es hier ohne Guido trostlos. Wir vermissten unseren Italiener.
Abends hiess es Internetzen bis zum Umfallen. Joe schrieb bis die Finger wund waren und Simon freute sich zunaechst endlich mal wieder mit seiner Jule telefonieren zu koennen. Danach sind wir noch kurz in eine Kneipe, die Franks Kumpel gehoert, um uns von den Schweizern zu verabschieden und die Bilder der letzten Tage auszutauschen.

Saturday, March 14, 2009

Doch noch geschafft - 14.03.09

Ein bisschen muede fuhren wir tatsaechlich mit zwoelfstuendiger Verspaetung puenktlich um 7.00 Uhr in Richtung Hochland ab. Im Halbschlaf ging es erneut diese furchteinfloesende Strasse hinauf durch alle Waldformen bis nach Paucartambo. Mit einstuendiger Verspaetung - ein Truck hing leider in einem kleinen Bachbett fest und verursachte einen kleinen Rueckstau - erreichten wir Paucartambo gegen 14.00 Uhr.

Seltsamerweise hatten wir hier eine Stunde Aufenthalt. Wir koennten uns ein kleines Fruehstueck von unseren letzten Soles. Dann ging es nochmals vier Stunden durchs karge Hochland weiter, schon wieder auf so einer Hoellenstrecke, bis nach Cusco, wo wir kurz vor 19.00 Uhr eintrafen. Die Schweizer waren schnell gefunden, die Maedels eigentlich auch...zumindest ihre Zimmer. Sie waren im totalen Kaufrausch bis um 22.00 Uhr verschollen. So lange schafften wir es gar nicht. Nach einem kleinen Mal, ging es sofort ins Bettchen.

Und wieder zurueck in die Kaelte...oder auch nicht? - 13.03.09

Wir mussten wieder einmal einen Tag in Pilcopata verbringen. Dennoch versuchten wir so schnell wie moeglich von hier fort zu gelangen. Also machten sich Simon und Joe schon frueh am Morgen auf die Suche nach einem Truck, der uns ins Hochland mitnehmen sollte. Schliesslich wollten wir keine Nachfahrt in einem Bus machen, zumal die Strecke wie schon erwaehnt nicht die Sicherste war.

Doch auch nach dem zehnten Ortsdurchmarsch gab es keine Trucks. Mittlerweile kannte man uns als Auslaender, die einen Truck nach Paucartambo suchen. Was sollten wir nun machen? Die Schweizer, Frank und Sabrina und Janin konnten ein Busticket ergattern. Wir wollten natuerlich immer noch nicht im Bus mitfahren. Schliesslich war er voll und dazu die Fahrt noch langweilig. Wir versuchten also weiterhin bis um 17.00 Uhr einen Truckfahrer zu finden. Doch alle sollten erst um 21.00 Uhr fahren, im Konvoi.

Zwischenzeitlich musste Sabrina noch versorgt werden. Der Kreislauf machte nah fuenf Tagen Regenwald einige Probleme. Doch abends sollte es dann wieder so einigermassen besser gehen.

Als wir dann wie gesagt keinen Truck gefunden hatten - die Nachtfahrt im Truck ist leider zu kalt - entschlossen wir uns dann doch die uebrigen Gangplaetze im Bus zu ordern. Doch diese waren leider nur fuer Einheimische reserviert. Zu gefaehrlich ist es, dass Auslaender sich auf verbotenen Plaetzen etwas brechen.

Also blieb uns nur die eine Moeglichkeit: wir fahren mit der Busgesellschaft, die in den letzten Wochen drei Male umgekippt ist. Eigentlich eine Frechheit, dass wir den gleich Presi zahlen mussten. Gegen 19.00 Uhr fuhre dann der erste Bus mit den Schweizern und Sabrina und Janin ab. Frank blieb kurzfristig laenger im Regenwald. Die Kaelte ist nun einmal nicht seine Welt - unsere aber auch nicht.

Nach zwei Stunden Warten erkundigten wir uns, was denn mit unserem Bus sei: Erdrutsch oben...das wuerde bedeuten, dass die anderen im Bus uebernachten muessten. Dies war nicht der Fall, wie wir spaeter erfuhren. Dennoch wurde uns dies mitgeteilt. Am naechsten Morgen sollten wir um 6.00 Uhr bereit fuer die Abreise sein. Wir wussten nicht, ob wir uns nun freuen sollten oder nicht. Schliesslich war heute Freitag der 13. Was blieb uns nun uebrig?

Wie schon erwahnt ist Freitag immer Diskotag. Mit Frank zogen wir los, feierten mit den Bekannten aus den umliegenden Lodges, die uns die letzten Tage durch den Regenwald gebracht hatten. Sogar als Frank gegen 1.00 Uhr schlapp machte, zog es uns zurueck. Und als wir gegen 3.00 Uhr zurueck im Hostel waren, erschien es Joe zu gefaehrlich noch einmal zu schlafen. ALso legten wir uns vor den schon wartenden Bus. drei Stunden schliefen wir dann noch.

Auf ins Dschungelcamp - 08.-12.03.09

Tag 1:
Heute frueh um 10.00 Uhr machten wir eine kleine Rafting-Tour nach Atalaya. Dies kostete uns zwar 20 Dollar mehr, doch lohnen sollte es sich allemal. Nachdem wir das Boot aufgepumpt hatten, machten wir uns auf den Weg durch Stromschnellen der leichteren Kategorie. Doch die Landschaft war grandios. Wir schlaengelten uns quer durch bewaldete Berghaenge. Zwischendruch blieb immer mal wieder Zeit fuer ein kleines Bad oder auch fuer einen Zwischenstop an einem Strand. Nach einer Schluchtdruchfahrt erreichten wir Atalaya, das wir schwimmend erreichen mussten. Es war nicht unbedingt leicht gegen die Stroemung anzukommen. Und im Hinterkopf immer der Gedanke, dass Wasserschlangen sich um ein Bein wickeln koennten.
Startschuss

In Atalaya, einem sehr kleinen Ort, wartete Frank auf uns. Wir luden unser Gepaeck um und fuhren mit einem kleinen Boot ca. 40 Minuten die Stromschnellen hinab zu unserer Lodge, die auf der linken unberuehrten Seite des Rio Madre de Dios lag. Wir befanden uns hier schon mitten im Manu Nationalpark, wie auch schon in Pilcopata. Jedoch war es die oeffentliche Zone. Hier durfte man Land erwerben und 28% davon Nutzen. Die Pufferzone weiter im Norden war nur fuer betuchte Touristen und Forscher, die Sperrzone hingegen war fuer niemanden zugaenglich. Einige Indianer lebten hier noch nach ihrer Tradition. Zwei Deutsche, die versucht hatten, dieses Volk naeher kennen zu lernen, sind vor einigen Jahren nicht zurueck gekommen.

Mit dem Boot durch den Regenwald

Unsere Lodge lag fuenf Minuten den Hang hinauf mitten im Wald. Zudem war ein kleiner Bach zu durchqueren, der bei anhaltenden Regenschauern schon einmal Schulterhoch anschwellen kann. Es gab nur zwoelf Betten in zwei groesseren Bungalows verteilt, zudem ein offener Aufenthaltsbungalow, in dem auch gekocht wurde. Das Essen von Rosana, unserer persoenlichen Koechin, war genial. Es gab immer Leckereine, von Nudeln zu Omelette, leckeren Reisgerichten und Sandwiches - und das drei Mal am Tag.

Nachdem wir erfolglos auf einer vorgelagerten Insel, die ueber einen kleinen Bach zu erreichen war, gefischt hatten, ging es nach dem Abendessen wieder zurueck zu dieser Insel mitten im Rio Madre de Dios. Wir machten ein grossen Lagerfeuer und tranken mit Einheimischen der Nachbarlodges Cambiasso, einen Zuckerrohrschnaps.

Tag 2:

Heute Vormittag stand der Canopy auf dem Programm. Doch wir mussten ein wenig warten. Denn in der Erica Lodge nebenan, waren noch Gaeste. Und diese bzw. deren Guides durften nicht erfahren, dass wir dieses Abenteuer machen wuerden. Schliesslich bezahlten wir die Einheimischen, die uns dieses Erlebnis naeher bringen sollten, bar und nicht ueber Umwege oder gar nicht, wie es die Agencies hier immer machten.

Nach 30 Minuten Fussmarsch durch den Wald erreichten wir die erste Plattform. Es ging gleich 120 Meter ueber eine 50 Meter tiefe Schlucht. Drei weitere folgten, die einen laenger, die anderen schneller. Am Ende folgte ein Abseilen von der letzten Plattform aus 15 Metern Hoehe.

Simon in Action

Und gleich nochmal...

Am Nachmittag ging es Simon zunehmend schlechter. Wie so viele, die aus dem Hochland in den regenwald kommen, wurde er von einer fiebrigen Erkaeltung und Kreislaufproblemen erwischt. Das hielt Joe nicht davon ab zwei Fische fuer das Abendessen aus dem Fluss zu ziehen. Abends gab es dann noch einen kleinen Cambiasso, bevor wir erschoepft ins Bett fielen.

Tag 3:

Die gute Nachricht war, dass Simon wieder top fit war. Wir machten uns daher vollzaehlig mit Phelipe, dem Hausmeister hier, auf den Weg den Regenwald zu erkunden. Wir gingen einen grossen Rundgang durch das bergige Gebiet ab, passierten zwei Urwaldriesen von 70 Metern Hoehe und probierten Leckereien wie z.B. Termiten und einige Fruechte. Ueber einen Bambuswald am Ufer des Rio Madre de Dios erreichten wir nach gut drei Stunden gegen Mittag unsere Lodge.

Ob der mit der Machete zu faellen ist?

Nach einem erneut erfolglosen Fischfang, einem Badegang und der Holzbeschaffung auf einer gegenueberliegenden Insel per Boot, machten wir uns gegen 16.00 Uhr auf dem Weg zu einer Colpa. Wir wollten Tiere beobachten. Doch irgenwie endeten wir auf halber Strecke. Wir liefen naemlich das bei unserer Lodge endende Bachbett hinauf. Es war zeitlich nicht machbar, die Colpa vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Der Rueckweg ueber die grossen rutschigen Steine und die Wasserschlangen schienen zu gefaehrlich. Dennoch war es ein voller Erfolg. Wir fuehlten uns wie die spanischen Erstentdecker, die die Fluesse und Baeche nutzen, um Wegstrecke gut zu machen.

Zurueck in unserer Lodge fing es leider dermassen an zu regen, dass an Lagerfeuer nicht mehr zu denken war. Es regnete die ganze Nacht ununterbrochen. Am naechsten Tag war der Rio Madre de Dios dermassen angeschwollen, dass Insel samt unser Feuerholz verschollen war.

Tag 4:

Heute begann unserer Programm erst um 13.00 Uhr. Wir gammelten uns von Stunde zu Stunde. Nach dem Mittagessen, wollten wir dann auf Franks Grundstueck fuenf Minuten flussaufwaerts, auf dem demnaechst eine Lodge entstehen soll, einen Wasserfall finden. Nach einer Stunde Wartezeit - das Boot wollte einfach nicht kommen - erreichten wir nach einer kurzen Bootsfahrt dieses Grundstueck von 28 ha, das rechtlich einem Peruaner gehoerte, der jedoch ohne Franks Investition hier nichts entstehen lassen konnte.

Eigentlich wollten wir mit Macheten quer durch den Regenwald. Doch die Erzaehlungen, wo der Wasserfall sei, waren zu vage. Also folgten wir wieder einmal einem Bachbett. Dieses war jedoch ein wenig anspruchsvoller. So waren die Steine teilweise riesig und die Wassertiefe zu gross, so dass wir gezwungen waren kleine Umwege durch den Wald freizuschlagen.

Joe an vorderster Front

Nach gut zwei Stunden wurde der Bach zwar schmaler, doch ging auch die Sonne langsam unter, so dass wir uns entschlossen zurueck zu gehen. Es glich einem einzigen Gestolper. Wir waren alle erschoepft. Die letzten Meter konnten wir noch ueber einen Pfad durch den Wald abkuerzen. Ansonsten haetten wir die Nacht im Flussbett verbringen duerfen. Unser Boot lies wieder auf sich warten. Nach einer Stunde ging es dann zurueck und nach dem Abendessen auch schnell ins Bett.

Tag 5:

Alles hat nun einmal ein Ende. Und leider sollte das Ende nicht versuesst werden. Eigentlich wollten wir heute morgen um 6.00 Uhr zu einer Vogelcolpa am FLuss fahren. Hier sollte es Araschwaerme zu sehen geben. Danach sollte es noch in ein Schilfgebiet gehen, um Kaimane zu beobachten. Doch es goss einmal mehr in stroemen, so dass sich wohl keine Tiere blicken lassen wuerden.

Daher nahmen wir gegen 11.00 Uhr das Boot nach Atalaya, warteten dort noch eine gute Stunde auf unseren Fahre und fuhren dann mit einem Pick-up zurueck nach Pilcopata. Die Fahrt war genial. Es ging quer durch den Regenwald die Haenge hinauf, so dass wir nach einer Weile einen wunderschoenen Blick auf das bewaldete Flusstal des Rio Madre de Dios hatten.

Unsere Truppe samt Rosana und klein Louis

Das Gefaehrt, welches uns zurueck brachte...

Durch Wald und an einigen kleinen Gehoeften vorbei ging es weiter nach Pilcopata. Wir sahen noch Affen, Echsen und Voegelschwaerme - mehr als die ganze Zeit im Regenwald. Gegen 14.00 Uhr war unsere Tour leider beendet. Wir verscuhten noch vergeblich einen Truck nach Paucartambo zu finden und assen am Markt mit Patrick und Benni, unseren Schweizern, und Frank noch zu Abend.

Pilcopata - 07.03.09

Ich weiss auch nicht, warum ich diesen Tag ueberhaupt in diesem Blog erwaehne. Weil unsere Koechin einen Tag Verschnaufpause brauchte und wir noch einige Dinge einkaufen mussten, verbrachten wir einen ruhigen Tag in Pilcopata. Hier gab es wirklich nur zwei Strassen, die eine davon war die Hauptstrasse.
Im Endeffekt bestand der ganze Tag aus Essen. Fuer einen Euro gab es hier wieder einmal eine leckere Vorsuppe, ein Getraenk und Reis mit Huehnchen. Abends durfte dann ein Bierchen in gemuetlicher Runde mit zwei Schweizern, die vorher zehn Tage mit Frank in Boca waren und noch einmal in den Regenwald mussten, nicht fehlen.
Den ersten Eindruck des Regenwaldes bekamen wir dann auch noch. Es goss den ganzen Abend wie aus einem Wasserfall.

Es kommt immer anders...und zweitens als man denkt - 06.03.09

Morgens setzten wir uns um 9.00 Uhr auf die Ladeflaeche eines kleinen LKW's. Direkt hinter dem Fahrarhaeuschen beschlagnahmeten wir die einzige Holzplanke, auf der wir uns niederliessen. Die uebrigen 20 Personen, die noch in Paucartambo nach der Abfahrt gegen 10.00 Uhr aufgeladen wurden, durften auf dem Boden Platz nehmen.

Die Fahrt ging ueber eine Schotterpiste einen Hang entlang. Das Tal unter uns zur Linken wurde immer tiefer, die Abhaenge immer steiler und die Erdrutsche zahlreicher. Und mittlerweile bemerkten wir, dass die Holzpritsche doch nicht mehr so bequem war. Dennoch hatten wir eine atemberaubende Sicht in alle Richtungen.

Nachdem wir bei Tres Cruzes eine Passhoehe ueberquert hatten, ging es nur noch bergab. In Serpentinen und engen Kurven schlaengelten wir uns in Zentimeterabstaenden an den gut 300 Meter tiefen Abhaengen vorbei. Und immer wieder Erdrutsche. Das Bekreuzigen der Einheimischen an einer Schneise der Verwuestung blendeten wir aus. Hier ist vor einer Woche ein Bus umgekippt.

Es ging von einer hochandinen Graslandschaft durch den Nebelwald bis hinab in den tropischen Regenwald. Hier befanden wir uns bereits in der oeffentlichen Zone des Manu Nationalparks. Dennoch war keine Menschenseele zu sehen.

Kleine Panne zwischendruch

Nach gut fuenf Stunden erreichten wir sicheres Terrain. Wir folgten einer Piste, die quer durch den Regenwald fuehrte bis in eine kleine Siedlung. 20 Minuten spaeter erreichten wir Pilcvopata, ein kleiner Ort, umgeben von bewaldeten Huegelketten.

Da es erst 16.00 Uhr war, assen wir kurz eine kleine Reisplatte und liessen uns dann von einem Einheimischen zu dem Bus bringen, der weiter in den Regenwald fahren sollte. Doch auch nach drei Stunden fuhr dieser einfach nicht los. Als der Einheimische dann wieder auftauchte, hatte er einen Deutschen im Schlepptau. Frank war sein Name. Er meinte, wir koennten es vergessen. Die Fluesse seien zu voll, dass Busse sie passieren koennten. Und die Weiterfahrt nach mindestens drei Tagen Wartezeit mit dem Boot nach Boca Manu wuerde 500 Euro kosten. Die Touris werden hier nun einmal ausgenommen.

Fuer 130 Dollar koennten wir aber mit ihm fuer fuenf Tage in eine Lodge fahren und von dort aus Ausfluege machen. Er war gerade mit einer Tour fertig geworden und hatte absolut keine Lust zurueck ins Hochland zu fahren. Wir waren schnell ueberstimmt.

Abends gingen wir dann noch in eine kleine Disko der Einheimischen, wo die Holzfaeller ihre ganzen Loehne vertrinken. Ihr habt richtig gehoert: Holzfaeller in einer relativ geschuetzten Zone. Aber da die teuren Reiseunternehmen hier keine Loehne zahlen und die Arbeiter immer wieder vertroesten, muessen Alternativen gesucht werden. Zumindest wird hier kein Kahlschlag betrieben. Die Hoelzer werden mit der Kettensaege vor Ort im Wald in Planken gesaegt und kilometerweit zu einem Weg gebracht.

Thursday, March 5, 2009

Diemal haben wir die camino de la muerte mit dem Bus bezwungen - 05.03.09

Eigentlich sind wir ja davon ausgegangen, dass wir die Deathroad hinter uns gelassen hatten. Doch wir sollten heute eines Besseren belehrt werden. Nach einem guten Fruehstueck und den letzten Besorgungen auf dem Weg in den Dschungel, sassen wir um 10.30 Uhr im Bus in Richtung Paucartambo. Denn hier sollte sich die erste Station ausserhalb der Zivilisation befinden.
Nach etwas einer Stunde auf befaestigter Strasse fuhren wir einen Pass hinauf. Dieser fuehrte uns erneut in schwindelerregende Hoehen. Unzaehlige Serpentinen brachten uns auf 4000 Meter ueber dem Meeresspiegel. Die Piste war einspurig, wurde jedoch von beiden Seiten aus befahren. Der Blick aus dem Fenster war teilweise schon etwas beaengstigend. Es ging annaehernd 90 Grad in die Tiefe. Und wenn wir hier von Tiefe sprechen, dann meinen wir auch Tiefe!!! In einigen Passagen ging es mehrere hundert Meter hinab.
Wir konnten uns jedoch gluecklich schaetzen, dass unser Busfahrer ein sehr erfahrener und sicherer Vertreter seiner Branche war. Er brachte uns sicher durch atemberaubende Landschaften ans Ziel. Der Weg fuehrte noch an kleinen Inkaruinen vorbei, die uns der Busfahrer und die anderen Passagiere stolz praesentierten. So rief der Beifahrer Joe nach vorne, um Fotos davon zu machen. Joe war zuvor bereits zu Gast in der Fahrerkabine gewesen, um dieses Erlebnis in Bild und Ton festzuhalten. Ihr duerft also gespannt sein.
Nach dreieinhalbstuendiger Fahrt und der Ueberquerung der letzten Andenkordilliere kamen wir in Paucartambo an. Es war das Tor zur Sonne und dem Regenwald. Hier besorgten wir uns allerdings zunaechst nur einen kleinen Snack, um danach frisch gestaerkt zu versuchen noch einen Ort weiter in Richtung Regenwald zu kommen. Tres Cruzes mit seinen atemberaubenden Sonnenaufgaengen und Pilcopata dahinter standen zur Auswahl. Busse fuhren heute jedoch nicht mehr. Wir stellten auch schnell fest, dass Trucks nur in den Morgenstunden fuhren. Nach langem Hin und Her ohne Ergebnisse, fanden wir schliesslich einen Trucker, der uns fuer einen Euro pro Person auf der Ladeflaeche nach Pilcopata bringen wollte.
Er benoetigte zwar etwas Zeit, um sein Gefaehrt in Gang zu bekommen, doch letztlich schnurrte der Truck wieder. Wir verabredeten uns fuer neun Uhr am Folgetag mit ihm und kehrten in einem sehr schoenen Hostel im Zentrum des Dorfes ein. Die Zimmer waren genial. Fuer ebenfalls nur fuenf Soles (gut ein Euro) bekamen wir ein richtig grosses Zimmer mit Balkon Richtung Hauptplatz.
Wenn ihr euch jetzt wundert, dass wir diesen Blog noch schreiben koennen, wo wir doch eigentlich die Zivilisation verlassen wollten, dann tut ihr dies zurecht. Wir waren auch sehr erstaunt, hier ein Internetcafe zu finden. Es ist zwar etwas langsam und teuer, aber wer will es verdenken: wir sind hier schliesslich in Mitten von riesigen Bergketten vom Rest der Zivilisation abgeschnitten.

Tuesday, March 3, 2009

Auf dem Weg in den Regenwald

Da aufgrund der Dengue-Epedemie im Tiefland Boliviens ein Aufenthalt im Regenwald zu gefaehrlich erscheint, fahren wir nun direkt nach Peru. Hier werden wir dann allerdings das entgangene Abenteuer nachholen und von Cusco nach Amazonien fahren. Das heisst nicht, dass es hier keine Gefahren und auch Krankheiten gibt. Wir versuchen nur die Gafahr zu minimieren, indem wir bestimmte Gegenden vermeiden. Dies war auch jedem klar, der sich auf dieses Abenteuer eingelassen hat. Es wird jederzeit die Moeglichkeit geben, zurueck nach Cusco in die Zivilisation zu gelangen. In Boca Manu und Puerto Maldonado gibt es Flughaefen.
Wer lange Weile hat, kann gerne bei Google Maps nachschlagen, welche Richtung wir einschlagen. Zuerst geht es per Bus nach Paucartambo, dann weiter nach Pillcopata, wo dann auch die eigentliche Strasse aufhoert. Wir versuchen weiter mit einem LKW nach Shintuya zu gelangen, wo es einen Anleger fuer Boote nach Boca Manu geben soll. Von hier fuehrt der Rio Madre de Dios dann zwei Tage nach Puerto Maldonado. Von dort geht es dann zurueck nach Cusco - offiziell steht im Lonely Planet etwas von zwei bis sieben Tagen auf einem Truck, je nach Wetterlage.
Wie ihr seht, wird sich dementsprechend auch die Internet- vund Telefondichte verringern. Ein funktionsfaehiges Telefon gibt es vermutlich von Shintuya nach Puerto Maldonado, also vom 06.03.-12.03. nicht, je nachdem wie tief wir uns mit der Machete in den Wald schlagen.
Dann wurd ich mal sagen...bis naechste Woche, euer Joe

Machu Picchu - 05.03.09

Mit dem Taxi ging es gegen 6.30 Uhr zum Bahnhof, wo wir eine halbe Stunde spaeter mit einem sehr modernen Zug in Richtung Aguas Calientes aufbrachen. Jeder Waggon hatte seine vier Angestellten. Ein Fruehstueck gab es trotzdem nicht. Die Fahrt dauerte gute vier Stunden und fuehrte erst ueber die Cuzco umgebende Bergkette auf ein Hochplateau. Von hier tauchten wir in ein sich endlos sich erstreckendes Tal ab, welches immer schmaler und tiefer wurde.

Aguas Caliente erreichten wir gegen 11.00 Uhr. Es lag umgeben von riesigen Bergen an einem reissenden Fluss. Nachdem wir ueberteuert Mittag gegessen hatten, es dauerte zudem Stunden, fuhren wir fuer sagenhafte sieben Dollar 20 Minuten weiter das Tal hinab, bis es in Serpentinen einen Hang hinauf ging. Oben angekommen, lag Machu Picchu. Nachdem wir unsere Stundentenrabatte ergattert hatten (15 statt 30 Euro), obwohl wir nur Semestertickets dabei hatten (Sabrina hatte keinen und musste daher fuer den Studentenstempel ein wenig mehr bezahlen), gingen wir sofort zu dem hoesten Aussichtspunkt.

Uns bot sich ein unglaublicher Anblick. 600 Hoehenmeter unter uns windete sich der reissende Fluss durch dieses vollkommen bewaldete Bergmassiv. Machu Picchu mit seinen Ruinen war in dem ganzen Spektakel nur eine "Halbinsel", die von diesem Fluss umschlungen war. Wir liessen uns etwa drei Stunden Zeit um unzaehlige Aussichtspunkte und Ruinen zu erkunden.




Machu Picchu

Dann stiegen wir ueber einen Waldweg hinab ins Tal, um dann dem Fluss nach Aguas Caliente zu folgen. Zurueck in dieser ueberteuerten Stadt assen wir noch etwas, bevor es dann mit dem Zug in Richtung Cusco zurueck ging. Diesmal fuhren wir eine Klasse hoeher. Es gab sogar etwas zu essen. Dies war eigentlich nicht so gewollt. Es waren die einzigen freien Plaetze, die wir gestern noch ergattern konnten. In Ollantaytambo hielt der Zug dann nach kanpp zwei Stunden Fahrt gegen 20.30 Uhr. Wir mussten uns dann einen Bus nehmen, der sich durch die Nacht ueber die Bergstrassen windete.
Gegen 23. 00 Uhr waren wir dann gluecklich und zufrieden wieder zurueck im Hostel. Doch einer fehlte: Guido hatte sich schon heute Morgen von uns verabschiedet. Er ist jetzt vermutlich schon in Groenland. Doch das Bier auf unserem Zimmer schmeckte auch ohne ihn.

Planlosigeit in Cusco - 04.03.09

Heute morgen wollten wir erst einmal alles klaeren, was zu klaeren war. Dazu gehoerte, nachdem wir fuer einen Euro ein Sandwich und einen frisch gepressten Papayasaft verzehrt hatten, die Tickets fuer den Zug zum Machu Picchu und die fuer den Bus in den Regewald zu besorgen. Urspruenglich wollten wir gar nicht hier versacken, doch der Bahnhof hatte gestern leider schon geschlossen.
Wir zahlten umgerechnet 65 Euro fuer die Zugfahrt...das war nicht so schoen, zumal morgen fuer den Eintritt weitere 30 Euro faellig werden. Mit dem Taxi klapperten wir dann die Busbahnhoefe ab, bis wir den richtigen gefunden hatten. Wobei hierbei das Wort "Busbahnhof" uebertriebn war. Es war eine kleine Bruchbude, die Tickets fuer Busse in Richtung Manu verkaufte. Hier sollten dann auch die Busse halten. "Richtung Manu" weil einfach keine Strasse nach Manu fuehrt und wir versuchen werden uns dort hin durchzuschlagen. Es werden uns hoechstwahrscheinlich Wasserstrassen den Weg weisen - mal schaun.
Zurueck im Hostel wollte Guido dann ploetzlich einen guenstigeren Weg nach Machu Picchu herausfinden. Nach zwei Stunden Warten und Verhandeln mit einem Travel-Agent stellte sich heraus, dass es unmoeglich ist, innerhalb von ein bis zwei Tagen ohne den Zug zu diesen Inka-Ausgrabungen zu gelangen. Also blieb alles beim Alten. Nur Guido tauschte sein Zugticket wieder um. Also teilten sich unsere Wege.
Der Rest des Tages bestand aus einem Sightseeing und einem kleinen Kneipenaufenthalt. Die Maedels sind uebrigens immer noch shoppen und haben uns mitgeteilt, dass wir sie ab 22.00 Uhr suchen sollen, sollten sie bis dahin nicht in der Kneipe auftauchen;-)
!!!Wir erstanden fuer vier Euro ein Werdertrikot, welches wir noch einem Fussball spielenden Indiokind schenken wollen!!!

Uebers Altiplano nach Cusco - 03.03.09

Heute stand einmal mehr Busfahren auf dem Programm. Nach dem Fruehstueck ging es gleich um 9.00 Uhr an die bolivianische Grenze. Nach den Formalitaeten fuhren drei Stunden in Seenaehe nach Puno. Zu sehen war bisd auf das bergige Grasland nicht viel. In Puno dann wieder einer Unplanmaessigkeit. Der Bus, in dem wir umsteigen sollten, wollte ersts um 14.00 Uhr weiterfahren. Das hiess erst einmal zwei Stunden Warten, was gleichzusetzen war mit Essen. In Peru war naemlich ale aehnlich guestrig wie in Bolivien.
Weiter ging es dann noch sieben Stunden nach Cusco. Es ging durch ewiges Altiplanograsland. Nach und nach wurde die Landschaft ein wenig reizvoller. Wir durchquerten schmale idyllische Taeler, die von Vulkanen umgeben waren. Seltsamerweise wurde auf dieser Hoehe weiterhin extensiv Landwirtschaft betrieben. Zudem sahen wir die ersten Baeume seit ungefaehr drei Wochen. Die letzten drei Stunden durch die Dunkelheit waren nicht so schoen. Die Kinder im Bus schrien, der Mittelgang war von stehenden Peruanern vollgestopft und der Geruch war leider auch nicht der Beste.
Mit dem Taxi ging es dann in ein einheimisches Hotel. Wir teilten uns mit Guido ein Dreibettzimmer. Mit eigenem Bad sollte jeder von uns gerade einmal zwei Euro zahlen - der Wahnsinn. Das Essen fuer 80 Cent in einem Restaurant nebenan beinhaltete eine Suppe, einen Tee und Reis mit Fleisch - ich bleib hier´...

Sunday, March 1, 2009

Titicacasee - 02.03.09

Der heutige Tag stand im Zeichen der Erholung. Bis um 13.00 Uhr machten wir alles Moegliche, nur nichts Wichtiges. Dann ging es mit Guido, den beiden deutschen Maedels von der Uyuni-Tour und drei Chileninen, die Guido zur Preissenkung angeschnackt hatte, mit einem Privatboot ueber den Titicacasee. Der halbtaegige Spass sollte uns jeweils vier Euro kosten.

Guido und die Maedels auf unserer Privatyacht

Zunaechst fuhren wir zwei Stunden zur Isla del Sol. Hier gab es Inka-Bewaesserungsanlagen an einem Hang zu bestaunen. Nach einer Stunde Bergsteigen ging es weiter zu einer nahegelegenen Ruine. Wir konnten eigentlich froh sein, dass Machu Picchu erst noch kommt. Ansosnten waeren wir ziemlich enttaeuscht gewesen. Auf halber Rueckwegstrecke erreichten wir die Schilfinseln. Diese waren jedoch nur nachgebaut, da die richtigen weiter im Norden in Puno schwimmen. Stattdessen standen diese auf Pfaehlen oder wurden von blauen Wasserkanistern getragen.

Als Fazit kann man sagen, dass es ein wunderschoener, sonniger Tag war, dessen Attraktionen sich jedoch in Grenzen hielten. Zurueck in Copacabana assen wir mal wieder mit Guido in einem superguenstigen Lokal. Es gab Mett und Ei auf Reis mit Salat fuer umgerechnet 80 Cent. Und jetzt warten wir gerade auf Sabrinas Waesche. Es ist gleich 22.00 Uhr und der Trockner ist immer noch nicht fertig. Hoffentlich schafft er es noch. Morgen frueh geht es weiter nach Cusco.

Weiter zum Lago Titicaca - 01.03.09

Nachdem wir lecker gefruehstueckt und noch so einige Sachen erledigt hatten, machten wir uns mit Guido unserem italienischen Freund auf dem Weg zu einer Bushaltestelle. Das Taxi war einmal mehr gnadenlos ueberladen. Aber hier scheint das egal zu sein.
Die Busfahrt nach Copacabana dauerte gute drei Stunden und fuehrte, nachdem wir die La Paz umschliessende Berkette ueberquerte hatten, quer ueber das Altiplano. Natuerlich mussten wir erst einmal die endlos langen Vororte durchqueren, ehe wir die Grassteppen des Hochlandes erreichten. Nach einer Weile folgten wir oestlich den Auslaeufern des Titicacasees, der sich hier noch um die umliegenden Berghaenge windete.
Um die Halbinsel zu erreichen, auf der Copacabana liegt, mussten wir ueber einen Nebenarmes dieses maechtigen Sees gelangen. Waehrend der Bus auf einer Holzfaehre transportiert wurde, durften wir, vermutlich die sichere Variante, in einem Boot uebersetzen. Nach weiteren 20 Minuten Fahrt ueber schmale Bergstrassen, erreichten wir Copacabana.
In diesem kleinen Oertchen machten wir uns erst einmal auf die Suche, ein bestimmtes Hostel zu finden. Doch Christians Onkel war leider nicht vor Ort, weshalb die Uebernachtung hier kein Sinn gemacht haette. Stattdessen fanden wir fuer drei Euro pro Kopf ein super Hotel mit sehr sauberen Doppelzimmern und warmen Wasser.
Viel passierte dann heute nicht mehr. Wie ihr wisst, ist hier anscheinend immer Karneval. Abends spielten Bands, betrunkene Spielmannszuege liefen durch die Strassen und jeder war in Feierlaune. Das Dorf und vor allem der Markplatz platzten aus allen Naehten. Da wir dem nicht nachstehen wollten, setzten wir uns, nach dem vergeblichen Versuch eine Kneipe zu finden, vor unsere Zimmer und tranken auch ein Bierchen.

We survived the Death Road - 28.02.09

Heute morgen sollte es schon frueh losgehen. Nachdem wir bei unserer Travel Agency mit weiteren 14 Mitreisenden gefruehstueckt und uns umgezogen hatten, fuhren wir mit zwei vollbeladenen Kleinbussen zum Cumba-Pass. Die Fahrraeder waren natuerlich oben aufgeschnallt.

Wir ueberquerten die La Paz umgebenden Berghaenge und stiegen von 3600 auf 4600 Metern an. Oben angekommen stellten wir fest, dass es nicht gerade das idealste Wetter fuer eine kleine Fahrradtour bestand. Die Sicht war gleich null. Bis auf weissen Nebel war nicht viel zu sehen. Zudem fing es an in stroemen zu regnen. Die Temperaturen lagen bei null Grad.

Aber egal, gebucht ist gebucht und somit stuerzten wir uns nach einer kleinen Sicherheitseinweisung hinab in das dunkle Grau. Mit bestimmt 40 Sachen ginge es hintereinander die wendige Asphaltstrasse hinab. Waehrend Joe zuvor noch meinte, wir sollten alle vorsichtig fahren, liess er es sich nicht nehmen, an vorderster Front mit zu radeln. Janin erlebte leider ein Dejavue mit der Hoehenkrankeit und musste bis zum untersten Teil der Death Road im Wagen mitfahren. Die letzten Kilometer bezwang sie dann aber doch noch. Der Ehrgeiz war zu gross.
Nach 27 von ca. 70 Kilometern und zwei Polizeistationen spaeter, es dauerte gefuehlte 20 Minuten (im Endeffekt ca. zwei Stunden), mussten wir fuer einige Kilometer in unsere Busse umsteigen. Der Grund dafuer lag bei vier Touristen, die vor einem Jahr von einem entgegenkommenden Jeep erfasst wurden. Deshalb nun einmal dieser Name - Death Road.
Als wir wieder ins Freie durften, hatten wir die neue Asphaltstrasse nach Coroico verlassen und befanden uns nun am Anfang der Camino del Muerte. Wir bekamen die Instruktion immer auf der Seite des Abhangs zu fahren, also auf der linken Seite. Obwohl es keinen entgegenkommenden Verkehr geben sollte, seit 2006 gibt es eine neue Strasse, wuede dieser immer am Hang fahren. So koennte man einen Zusammenstoss vermeiden.
Anfangs rollten wir gemaechlich den Berg hinunter. Die Sicht war immer noch die Gleiche, weshalb man den 200-Meter-Abgrund einen halben Meter von einem entfernt nur erahnen konnte. Auch die beiden Balkone, eine Ausweichstelle fuer LKW´s und Busse, die durch einen sehr schmalen 200-Meter-Abschnitt verbunden waren, waren fuer uns nichts Besonderes, obwohl hier der Abhang einer Vertikalen glich.
Nach und nach besserte sich das Wetter. Erst hier begriffen wir, wo wir uns eigentlich befanden. Und dennoch fuhren wir recht zuegig an steil abfallenden Vertikalen vorbei und unter Wasserfaellen hindruch - das Adrenalin liess jegliche Hoehenangst verschwinden. Nach und nach zog Simon mit der vorderen Gruppe davon, Joe blieb bei Sabrina. Zwei Beinaheabstuerze waren genug - so schlimm war es dann doch nicht ;-)

Camino del Muerte

Hier in ihrer harmlosen Variante

Und dennoch sind wir unten angekommen...auch Sabrina!!!

Die eigentliche Death Road befuhren wir leider nur zwei Stunden. Das letzte Teilstueck und auch die letzte Stunde waren nach einer kleinen Mittagspause dann zum Heizen gemacht. Hier waren die Abhaenge nicht mehr so steil und die Strasse nicht mehr so kurvig. Mit bestimmt 40 Km/h bretterten wir ueber eine Schotterpiste den Hang hinab. Die Haende schmerzten allmaehlich. Dennoch ueberlegten wir, diese Strasse nocheinmal zu befahren. Schliesslich konnten wir unsere Eindruecke gar nicht verarbeiten - es war einfach zu gefaehrlich, diese Landschaft zu geniessen.

Unten im Tal angekommen, kurz vor Coroico, mussten wir noch einen kleinen Anstieg bewaeltigen, ehe wir uns mitten in der Wildnis in einem kleinen Hotel entspannen konnten. In fuenf Stunden fuhren wir 3400 Hoehenmeter hinab und durchquerten fast alle Klimazonen Suedamerikas. Der Regenwald fehlte noch.

Nach knapp drei Stunden Erholungspause, einer Dusche und einem leckeren Mittagessen, fuhren wir gegen 17.00 Uhr zurueck nach La Paz. Nach einem kurzen Abstecher nach Coroico, dies lag 500 Meter hoeher, ging es leider auf der neuen Strasse in Richtung Hochland. Zwar war die Landschaft grandios, wir windeten uns in riesigen Serpentinien im Nachbartal der Death Road die Haenge hinauf, doch einmal im Bus die Camino del Muerte...das fehlt noch.

Nachdem wir noch machtige Wasserfaelle im andinen Hochland bestaunen konnten, brach die Nacht ninein. Und die Fahrt wollte gar nicht mehr enden. Hinzu kam das Stauchaos in La Paz, welches dazu fuehrte, dass wir erst gegen 21.00 Uhr zurueck im Hotel waren. Dennoch hatten wir uns ein Bierchen verdient. Schliesslich haben wir die Death Road ueberlebt, was ca. hundert Personen pro Jahr nicht von sich behaupten koennen.