Amazonien droht die Abholzung

Wird das Sch
icksal des brasilianischen Regenwaldes bald per Gesetz besiegelt? Seit Wochen streitet das Parlament in Brasilia über einen Entwurf zur Änderung des brasilianischen Forstgesetzes. Die entscheidende Abstimmung ist schon mehrfach verschoben worden und hat immer noch nicht stattgefunden. Umweltschützer protestieren weltweit gegen den Entwurf, der weitere Abholzungen per Gesetz erlauben würde. Die Änderung des bestehenden Waldnutzungs-gesetzes würde die großflächige Zerstörung eines der letzten großen Regenwaldgebiete besiegeln. Nach Schätzungen von Greenpeace wären über 30 Millionen Hektar des Amazonaswaldes, eine Fläche fast so groß wie Deutschland, unmittelbar bedroht.

Und deshalb seid ihr gefragt!

Nehmt an der Unterschriftenaktion gegen dieses Forstgesetz teil:

Friday, April 17, 2009

Roraima - 07.-11.04.09

Tag 1:

Gegen 7.00 Uhr ging es mit einem Jeep, drei Traegern und einem 21jaehrigen Guide namens Puri - Gruss an die Stechfliegen - in Richtung Norden. Nach einem kleinen Zwischenstop an einer Baeckerei erreichten wir nach einer Stunde Fahrt ueber die asphaltierte Nationalstrasse das Dorf San Francisco. Von hier fuehrte eine Schotterpiste eine weitere knappe Stunde durch huegeliges Grasland nach Paratepui.
Nachdem wir unsere Trinkflachen aufgefuellt hatten, ging es los. Die ersten elf Kilometer an den Fluss River Tek waren nicht unbedingt sehr anspruchsvoll. Es war huegelig und angenehm warm. Zwischendurch machten wir kleine Pausen an bewaldeten Fluessen. Dennoch mussten wir immer mal wieder auf David warten - nicht auf den Franzosen, sondern auf den Englaender, der gerstern Abend noch zu uns zugestossen ist. Er wollte die 35 Euro fuer einen Traeger sparen und trug 20 Kilo mit sich, u.a. sein Essen.
Vom River Tek, wo es Thunfischsalat und Sandwiches gab, liefen wir ca. sechs Kilometer weiter um Military Camp. Zum Base Camp schafften wir es leider nicht mehr. Zu gross waren die Distanzen, die wir anstatt an drei Tagen an zweien liefen. Das zweite Teilstueck nach zwei Flussdruchquerungen, an denen Joe die anderen beiden Stadtmusikanten an einem Seil mit ins Wasser riss - einer von ihnen ging aufgrund seiner Groesse ganz unter - war dann steiler und daher auch anstrengender. Dennoch erreichten wir gegen 18.00 Uhr waehrend der Daemmerung das Military Camp. Nach einer leckeren Pasta gingen wir erschoepft ins Bett.

Tag 2:

Eigentlich wollten wir gegen 7.30 aufbrechen. Im Endeffekt liefen wir gegen 9.00 Uhr los. Unsere Traeger - mittlerweile nur noch zwei - und der Fuehrer nahmen dies nicht so genau. Bis zum Base Camp dauerte es noch gute zwei Stunden, bis dann der Aufstieg auf den Tepui Roraima begann. Insgesamt waren es noch einmal ca. sechs Kilometer bis zum Gipfel.

Es ging bis zu 60 Grad steile Haenge hinauf, dann durch Nebelwaelder ueber Stock und Stein laengs der Steilwand hinauf. Bisher hatten wir ihn nur ansatzweise durch die Wolken sehen koennen. Doch als diese 500 Meter hohe Wand gerade einmal zehn Meter von uns entfernt war, lichteten sich die Wolken. Es war gigantisch.

Kleine Pause gefaellig!

Und weiter gehts...

Nach weiteren zwei Stunden und einer kleineren Zwischenmahlzeit erreichten wir den letzten Anstieg, steiler denn je und quer durch den Spruehregen zweier Wasserfaelle. Nach 45 Minuten erreichten wir dann gegen 15.30 Uhr das Plateau, des hoechsten Tepuis dieser Hemisphaere. Hier herrschte eines ganz andere Welt. Ueber Jahrmillionen - diese Gebirge sind um ein vielfaches aelter als die Anden oder der Himalaya - haben sich hier endemische Pflanzen- und Tierwelten entwickelt, u.a. ein Frosch, der so gross ist wie der Nagel eines kleinen Zehs.

Das letzte Teilstueck!

Unser Guide beschaeftigte sich unterdessen mit den Zurueckgebliebenen. Als dann nach einer weiteren Stunde alle angekommen waren, herrschte erst einmal grosses Chaos. Aufgrund der Osterfeiertage waren sehr viele Venezuelaner auf dem Berg, trotz Begrenzung von 60 Personen pro Tag, die den Aufstieg in Angriff nehmen duerfen. Daher waren alle "Hotels" belegt. Nirgendwo war es windstill und geschuetzt vor Wasser. Daher mussten wir noch eine weitere Stunde ueber den kargen Tepui laufen, um einen Schlafplatz zu finden. Die Hoehle, in der wir uebernachten sollten, war allerdings auch besetzt, weshalb wir uns auf eine freie Flaeche niederliessen. Doch so schnell, wie dies hier beschrieben wird, verlief es nicht wirklich.

Einer unserer Traeger, der heute morgen die Zelte abgebaut hatte, hatte uns noch nicht eingeholt. Und wer die Zelte abbaut, hat sie meistens auch bei sich. Daher konnte wir leider keine Zelte aufbauen. Wir mussten bis 21.00 Uhr sage und schreibe drei Stunden in feuchter Kleidung bei Eiseskaelte in der Hoehle Unterschlupf suchen. Auch das Essen war nicht auffindbar. Es gab eine kleine Suppe, den Reis dann spaeter, als der besagte Traeger auftauchte.

Und die Nacht war ausserdem die Hoelle. Wir froren, zitterten und wussten gar nicht was wir dagegen tun sollten. Es war einfach unertraeglich. Eine Hoffnung blieb: morgen einen trockenen und windgeschuetzten Unterschlupf an einer Steilwand in einem dieser Hotels zu finden.

Tag 3:

Sabrina und Joe machten, waehrend die Anderen weitere 16 Kilometer hin und zurueck zum Triple Point - so wird hier das Dreilaendereck zwischen Guyana, Brasilien und Venezuela genannt - abrissen, einen etwas gemuetlicheren Tag. Wir sollten uns nur acht Kilometer im Umkreis unseres neuen Hotels bewegen, in das wir heute Morgen umgezogen waren und welches gleich neben dem gestrigen Zeltplatz lag.

Es ging zunaechst an die Nord- und Westwand, die von straken Nebelfaeldern eingeschlossen waren. An wunderschoene Wasserlauefen und Kristallfeldern vorbei ging es dann zur Ostwand, die Wand, an der wir hochgestiegen waren. Hier auf dem hoechsten Punkt des Roraima auf etwa 2800 Metern zogen die Wolken davon. Wir hatten eine ungalubliche Sicht auf den Nachbartepui mit dem 600 Meter hohen und viertgroessten Wasserfall der Welt und natuerlich auf die maechte Gran Sabana.

Endemisches und karges Tepuihochland

Sabrina am Abhang...

...und Joe auch!



Gegen 16.00 Uhr waren wir dann wieder zurueck. Wir hatten noch genuegend Zeit, um erneut an die Steilwand zu laufen. Sie war gerade einmal 100 Meter von unserem "Hotel" entfernt. Hier war es auch, wo wir einen wunderschoenen Sonneruntergang erlebten. Der mittlerweile zurueckgekehrte Simon war dermassen erschoepft, dass selbst dies kein Grund war, sich aus dem Zelt zu bewegen.

Nachbartepui vom Roraima

Geschuetzt von der Felswand konnte sich Simon aber gut erholen, waehrend die Anderen zu Abend assen und den wunderschoenen Vollmond und die schnell vorbeiziehenden Wolken bestaunten, die minuetlich den ganzen Tag ueber fuer Wetterumschwuenge sorgten. Dennoch hatten wir zu viel Glueck, erzaehlten uns noch gestern vorbeikommende Deutsche, dass sie kein einziges Mal in die Gran Sabana hinabschauen konnten.
Tag 4:
Mit Blasen an den Fuessen und Muskelkater sollte heute Morgen um 8.00 Uhr der Abstieg beginnen. Nachdem wir die Felswand erreicht hatten, ging es srtreil bergab ins Base Camp. Waehrend sich unser Guide nach dem ersten teilweise gefaehrlichen Teilstueck um die Langsameren kuemmerte, liefen wir voraus. Joe wollte die zwei Stunden Abstiegszeit der Traeger unterbieten und erreichte wie das Plateau gegen 11.00 Uhr einsam und allein das Base Camp. Nach einer Puase und einer Staerkung, liefen wir dann weitere vier Stunden zum River Tek, den wir gegen 16.00 Uhr erreichten.
Der Abmarsch
Fast geschafft...
River Tek
Auch die Flussdurchquerungen waren diesmal etwas trockener, da der Wasserstand nicht so hoch war und ausserdem keiner Joe folgen wollte. Doch auch er blieb trocken. Im Zeltlager angekommen waren wir dermassen erschoepft. Unsere Beine schmerzten. Doch wir hatten es geschafft. Nach vier Tagen konnten wir uns das erste Mal wieder im Fluss waschen. Es war eine Wohltat. Mittlerweile waren wir zu Fruehschlaefern mutiert. Nach dem Abendessen ging es wie auch die anderen Tage schon gegen 21.00 Uhr in die Koje.

Tag 5:
Den Rueckmarsch durchs huegelige Land der Gran Sabana absolvierten wir alleine. Es gab keine Gefahren mehr. Wir benoetigten fuer die elf Kilometer knappe drei Stunden und erreichten um 11.00 Uhr Paratepui. Die Anderen liessen natuerlich wieder einmal auf sich warten, eine geschlagene Stunde. Nach einer kurzen Zwischenmahlzeit ging es mit dem Jeep zurueck in Richtung Santa Elena.
Die beiden Tepuis aus der Ferne - rechts der Roraima...alles Erlaufen!!!
Auf dem Weg dort hin hielten wir noch an einem wunderschoenen Wasserfall. Doch die Osterfeiertage sorgten fuer venezuelanische Massen. Man kam sich wie in einem riesigen Vergnuegungspark vor. In Santa Elena hielten wir dann am Busbahnhof, um die Tickets fuer den morgigen Tag zu buchen. Doch auch hier das gleiche Problem: Erst einmal war heute Samstag - nicht jeder arbeitet. Zudem wollte jeder Urlauber am Sonntag zurueck in den Norden fahren, weshalb fast alle Busgesellschaften ausgebucht waren.
Also ging es erst einmal zurueck zur Agency. Doch auch hier konnte uns nicht geholfen werden. Nachdem wir ins Hotel eingechekt hatten, fuhren wir mit Elodie, der Franzoesin zum Busbahnof. Jeder erzaehlte uns, dass die Busse ausgebucht seinen. Es fand sich dann doch noch einer...am heutigen Abend. Waehrend Simon und Sabrina demgegnueber nicht abgeneigt waren und zweifelten, ob wir morgen ueberhaupt einen Bus bekommen wuerden, war fuer Joe die Sache klar: Er bestand auf ein Bett und freute sich auf die morgige Busfahrt.
Dies war also der erste Trennungsgrund. Treffpunkt sollte dann Uebermorgen am Strand sein. Doch als Sabrina und Simon am Schalter fuer den Nachtbus angelangt waren, schloss er: Ausgebucht!!!
Dementsprechend mussten wir versuchen morgen einen Bus zu bekommen. Dies war auch nicht das eigentliche Problem. Fuer 130.000 Bolivar (20 Euro) haetten wir auf jeden Fall einen Bus bekommen. Doch dies war uns zu teuer. Die Busgesellschaften verkauften naemlich nur Tickets nach Caracas, weil sie sich sicher waren, der Bus wuerde gefuellt. Also entschlossen wir uns das Risiko einzugehen, guenstigere Tickets morgen Frueh zu kaufen. Das hiess allerdings auch: 6.00 - Busbahnhof.
Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort mit den aufgemozten Corsas, zwei Hot Dogs am Strassenrand und einem Bierchen beim Deutschen um die Ecke, ging es dann einmal mehr todmuede ins Bettchen.

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