Amazonien droht die Abholzung

Wird das Sch
icksal des brasilianischen Regenwaldes bald per Gesetz besiegelt? Seit Wochen streitet das Parlament in Brasilia über einen Entwurf zur Änderung des brasilianischen Forstgesetzes. Die entscheidende Abstimmung ist schon mehrfach verschoben worden und hat immer noch nicht stattgefunden. Umweltschützer protestieren weltweit gegen den Entwurf, der weitere Abholzungen per Gesetz erlauben würde. Die Änderung des bestehenden Waldnutzungs-gesetzes würde die großflächige Zerstörung eines der letzten großen Regenwaldgebiete besiegeln. Nach Schätzungen von Greenpeace wären über 30 Millionen Hektar des Amazonaswaldes, eine Fläche fast so groß wie Deutschland, unmittelbar bedroht.

Und deshalb seid ihr gefragt!

Nehmt an der Unterschriftenaktion gegen dieses Forstgesetz teil:

Friday, April 17, 2009

Noch ein bisschen Strand zum Abschluss - 12./13.04.09

Tag 1:

Da wir noch keinen Bus gebucht hatten, sind wir frueh am Morgen zum Busbahnhof gefahren, um den erst besten Bus zu nehmen. Gluecklicherweise fuhr auch direkt einer vor, den wir nehmen konnten. Die Fahrt fuehrte uns durch den Nationalpark Canaima, vorbei an diversen Tepuis und Wasserfaellen. Die Strassen waren voller Venezuelaner, die ihren letzten freien Ostertag nutzten, um nochmal schnell in den Wasserfaellen zu baden und sich auf den Heimweg zu machen. Deren Jeeps und Busse waren meistens mit Kreide beschmiert. Der Neureiche muss ja zeigen woher er kommt und wo er Urlaub gemacht hat.
Nach einer geraumen Zeit durch die Gran Sabana fuhren wir dann in den Regenwald des Canaima Nationalparks hinein. Die Berge wurden groesser, der Bus keuchte die Strasse hinauf. Im Flachland angekommen wurde die Gegend bewohnter, die Kuehe am Strassenrand zahlreicher.

Die Essenspausen waren rar. Als wir dann doch endlich zum Mittag anhielten, assen wir nur Brot und Schokoriegel, da wir den Restaurantbesitzer falsch verstanden hatten. Als er uns von seinem Menue berichtete, verstanden wir...aehhh nichts!!! Der Akzent hier ist teilweise einfach so stark, dass man nicht einmal mehr Spanisch versteht.

Nachdem wir noch eine geraume Zeit mit droehnender Musik - man konnte sich kaum unterhalten, so stark waren die Boxen am Eingang des Busses aufgedreht - durch teilweise huegeliges Gebiet der Feucht- und Trockensavanne gefahren waren, erreichten wir gegen 18.00 Uhr Ciudad Guyana. Dort ueberlegten wir uns, ob wir noch schnell einen Ort weiter in Richtung Strand fahren sollten oder nicht. Das Angebot mit dem Taxi in zwei Stunden dorthin war verlockend und der Preis auch fair. Unser Fahrer legte noch eine kleine Essenspause fuer uns ein und brachte uns fuer 120.000 Bolivar (18 Euro) dann doch in vier Stunden zu einem sehr komfortabelen Hotel in Maturin. Es ging quer durch die Dunkelheit an zichfachen Oelraffinerien und endlosen Pinienplantagen vorbei. Hier kostet ein Liter Benzin uebrigens nur drei Cent, dank Chavez sind nun also die Taxifahrten guenstiger geworden.
Waehrend Sabrina sich gegen 22.00 Uhr sofort ins Bett begab, versuchten wir noch etwas Essbares zu ergattern, was sich als kleines Problem darstellte, da kein Restaurant mehr geoeffnet war. Wir klopften an einer Pizzeria und bekamen gluecklicher Weise noch einen Gute-Nacht-Snack.


Tag 2:

Am naechsten Morgen fuhren wir mit dem coolsten Taxi, dass jemals eine Strasse gesehen hatte, zum Busbahnhof - ein alter Amischlitten, der nur noch vom Rost zusammen gehalten wurde und dessen Geraeuschpegel mit einer alten Dampflok zu vergleichen war. Unser Fahrer passte perfekt zu seinem Gefaehrt - ein etwas korpulenterer, aelterer, sehr entspannter Mann mit sehr trockenem Humor. Goettlich!

Nach einem kleinen Fruehstueck am Busbahnhof gings im Bus weiter nach Carupano, dem ersten Ort mit Meerblick und karibischem Flair. Die Fahrt fuehrte durch etwas trockenere und bergige Savannenlandschaften. Von Carupano brachte uns ein weiterer Bus nach laengerer Suche nach Rio Caribe. Der Busfahrer mochte keine "Gringos" und behandelte uns nicht gerade zuvorkommend. Nach einigen Schreiattacken und Beinahe-Herzinfarkten zahlten wir faufgrund des Gepaecks fuer fuenf Personen. Nur deshalb erklaerte er sich bereit uns mitzunehmen - vielleicht aber auch einfach nur auf Grund der Mitnahmepflicht, die hier herrscht. Von Rio Caribe, dieser kleinen Stadt am Meer, sollte man unseren Informationen nach die schoensten Straende des Landes erreichen.

Der Strand fuer den wir uns entschieden, gab es noch gar nicht. Wir wollten gerne nach Pui Puy, dem angeblich schoensten Strand in Venezuela. Doch wie wir ihn erreichen sollten ,war unklar, zumal wir vorher noch gelesen hatten, dass es kaum Unterkuenfte gaebe. Als wir nach einem kleinen Fussmarsch dann endlich einen Pickup gefunden hatten, der in die Richtung fuhr, teilte uns der Fahrer mit, dass er nicht bis in den Ort fahren wuerde und wir entweder laufen, oder ein seeehr teures Taxi nehmen muessten. Ausserdem sollte es wie erwartet keinerlei Uebernachtungsmoeglichkeiten geben - Doof! - aber egal. Wir entschieden uns daraufhin an der Strassenkreuzung zu Medina gegen 17.00 Uhr auszusteigen, da es hier am Strand zumindest ein Hostel geben sollte.

Dreissig Minuten Fussmarsch standen im Lonely Planet und so wurde es uns auch gesagt. Dreissig Minuten...nichts fuer drei trainierte Wanderer. Also "I m walking" angestimmt und ab dafuer, in Flip-Flops und mit vollem Gepaeck natuerlich!

Diese halbe Stunde war aber leider keine halbe Stunde. Zeitangaben sind hier im Allgemeinen seeeehr variabel. Aber mit dieser Strecke hatten wir nicht gerechnet. Als wir nach einer Stunde immernoch nicht angekommen waren, zogen wir es in Erwaegung uns von einem vorbei fahrenden Auto mitnehmen zu lassen. Doch der Preis wurde einfach nicht niedriger. Also liefen wir weiter.

Nach einiger Zeit - etwa 1 1/2 Stunden und sechs Kilometern spaeter - erreichten wir eine Posada hinter dem Ort Medina, dessen Besitzer uns auf dem Weg aber schon so auf die Nerven gegangen war, dass wir uns entschieden weiter zu laufen. Zudem lag diese Posada nicht am Strand. Dieser war naemlich nochmals zwei Kilometer vom Ort Medina entfernt. Nach einer Wanderung bergab erreichten wir endlich den Strand. Muede und platt mussten wir mittlerweile in der Dunkelheit gegen 19.00 Uhr feststellen, dass sich hier nur eine sehr teure Privatanlage befand, die wir uns nicht leisten konnten. Sabrina konnte den Besitzer zwar ueberreden, dass wir zumindest unsere Haengematten an den Palmen aufhaengen duerften, um morgens dann schnell wieder zu verschwinden. Doch dann haetten wir den ersehnten Strand morgen Frueh immer noch nicht erreicht.

Wir entschieden uns daher weiter nach Pui Puy zu laufen, da wir erffahren hatten, dass es hier zuminbdest einen Camping Platz geben sollte. Mitten in der Nacht - gegen 20.00 Uhr machten wir uns also auf durch den Wald. Nochmals acht Kilometer sollten vor uns liegen. Wir kannten den Weg nicht und ausser unseren Taschenlampen konnten wir auch nichts sehen. wir passierten nach kurzer Zeit jedoch kleine Orte, in denen uns nette Menschen den Weg wiesen. Andere waren weniger nett und beschimpften uns als "Gringos". Unheimlich wurde es, als ein junger Mann hinter uns aus der Dunkelheit mitten im Wald mit seinem Fahrrad erschien. Sabrina war kurz davor Simon auf dem Arm zu springen, da sie sich so erschrak.

Nach einer kurzen Staerkungspause in einer Kneipe bei einem kuehlen Bier machten wir uns dann Gedanken, ob es eine gute Idee sei, weiter zu laufen, da es uns immer gefaehrlicher erschien. Wir wurden oefters gewarnt, aufgehalten aber nicht. Daher gings auch weiter. Wir mussten heute noch den Strand erreichen. Nach einer Weile erreichten wir dann Pui Puy-Dorf, in dem uns dann eine nette Frau empfahl im Dunkeln nicht weiter zu gehen und uns doch lieber fahren zu lassen. Als das Auto dann aber nicht ansprang, boten die Einheimischen uns an in ihrer kleinen Huette zu schlafen. Das kam uns gerade recht. Wir waren am Ende unserer Kraefte und wir wollten auch kein Risiko eingehen. Schliesslich koennten wir die letzten zwei Kilometer auch morgen Frueh zuruecklegen.

Nach 14 Kilometern und fuenf Stunden wartete dann eine harte und kurze Nacht auf uns. Es gab ein Bett und zwei Bodenplaetze, keine sanitaeren Anlagen. Doch wir konnten uns nicht beklagen.

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