Amazonien droht die Abholzung

Wird das Sch
icksal des brasilianischen Regenwaldes bald per Gesetz besiegelt? Seit Wochen streitet das Parlament in Brasilia über einen Entwurf zur Änderung des brasilianischen Forstgesetzes. Die entscheidende Abstimmung ist schon mehrfach verschoben worden und hat immer noch nicht stattgefunden. Umweltschützer protestieren weltweit gegen den Entwurf, der weitere Abholzungen per Gesetz erlauben würde. Die Änderung des bestehenden Waldnutzungs-gesetzes würde die großflächige Zerstörung eines der letzten großen Regenwaldgebiete besiegeln. Nach Schätzungen von Greenpeace wären über 30 Millionen Hektar des Amazonaswaldes, eine Fläche fast so groß wie Deutschland, unmittelbar bedroht.

Und deshalb seid ihr gefragt!

Nehmt an der Unterschriftenaktion gegen dieses Forstgesetz teil:

Saturday, April 4, 2009

Im tiefsten Regenwald - 30.-31.03.09

Tag 1:

Joe, unser Reisebelgeiter, der auch schon Touren fuer National Geographic zu verlassenen Indianerstaemmen begleitet hatte, holte uns gegen 8.00 Uhr mit einem Peque Peque ab. So nennt man hier die Holzboote. Zuerst ging es nach Kolumbien auf den Markt. Wir kauften alle moeglichen Dinge ein. Zudem gab es die ersten Biere in einem kleinen Laden, wo wir uns zwischen den Besorgungen ausruhen konnten. Unser kolumbianischer Begleiter war ein leichter Alkoholiker.

Unser Joe fuhr waehrenddessen nach Peru. Hier war der Sprit guenstiger, weshalb wir schwimmenden Tankstellen auf der anderen Seite des Flussen boomten. Gegen 10.00 Uhr fuhren wir dann endlich los. Es ging zurueck in Richtung Westen. Nach einer Stunde Fahrt auf dem Amazonas den Strom hinauf, hielten wir auf der kolumbianischen Seite.

Hier liefen wir durch ein tropisches Anbaugebiet mit allerlei Fruechten, ehe wir mit einem Einbaum durch den ueberfluteten Wald paddelten. Der Wasser stand zeitweise ueber sieben Meter hoch und setzte den Wald unter Wasser. In der Trockenzeit war er natuerlich begehbar. Auf der einstuendigen Fahrt kroch so einiges ins Boot. Gluecklicherweise blieben wir trocken. So manch einer sprang da schon einmal auf, als riesige Spinnen ins Boot fielen. Die Muecken verschonten uns uebrigens auch nicht. Nach dem Mittagessen in einer Lodge, bei dem uns zahme Aras und Affen das Leben schwer machten - sie hatten einfach zu viel Hunger - fuhren wir weiter den Fluss hinauf.

Diese Viehcher assen einfach alles...

Nach weiteren zwei Stunden auf der peruanischen Seite des Flusses ging es zureuck nach Kolumbien. Wir fuhren an Amazonasinseln vorbei und tauchten ab in enge Kanele, die mitten durch das Unterholz des ueberfluteten Waldes fuehrten.

Ein Traum...


Und noch einer;-)

Irgendwann tauchte wie aus dem nichts ein Steg auf. Wir besuchten hier einen Indianerstamm, der natuerlich schon zivilisiert war. Er lebte nur von Jagen und Fischen, so dass die ganzen Huetten, die an einem Weg standen, direkt im Wald lagen.

Durch andere schmale Kanaele fuhren wir weiter zu einer weiteren Communidad. Diese war groesser und betrieb auch landwirtschaftlichen Anbau. Hier uebernachteten wir nach einem kleinen Bad im dorfeigenen Swimming Pool - der Amazonas stand so hoch wie lange nicht mehr, folgedessen war das Wasser nicht weit - bei einem Freund von unserem Begleiter in einem Holzhaus.

Zum Abendsessen gab es Fisch und ein gerade gefangenes Tier aus dem Regenwald. Es aehnelte einem Nager in der Groesse einer groesseren Katze. Aber lecker war es.


Tag 2:

Gegen 9.00 Uhr liefen wir mit einem Einheimischen durch die naehere Umgebung. Zuerst ging es durch die mit Tropenfruechten und weiteren Nutzpflanzen bewachsenen Nutzwalder, ehe wir in den Primaerwald des Flachlandes eintauchten. Hier ueberquerten wir mehrere Baeche ueber wackelige und rutschige Baumstaemme, ehe es zurueck ins Dirf ging. Unser Guide hatte so viel Wissen angehaeuft, dass wir an jeder zweiten Pflanze stehen blieben und ihren Nutzen erfuhren. Auch grub er Taranteln aus Erdloechern haraus und kletterte auf 15 Meter hohe Baeume, um uns Freuchte zu zeigen.

Vier Touris auf Erkundungstour!

Nach knappen vier Stunden und einer Mahlzeit, fuhren wir weiter mit dem Peque Peque. Es ging aus den Kanaelen hinaus auf die perunanische Seite. Wir fuhren nun zurueck in Richtung Leticia. Nachdem wir noch den Hausjaguar einer Familie streicheln durften und unzaehlige Flussdelphine gesehen hatten, tauchten wir wieder ein in die Zufluesse des Amazonas.

Einfach nur furchtlos!

Hier war das Wasser im Gegensatz zu dem des Amazonas schwarz. Da es zwei verschiedene Wasserarten hier im Amazonas gibt, leben hier auch unterschiedliche Tier, was wir spaeter noch erfahren sollten.

Die Kanaele wurden immer enger, der ueberflutete Wald immer hoeher. Nun waren wir mitten drin. Nach einer Navigationsleistung unseres Guides an unseren Bootsfuehrer erreichten wir wieder groessere Flussarme.

Der andere Joe in Action...


...und der Bootsfahrer gehorcht blind!

Hier lag auch unserer schwimmendes Hotel. Doch viel Zeit uns auszuruhen hatten wir nicht. Wir fuhren gleich weiter auf einen nahegelegenen Zufluss, wo wir Piranhas fischten und mit ihnen kurze Zeit spaeter waehrend des Sonnenuntergangs badeten.

Abends fuhren wir nach dem Abendmahl nochmals auf einen See, wo wir einen kleinen Kaiman an Land zogen. Unglaublich ist es, was die einheimischen alles im Wald oder am Ufer sehen. Die leuchtenden Augen waren einfach zu klein fuer ein europaeisches Auge. Nach diesem doch durchaus anstrengendem Tag tranken wir dann noch ein paar Bierchen - die einen mehr, die anderen weniger - ehe wir in unsere Haengematten fielen.

1 comment:

blitz said...

War dat der Rio Negro? das encontro das aguas?