Heute frueh sollte es schon weiter in Richtung Norden gehen. Eigentlich wollten wir in La Rioja, acht Stunden von hier, auf dem Weg nach Salta einen Zwischenstop einlegen. Doch es kommt wie immer nicht so, wie man denkt. Dennoch setzten wir uns gegen 8.30 Uhr erst einmal in den Bus nach La Rioja. Ueber die Fahrt gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Wir hatten einmal mehr unsere Liegesessel. Und somit fuhren wir am Fusse der Anden in Richtung Norden.
Die Landschaft war, nachdem wir die Oase um Mendoza verlassen hatten, genau so karg wie die Anden. Es ging durch steppenartige Buschlandschaften, zur Linken die erste Andenkordillere, zur Rechten eine endlose Weite. Nachdem wir zwei weitere Oasen durchquert hatten, in der ebenfalls Wein angebaut wurde, ging es weiter Richtung Nordosten.
Nun schoben sich riesige Gebirgsketten zwischen uns und die Anden, die sich mitten in der Ebene aus dem Boden hervorstiessen. Bis nach La Rioja das gleiche Bild: es war eine sagenhafte Weite, die Arizona oder dem Outback aehnelte, selten von kleinen Oasen und noch kleineren Siedlungen durchzogen.
La Rioja am Fusse eines Berghanges inmitten der unendlichen Weite erreichten wir gegen 17.00 Uhr. Wie im Lonely Planet stand, wurde hier von 12.00 - 17.00 Uhr die Siesta ausgeuebt. Eigentlich war es demnach genau der richtige Zeitpunkt in diesem Ort anzukomen. Doch dem war nicht so. Hier war der Hund begraben. Also ueberlegten wir uns, wie wir weiter verfahren sollten.
Letztendlich wollten die Maedels unbedingt weiterfahren und zwar bis nach Salta im aeussersten Norden Argentiniens. Es warteten somit weitere 10 Stunden Busfahrt auf uns. Der Bus sollte zudem erst um 21.15 Uhr abfahren. Wie sich spaeter herausstellen sollte, hatte dieser auch noch eine knappe Stunde Verspaetung.
Nun setzten wir uns vor den Busbahnhof, tranken Bier und Kniffelten. Ich hab die Maedels uebrigens gnadenlos geschlagen. Die Busfahrt war wieder so ein Hoellenritt einer schlaflosen Nacht. Vier Stunden Schlaf sollten diesmal genuegen. Was uns dann am naechsten Morgen erwartete, munterte uns dann wieder ein wenig auf. Waehrend des Sonnenaufgangs kurz hinter Tucuman fuhren wir durch ein wunderschoenes bergiges und bewaldetes Gebiet. An den Haengen loeste sich gerade der Morgentau und im Hintergrund sah man die schneebedeckten Andenhaenge.
Salta, sich in einem Talkessel befindend, erreichten wir gegen 9.00 Uhr morgens. Wir liessen uns gleich vom naechstbesten Schlepper ein Hostel andrehen. Die Preise stimmten, die Taxifahrt war umsonst und wie sich spaeter herausstellen sollte, war das Hostel einsame Spitze: Stadtnah, geraeumige Zimmer und ein kleiner Innenhof mit alltaeglichem Barbecue.
Die Maedels liess ich erst einmal mit Stadtplan in die Fussgaengerzone. Ich machte mir einen ruhigen Vormittag mit anderen Travellern im Hostel, bevor wir dann gegen 15.00 Uhr uns auf den Weg machten, ein Restaurant mit Riesensteaks zu finden. Daraus wurde leider nichts. 400 Gramm waren zwar auch lecker, aber auch nicht die erhofften 800 Gramm pures Fleisch.
Anschliessend mussten wir wieder zum Busbahnhof, weil die Agentur, die nach San Pedro de Atacama fahren sollte, erst um 17.00 Uhr aufmachen sollte. Wir hatten erfahren, dass die Busse oftmals ueberfuellt seien. Nun sind wir also auf der Hauptreiseroute fuer Backpacker angekommen. Als dann um 18.00 Uhr aufgemacht wurde, bekamen wir drei der letzten fuenf Plaetze fuer die Dienstagfahrt. Und hinter uns standen noch weitere Traveler. Ein Glueck, haetten wir sonst bis Freitag in Salta bleiben muessen. Abends spielten wir dann noch eine gemuetliche Kniffelrunde bei einem Bier im Innenhof unseres Hostels.
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