Geisterstadt Uyuni
Aus dem Ticketcenter am Bahnhof schallte nur eine laute Musik. Zudem sollte der Zug erst morgen Nacht fahren. Also fanden wir uns damit ab, mit dem Nachtbus weiter zu fahren. Nun stellte sich uns allerdings das naechste Problem entgegen. Alle Banken waren geschlossen. Und niemand konnte und wirklich weiterhelfen.
Die Kleinstadt war ein einziges Chaos: betrunkene Spielmannszuege ueberall, komatoese Trompetenspieler versackt an Haeuserecken und Beinaheunfaelle durch unzurechnungsfaehige Autofahrer. Wir liefen nur noch auf dem Seitenstreifen und ueberquerten keine Strasse, wenn ein Auto in der Naehe war.
Irgendwie schafften wir es dann doch noch irgendwie in einer Wechselstube unser restliches chilenisches Geld zu tauschen, um uns die Bustickets zu beschaffen. Leider konnten wir nicht zusammen fahren, da in beiden Bussen, die zeitgleich nach La Paz fahren sollten, zu wenig Plaetze vorhanden waren. Beruhigenderweise fuhr ein Italiener mit Janin und Sabrina mit, der mit uns durch die Lagunenlandschaften gefahren ist.
Als wir uns dann vor dem Buero des Busunternehmens ein wenig ausruhten, erfuhren wir, dass derjenige, der vor dem einen Bus einen ganzen Bierkasten leerte, einer der beiden Busfahrer war!!! Schon jetzt kann erwaehnt werden, dass es der Busfahrer der beiden Maedels war und er sich aber wieder ein wenig ausgenuechtert hatte vor der Fahrt. Es waren ja noch drei Stunden Zeit.
Wir verbrachten die verbleibende Zeit damit noch eine Kleinigkeit an einem einheimischen Stand zu essen, bevor wir uns mit Guido, unserem Italiener, zum "Busbahnhof" gesellten. Die Busse waren einfach. Zwar hatte man einen einigermassen grossen Sitzabstand, doch bei Janin und Sabrina fehlte ein Fenster, welches mit einer Folie spartanisch abgedichtet wurde. Aeusserlich waren sie schaebig, jedoch fuer die Pisten gen Norden hoehergelegt.
Nachdem wir noch einmal in den Genuss einer oeffentlichen Toilette kamen, ging es dann gegen 20.00 Uhr los in Richtung La Paz. Unser Bus fuhr vor. Treffpunkt war La Paz Busbahnhof. Die Fahrt war das, was wir solange vermisst hatten. Es droehnte bis um 23.00 Uhr die Musik aus den Lautsprechern, bei jeden Schlagloch spuerte man seine Knochen. Und der hintere Teil des Busses, in dem wir uebrigens sassen, stank nach Yakbutter, obwohl es diese Tier hier ja angeblich gar nicht gibt. Aber anscheinend traegt auch hier irgendwelches Tierfett dem Sonnenschutz bei.
Dennoch konnten wir relativ gut schlafen, zumindest bis um 4.00 Uhr. Dann sollten wir naemlich in Oruru umsteigen. Zuerst dachten wir, es waere kein Problem. Hatte man uns doch zuvor versichert, dass es keine fuenf Minuten dauern wuerde. Leicht mitgenommen kamen wir auf der Rueckseite eines Busbahnhofes an, der nach seiner Durchquerung sich als Heolle herausstellen sollte. Hier standen "tausende" von Bolivianern in irgendwelchen Schlangen fuer etwas an. Wir Hatten ehrlich gesagt keine Ahnung, wo wir hin mussten. Also klapperten wir die Busse ab, auf denen La Paz stand. Aber irgendwie wollte uns keiner mitnehmen. Und viel schlimmer war noch, dass uns keiner sagen konnte, wo wir hingehen sollen.
Wir waren schon kurz davor Plan B zu schmieden. Sollten wir ein Neues Ticket kaufen oder ein Hotel nehmen. Beides ging nicht wirklich, hatten wir doch nur noch ein paar Bolivianos. Und von den Anderen war immer noch niemand in Sicht. Nach einer halben Stunde stuermte ein Bolivianer auf den nochmals auf der Suche seienden Simon entgegen, tauschte unsere Tickets gegen Neue ein und schleifte uns in einen modernen Bus. Nach weiteren drei Stunden Busfahrt, in denen wir eigentlich nur schliefen, ereichten wir La Paz gegen 7.30 Uhr.
Nach gut einer Stunde zweifelten wir daran, dass die anderen Beiden genau so viel Glueck gehabt hatten, wie wir. Nervositaet machte sich breit. Alle Telefonversuche waren vergeblich. Doch dann, nach eineinhalb Stunden bogen drei Touris um die Ecke. Der Italiener hatte sich mit seinen Spanischkenntnissen gut durchsetzen koennen. Fuer viele Andere hiess die Endstation: Oruru. Die Busse hatten nicht genuegend Kapazitaet. Mit einem extra fuer uns gechartertem Sammeltaxi fuhren wir in die Hostelgegend von La Paz.
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